12.06.2026
14:48 | nbcnews: Taiwan testet erstmals ein US-Raketensystem in Richtung des chinesischen Festlands.
Taiwans Militär feuerte am Mittwoch in Taichung, Zentraltaiwan, erstmals sein in den USA hergestelltes HIMARS-Raketensystem an der Westküste ab. Die Übung simulierte einen Angriff auf eine einmarschierende chinesische Streitmacht. Die Übung demonstrierte die Mobilität des Systems und seine Fähigkeit zum schnellen Rückzug nach dem Feuern, um feindlichem Radar zu entgehen und die Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld zu verbessern. Mit einer Reichweite von etwa 190 Meilen könnte HIMARS Küstenziele in der südostchinesischen Provinz Fujian jenseits der Taiwanstraße angreifen.
Die Strände und Wattflächen an der Westküste, die direkt an China angrenzen, gelten als der wahrscheinlichste Ort für eine chinesische Invasion. Taiwan führte den Schießtest mit dem von Lockheed Martin hergestellten System durch. Kompaniechef Ko Ming-pin erklärte, die Einheit habe solide Kampffähigkeiten bewiesen und die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Die Waffe soll zusammen mit Taiwans im Inland entwickelten Thunderbolt-2000-Raketenwerfern eingesetzt werden, um chinesische Streitkräfte anzugreifen, die den Hafen verlassen oder versuchen, an Taiwans Küste zu landen. Am Dienstag, dem ersten Tag des Manövers, wurden Thunderbolt-Raketen abgefeuert.
Taiwan testet HIMARS an der Westküste, genau dort, wo ein chinesischer Landungsversuch am wahrscheinlichsten wäre. Die Botschaft an Peking ist: Eine Invasion wird teuer, beweglich, blutig und unberechenbar. Die Botschaft an Washington ist: Wir sind euer Stachelschwein im Pazifik. Und die Botschaft an den Rest der Welt lautet: Die nächste große Krise wird nicht mit Reden entschieden, sondern mit Raketen, Chips und Schifffahrtsrouten. Das ist ein Krisenkarneval mit Präzisionsmunition. Und alle hoffen dass keiner beim Schwanzlängenvergleich versehentlich auf den roten Knopf niest. JE
11.06.2026
07:44 | tkp: Chinas Rohölimporte sind auf ein Acht-Jahres-Tief eingebrochen
Die weltgrößte Volkswirtschaft China hat im Mai 2026 so wenig Rohöl importiert wie seit Oktober 2017 nicht mehr. Laut offiziellen Zolldaten der Volksrepublik sanken die Einfuhren auf rund 33 Millionen Tonnen – umgerechnet nur noch 7,8 Millionen Barrel pro Tag. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2025 mit 11,6 Millionen Barrel täglich bedeutet das einen Rückgang von fast 30 Prozent. Nicht nur die Blockade der Straße von Hormus dürfte der Grund für diesen Einbruch sein.
Als der Ölpreis zu Beginn des Krieges eskalierte, hielt sich Peking zurück, während Asien und Europa zu Höchstpreisen einkauften. Peking jagte keine teuren Ersatzlieferungen – eine bewusste Entscheidung, die durch hohe Preisobergrenzen für Raffinerien noch verstärkt wurde. Die Verarbeitungsmargen der chinesischen Raffinerien sind dadurch eingebrochen, die Anlagen laufen deutlich langsamer. Gleichzeitig wurden Treibstoffexporte gedrosselt, um den heimischen Markt mit Diesel und Benzin ausreichend zu versorgen. Zudem kann China die Importflaute durch eigene Lagerbestände abfedern. China hatte vor dem Konflikt über eine Milliarde Barrel Rohöl und Produkte gehortet – ein Puffer, der es den Raffinerien erlaubte, Importe radikal zu kürzen, ohne dass die tatsächliche Nachfrage sofort einbrach.
China sitzt auf seinen Reserven, während sich viele im Westen über eine etwas günstigere Tankrechnung freuen. Wenn Peking irgendwann beschließt, die Lager wieder aufzufüllen, könnte der Markt feststellen, dass billiges Öl ungefähr so dauerhaft war wie ein Wahlversprechen nach der Wahl. JE
09.06.2026
15:02 | TP: China versorgt Drohnen per Funkstrom aus der Luft
Chinas Xidian-Universität versorgt fliegende Drohnen drahtlos mit Strom. Das "Sun Chasing"-Projekt soll eines Tages Energie aus dem Orbit übertragen. Was klingt wie Science-Fiction, hängt derzeit an einem Stahlgerüst in der chinesischen Provinz Shaanxi: Ein Prototyp für ein orbitales Solarkraftwerk, das Energie kabellos an bewegliche Ziele überträgt – etwa an Drohnen im Flug. Und die Technik funktioniert offenbar besser als erwartet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, erreichte das System der Xidian-Universität bei jüngsten Tests einen Gleichstrom-zu-Gleichstrom-Wirkungsgrad von 20,8 Prozent über eine Distanz von 100 Metern und lieferte dabei 1.180 Watt. Eine mit 30 Kilometern pro Stunde fliegende Drohne empfing aus 30 Metern Entfernung stabile 143 Watt.
Keine Sorge, Leute. Es handelt sich lediglich um hochenergetische Mikrowellenstrahlen aus dem Orbit. Was könnte da schon schiefgehen? JE
07:36 | TGP: Weder Russland noch Iran sind Befürworter des chinesischen Yuan.
Die neueste Runde der Untergangsprophezeiungen „der Dollar stirbt“ wird durch den Krieg in der Ukraine und den Konflikt mit dem Iran angefacht. Die Argumente laufen typischerweise wie folgt: Russland und der Iran hätten den Dollar zugunsten des chinesischen Yuan aufgegeben; der Yuan sei goldgedeckt und besitze damit einen inneren Wert, den der Dollar vermissen lasse; der Rubel erhole sich und performe gut; die US-Schulden und die Inflation hätten das Vertrauen in den Dollar tödlich untergraben; und ein umfassender globaler Wechsel weg vom Dollar und vom SWIFT-Zahlungssystem sei bereits im Gange.
Jede dieser Behauptungen ist entweder falsch, stark übertrieben oder wird ohne den Kontext präsentiert, der zum Verständnis der zitierten Daten notwendig ist. Das Fundament des Arguments „der Dollar stirbt“ beruht auf der Nutzung des Yuan durch Russland und den Iran für Handelsabrechnungen. Was bei dieser Darstellung weggelassen wird, ist, dass keines der beiden Länder den Yuan freiwillig gewählt hat. Beide wurden durch Sanktionen aus dem Dollar-System ausgeschlossen und hatten keine Alternative. Russland hat nie einer 100-prozentigen Yuan-Handelsabwicklung mit China zugestimmt.
Totgesagte leben länger. Beim Dollar scheint das inzwischen eine offizielle Geldpolitik zu sein. JE
08.06.2026
17:35 | BZ: Spannungen mit Japan und Philippinen: China hält „Spezialeinsatz“ vor Taiwan ab
Das chinesische Verkehrsministerium hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag einen sogenannten Spezialeinsatz zur „Durchsetzung des Seeverkehrsrechts“ östlich der Insel Taiwan eingeleitet. Beteiligt seien die Seesicherheitsbehörden der Provinzen Fujian und Guangdong sowie das Navigationszentrum und die Rettungsbehörde für das Ostchinesische Meer, berichtete Xinhua.
Ziel sei es, Chinas maritime Verwaltungs- und Strafverfolgungszuständigkeit auszuüben, die Patrouillenfähigkeiten auf hoher See zu stärken und die Sicherheit des Seeverkehrs in wichtigen Gewässern zu gewährleisten, hieß es in dem Bericht. Die Aktion sei eine notwendige Antwort auf das Vorgehen Japans und der Philippinen, das Chinas territoriale Souveränität und maritime Rechte verletze.
China vermisst schon mal das Meer, Japan vermisst seine Einflusszone und die Philippinen suchen den nächsten Schutzpatron. Wenn drei Staaten gleichzeitig dieselbe Karte ausrollen, ist das meist kein Zeichen für einen entspannten Sommerurlaub. JE
14:53 | ET: Chinas Staatschef Xi sichert Nordkorea Unterstützung zu
Chinas Staatschef Xi Jinping hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei seinem Staatsbesuch Unterstützung zugesichert. „Egal, wie sich die internationale Lage verändert“, werde China an der traditionellen Freundschaft festhalten und Kim bei der Führung des sozialistischen Kurses Nordkoreas unterstützen, sagte Xi nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bei den Gesprächen in Pjöngjang. Zudem stellte der 72-Jährige eine engere Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Handel und Wissenschaft in Aussicht. Kim bezeichnete die Beziehungen beider Länder laut Xinhua als „unzerbrechlich“.
Der wilde Wertewesen bekommt langsam Konkurrenz. Und die Konkurrenz scheint erstaunlich gut miteinander auszukommen. JE
07.06.2026
08:23 | Welt: Chinesischer „Spezialeinsatz“ – Taiwan entsendet Schiffe und wittert Verstoß gegen Völkerrecht
Östlich von Taiwan führen chinesische Schiffe einen „Sicherheitseinsatz“ durch. Hintergrund sind Gespräche über Seegrenzen, die in Peking für Unmut sorgen. Taiwans Küstenwache reagiert.
Angesichts eines chinesischen „Sicherheitseinsatzes“ in den Gewässern östlich von Taiwan hat die Küstenwache der demokratisch regierten Insel Schiffe in das betroffene Gebiet entsandt. Der Schritt sei erfolgt, um „angemessen“ auf Chinas Aktion zu reagieren, erklärte die Küstenwache am Sonntag. Nach Ansicht Taipehs verstößt Chinas Einsatz „gegen das Völkerrecht“. Die chinesischen Schiffe seien „während des gesamten Vorgangs“ überwacht worden.
Ich darf nochmals auf das Interview des Top-Diplomaten aus Taiwan hinweisen, der befürchtet von den Amis verraten zu werden. Der zu Recht befürchtet als Verhandlungsmasse zu dienen, wenn es den Amis gerade passt.
Trump war bei Xi und es gibt keine Abschlusserklärung .. gerade zur 250 Jahrfeier .. keine Sieg für Trump und jetzt diese "Übungen".
China hat ein Signal gesendet, auch in Hinblick auf den Iran und Hormus. TS
05.06.2026
11:59 | Drohnen in China
Chinesische Spezialisten haben die Erprobung eines Algorithmus zur Schwarmsteuerung für unbemannte Luftfahrzeuge abgeschlossen, der eine vollständig autonome Missionsausführung unter Bedingungen gestörter Satellitennavigation und Funkkommunikation ermöglicht. Das System klassifiziert Ziele innerhalb von 6,6 Millisekunden in die Kategorien „freundlich“, „feindlich“ und „Gebiet“, erstellt eine dynamische Lagekarte und verteilt die Rollen innerhalb des Schwarms ohne Eingreifen eines Bedieners.
Auf Simulationsprüfständen wurde eine Trefferquote von 100 % erreicht, was auf einen hohen Integrationsgrad zwischen den Bordprozessoren und den inertialen sowie elektrooptischen Sensoren hindeutet.
Eine solche Architektur ermöglicht den Einsatz von Schwärmen in Gebieten mit dichten elektronischen Gegenmaßnahmen, in denen herkömmliche Steuerkanäle außer Betrieb gesetzt werden. Experten weisen darauf hin, dass diese Technologie das Kräfteverhältnis im Bereich der unbemannten Kriegsführung erheblich verändert, insbesondere bei Operationen gegen Seestreitkräfte und bodengestützte Luftabwehrstellungen.
Nur eine kurz analysiert .. Kampfhubschrauber und Erkampfflugzeuge in einer Bodenoperation werden durch solche "Hindernisse" in eine Kill-Zone getrieben. Höhe ist Killzone .. und wenn wir weiter denken, dann sind derartige "Formationen" unglaubliche Angriffswaffen. TS