14.09.2026
12:08 | tkp: Fragen verraten mehr als Antworten
Die inzwischen automatisch verfügte KI=KÜ (künstliche Überwachung) bei Suchmaschinen generiert nur als Nebenprodukt Antworten auf Anfragen. Die Hauptfunktion ist die Entlarvung von Selbstdenkern und Zweiflern. Wer eine Antwort durch Rückfragen in Zweifel zieht, ist als Gefahrenherd identifiziert.
Die KÜ nimmt es bekanntlich mit den Fakten nicht so genau. „Antworten können Fehler enthalten“ lautet die scheinbare Absicherung und Entschuldigung. Dabei handelt es sich nicht um Fehlprogrammierungen oder Unausgegorenheit. Unwahrheiten gehören zum Prinzip der Ausspionierung des Nutzers. Fragen, die eine Person stellt, erlauben es, ein besseres Persönlichkeitsprofil zu erstellen als aus einer Vernehmung. Fragen lügen nicht. Antworten können dagegen gelogen sein. Wer aus Fragen das Denken einer Person enttarnen möchte, braucht keinen Lügendetektor.
Der Nutzer bekommt einen Rat, das System bekommt ein Profil. JE
13.09.2026
18:05 | Heise: DSGVO vs. Smart Glasses: Warum Ray-Ban-Meta-Träger haftbar gemacht werden können
Der Streit über schlaue Brillen im Alltag geht weiter. Nachdem Verbotsforderungen die Politik beschäftigten und die Bundesnetzagentur mangels Handhabe passte, hat der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs mit einer Untersuchung der Ray-Ban Meta AI Glasses nachgelegt. Die Analyse fällt deutlich aus: Für den Alltagseinsatz der Datenbrille im öffentlichen Raum existiert demnach kaum eine rechtssichere Grundlage, solange Meta nicht an Bauweise und Voreinstellungen nachbessert.
Im Labor zerlegten die Hamburger Datenschützer das Modell Meta Wayfarer der ersten Generation und analysierten den Datenverkehr. Dabei stießen sie rasch an Grenzen: Der 32-Gigabyte-Flashspeicher besaß keine standardisierten Anschlüsse, die Datenübertragung der App blieb verschlüsselt. Im Applikationsspeicher des Smartphones stießen die Prüfer aber auf eine Entdeckung: In der internen SQLite-Datenbank existieren Tabellenstrukturen mit Bezeichnungen wie „face“, „face_group“ oder „face_low_confidence_pair“.
10.09.2026
18:04 | transition: Neue Spionage-Methoden und Sicherheitslücken in Smart-TVs gefunden
Hardware-Experten haben in «intelligenten» Geräten von LG neue Tricks zum Ausforschen und Verwerten der Nutzergewohnheiten entdeckt. Hintergrund sind lukrative Werbeeinnahmen durch automatische Inhaltserkennung (ACR). Smart-TVs tracken die Zuschauer, das ist der «intelligente» Teil des Produkts. Dieser Umstand dürfte den meisten Benutzern prinzipiell bekannt sein. Hardware-Experten haben nun in Geräten von LG neue Methoden entdeckt, mit denen die Betrachter ausspioniert werden, und die sogar gefährlich werden können. Darauf macht das Portal Heise aufmerksam.
Smart-TVs sind internetfähige Computer mit Mikrofonen, App-Stores, Werbesystemen und Zugriff auf dieselben Heimnetzwerke, die auch von den Handys, Laptops, Druckern und Smart-Home-Geräten Ihrer Familie genutzt werden. Der führende Smart-TV-Hersteller LG geriet diese Woche nach einer Untersuchung von Gamers Nexus in die Schlagzeilen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Level1Techs und unabhängigen Sicherheitsforschern durchgeführt. Das Team untersuchte mehrere LG-TV-Modelle und entdeckte nach eigenen Angaben umfangreiche Geräte- und Netzwerkerkennungs-, ACR-Tracking- und Sicherheitslücken, die die Folgen eines Angriffs auf ein Fernsehgerät erheblich verschärfen könnten.
Der LG-Fernseher scannt das LAN nach Telefonen und anderen Geräten von Drittanbietern.
LG-Fernseher stehen unter Beobachtung, da ein Video aufgetaucht ist, das scheinbar die Fähigkeit der Geräte zeigt, Nutzer auch dann zu verfolgen, wenn die Fernseher ausgeschaltet sind.
Der YouTube-Kanal Gamers Nexus analysierte in Zusammenarbeit mit Level1Techs, einem auf Technologie spezialisierten YouTube-Kanal, und Sicherheitsforschern die Tracking-Funktionen von LG-Fernsehern. Sie veröffentlichten mitgeschnittene Datenpakete, die darauf hindeuteten, dass die Fernseher, darunter auch der teure LG G5 OLED-Fernseher, das lokale Netzwerk nach anderen Geräten absuchten.
Früher stand der Fernseher im Wohnzimmer und zeigte Programme. Heute scannt er das Heimnetz, erkennt Inhalte, sammelt Nutzungsdaten und hat ein Mikrofon eingebaut. Fortschritt ist offenbar, wenn das Gerät mehr über den Haushalt weiß als der Haushalt über das Gerät. JE
12:33 | UCN: Altersüberprüfung oder kein Zugang: Microsoft bereitet die nächste Stufe der digitalen Kontrolle vor
Unter dem Versprechen des Kinderschutzes entsteht eine Infrastruktur, die künftig darüber entscheiden könnte, welche digitalen Angebote ein Mensch nutzen darf. Microsoft macht mit Windows 11 den Anfang – und die entscheidende Frage lautet: Wird die Altersprüfung zur Voraussetzung für den Zugang?
Microsoft, das von Bill Gates mitgegründete Unternehmen, hat eine neue Schnittstelle für Windows 11 vorgestellt, über die Anwendungen künftig die Altersgruppe eines Nutzers und den Status seiner Altersverifizierung abfragen können. Die technische Dokumentation ist bereits veröffentlicht, die eigentliche Funktion soll später im Jahr aktiviert werden.
Einmal Selfie oder Ausweis zeigen, danach weiß das Ökosystem Bescheid. Sehr praktisch. Besonders für das Ökosystem. JE
04.09.2026
07:40 | euractiv: Hamburg will Smartglasses im öffentlichen Nahverkehr verbieten
Das Hamburger Parlament hat am Mittwoch einen Antrag zur Abschaffung von Smartglasses im öffentlichen Nahverkehr, in Schwimmbädern und Saunen angenommen. Hintergrund sind wachsende Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der tragbaren Geräte auf die Privatsphäre.
Der Antrag, der von der sozialistischen SPD-Fraktion und den Grünen ausging, betonte, dass diese öffentlichen Räume besonderen Schutz verdienten, da die Menschen oft keine andere Wahl hätten, als täglich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, und auch in Schwimmbädern und Saunen Privatsphäre erwarten könnten.
Der Social-Media-Riese Meta, Marktführer für smarte Brillen, sah sich in den letzten Monaten mit einer Reihe negativer Schlagzeilen über den Missbrauch seiner Geräte konfrontiert. Die Brille verfügt über eine in den Rahmen integrierte Kamera, die es Nutzern ermöglicht, alles vor ihnen aufzuzeichnen, ohne eine herkömmliche Kamera oder ein Mobiltelefon herausholen zu müssen.
Kommentar des Einsenders
Metas "smarte" Brillen sind so oder so eine riesen Schweinerei, Datenkrake und getarntes Spionagetool für jederMann/Frau (das Handy reicht wohl nimmer?).., der öffentliche Raum mittlerweile in Vollüberwachung, der Totalangriff von privaten Bigtechs, und niemand weiß, was mit diesen Bildern passiert...! Kein Wunder, dass sich Viele immer mehr ins Private zurückziehen, wenn man in der Öffentlichkeit nicht permanent ungefragt unter "Dauerüberwachung" stehen möchte...
Endlich einmal ein Digitalverbot, bei dem der Staat ausnahmsweise nicht den Bürger überwachen möchte, sondern verhindern will, dass jeder Bürger zum privaten Überwachungskameramann wird. Fast schon ungewohnt vernünftig. JE
03.09.2026
10:10 | zackzack: OGH bestätigt: Kreditauskunftei CRIF sammelte Millionen Daten illegal
Die Kreditauskunftei CRIF soll jahrelang illegal Daten von Privatpersonen erworben haben. Zu diesem Schluss kam nun der Oberste Gerichtshof. Die Betroffenen könnten Anspruch auf bis zu 500 Euro Schadenersatz haben.
Unzählige Österreicherinnen und Österreicher könnten Anspruch auf Schadenersatz haben. Die Kreditauskunftei CRIF hat jahrelang gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen. Das bestätigt nun der Oberste Gerichtshof. Damit steigen die Erfolgschancen einer erfolgreichen Sammelklage der gemeinnützigen Datenschutzorganisation noyb von Max Schrems gegen CRIF.
Kommentar des Einsenders
Die illegalen Praktiken von CRIF sind seit Jahren bekannt, der OGH bestätigt, und ohne Konsequenzen darf der Laden einfach weitermachen...!? Es ist Schaden entstanden, die DSGVO ausgehebelt, und wer bei denen gelistet ist, hat ohne Rechtsweg keine Chance auf Löschung! Es gehört abgedreht.
Deine Daten werden für Werbung gesammelt und landen später bei einer Kreditauskunftei. Natürlich alles ganz diskret, man wollte halt nur wissen, wem man ein Prospekt schicken kann und wem besser keinen Kredit. JE
02.09.2026
18:50 | dmt-puls: Sind China-Autos „rollende Datenkraken“?
Ein Bus, der sich per Fernzugriff stilllegen lässt. Ein SUV, das angeblich neun von zehn Datenpaketen nach China schickt. Und ein Datenleck, das die Wohnadressen mutmaßlicher Geheimdienstmitarbeiter offenlegte. Die Frage, ob vernetzte Fahrzeuge aus chinesischer Fertigung zu Spionagewerkzeugen werden können, beschäftigt inzwischen nicht nur deutsche Sicherheitsbehörden, sondern auch Regierungen in ganz Europa und den USA.
Im Herbst 2025 machte das norwegische Nahverkehrsunternehmen Ruter eine beunruhigende Entdeckung: Bei getesteten Elektrobussen des chinesischen Herstellers Yutong fand sich ein direkter digitaler Fernzugriff, über den der Hersteller theoretisch auch die Batterie- und Stromsteuerung beeinflussen kann. Nach eigenen Angaben könnte ein Bus auf diesem Weg sogar außer Betrieb gesetzt werden, teilte Ruter mit. Yutong bestritt jeden Einfluss auf sicherheitsrelevante Systeme wie Lenkung oder Bremse, dennoch kündigte der Betreiber Gegenmaßnahmen an. Auch Dänemark und Großbritannien reagierten in der Folge.
Ein modernes Auto weiß:
wo du bist,
wohin du fährst,
mit wem dein Handy verbunden ist
und teilweise, was rundherum passiert.
Das Lenkrad ist fast schon die unwichtigste Funktion. JE
14:13 | UCN: Bezahlen mit dem Gesicht: Australien treibt biometrische Kontrolle voran – Palantir sitzt bereits im Supermarkt
„Kunden registrieren ihre biometrischen Daten einmalig bei Händlern, Anbietern digitaler Geldbörsen, Banken und anderen Unternehmen, wobei die Technologie einen einzigartigen digitalen Token erstellt, der anderswo nicht verwendet werden kann…“ Das Land „Down Under“ ist nach wie vor ein weltweiter Vorreiter im Bereich der Biometrie und bargeldlosen Technologien. Mittlerweile führen immer mehr Geschäfte und Läden neue Formen sogenannter „frictionless“ Zahlungsmethoden ein.
Information Age berichtete darüber, wie eine Reihe von Unternehmen ihre Versprechen brechen, auf Biometrie in ihren Geschäften zu verzichten. Das Technologie-Magazin schrieb:
Verifone, dessen über 300.000 EFTPOS-Terminals [Electronic Funds Transfer at Point of Sale] im täglichen Einsatz sind, stellte seinen australischen Kunden diesen Monat sein Modell „Victa“ vor, das neben den üblichen „Tap-and-Pay“-Funktionen auch biometrische Erkennung bietet.
abc.net.au: Die Lösung für den Supermarkt: Warum Coles den US-Rüstungskonzern Palantir engagiert hat
Was haben die australische Supermarktkette Coles und die CIA gemeinsam? Seit letzter Woche sind beide Kunden von Palantir Technologies , einem US-amerikanischen Technologieunternehmen, das sich darauf konzentriert, „die weltweit beste Benutzererfahrung für die Arbeit mit Daten zu schaffen“. Im Rahmen eines Dreijahresvertrags plant Coles, die Tools von Palantir in mehr als 840 Supermärkten einzusetzen, um Kosten zu senken und „unsere Denkweise über unsere Belegschaft neu zu definieren“.
investors.palantir: Palantir kooperiert mit einem der führenden Einzelhändler Australiens
Palantir Technologies Inc. (NYSE: PLTR) („Palantir“), ein führender Anbieter von KI-Systemen, und Coles Supermarkets Australia Pty Ltd (ASX: COL) („Coles“), eine der führenden australischen Supermarkt-, Einzelhandels- und Dienstleistungsketten, gaben heute eine dreijährige Partnerschaft zur Bereitstellung einer Reihe von Tools für Personalstrategie und -analyse bekannt. Die Plattformen von Palantir ermöglichen einen innovativen Ansatz zur Steigerung der operativen Exzellenz und zur Verbesserung der Art und Weise, wie Coles seine gesamte Personalstrategie und die integrierten Funktionen der Lieferkette gestaltet, umsetzt und kontinuierlich optimiert.
oaic.gov.au: Gesichtserkennungstechnologie: Ein Leitfaden zur Bewertung der Datenschutzrisiken
Diese Leitlinie enthält allgemeine Hinweise für Unternehmen, die den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie (FRT) zur Gesichtsidentifizierung in physischen Geschäfts- oder Einzelhandelsumgebungen erwägen. Sie behandelt nicht alle Datenschutzfragen und -pflichten im Zusammenhang mit der Nutzung von FRT, sondern informiert über wichtige Aspekte, die sich aus den australischen Datenschutzprinzipien (Australian Privacy Principles, APPs) ergeben. Unternehmen sollten diese Leitlinie zusammen mit dem australischen Datenschutzgesetz von 1988 (Privacy Act 1988 – externe Website (Cth)) (das Gesetz) und den Richtlinien zu den australischen Datenschutzprinzipien berücksichtigen .
Der Supermarkt erkennt dein Gesicht... Die Kassa kennt deine Bankkarte... Die Kundenkarte kennt deine Einkäufe.... Und Palantir hilft beim Zusammenführen riesiger Datenmengen.... Aber keine Sorge, das sind selbstverständlich alles völlig getrennte Systeme, bis irgendwann jemand auf „Verknüpfen“
klickt.
Und wenn dann noch jemand fragt, was du eigentlich kaufen wolltest, wäre das fast schon ein altmodischer Kundenservice. JE
18:53 | Die Leseratte zu 14:13 h
Wie kürzlich schon jemand schrieb: Ein Passwort kannst du ändern, dein Gesicht nicht! Angesichs der regelmäßigen Meldungen von Hackerangriffen, abgegriffenen Daten von zigtausenden Menschen UND verschiedenen KI, die sich inzwischen gegenseitig ausspionieren, möchte ich wenigstens meine unveränderlichen biologischen Merkmale nicht in jedem Supermarkt hinterlassen.