21.09.2026

14:59 | modernity: Flock-Kamera-Ping führt zu 13 Tagen Haft für unschuldige Frau

Eine 23-jährige Frau aus Palm Coast, Florida, verbrachte 13 Tage in einer Gefängniszelle im Volusia County und sah sich einer lebenslangen Haftstrafe gegenüber, nachdem Beamte der Florida Highway Patrol einen Treffer durch eine Flock Safety-Kamera wie ein Geständnis behandelt hatten.

Lindsey Brooke Isaacs hatte den Unfall nicht verursacht. Ihr schwarzer Dodge Durango wies keine Kollisionsschäden auf. Ein Anrufer hatte bereits einen weinroten Durango und ein Teilkennzeichen beschrieben, das nicht ihr gehörte. All das hielt die computergestützte Fahndung nicht auf.

KI-gesteuerte Überwachungskameras von Polizei als «persönliche Suchmaschine» missbraucht

Die Zahl staatlicher Überwachungskameras im öffentlichen Raum nimmt ständig zu. KI-basierte Videotechnik soll nach dem Willen von Politikern vieler Länder immer umfassender eingesetzt werden – üblicherweise mit dem Argument der Sicherheit. In Deutschland werden diesbezüglich seit Jahren Polizeigesetze auf Landes- wie auf Bundesebene ständig erweitert und verschärft.

Die automatisiert und anlasslos erfassten Bilder und Daten von Unschuldigen, ja nicht einmal Verdächtigen, landen typischerweise in riesigen Datenbanken. Die Rechtmäßigkeit solcher massenhaften Speicherung und Verarbeitung beschäftigt regelmäßig die Gerichte. Aus der neuen Berliner Videoüberwachung mit Verhaltenserkennung dürfen personenbezogene Daten sogar weitergegeben werden, auch nicht-anonymisiert und an Privatfirmen, wie Netzpolitik.org berichtet.

Willkommen bei der digitalen Unschuldsvermutung: Treffer zuerst, Nachdenken, wenn überhaupt, erst später. JE

 

18.09.2026

16:29 | UCN:  Flock auch bei uns – nur unter anderen Namen: Warum die Überwachungsdebatte aus den USA längst im DACH-Raum geführt werden müsste

In den USA ist um Flock Safety inzwischen eine heftige Debatte entbrannt. Die unscheinbaren Kameras am Straßenrand lesen automatisch Kennzeichen, erfassen Fahrzeuge und machen deren Bewegungen durchsuchbar. Was als Werkzeug gegen Autodiebstahl und Kriminalität verkauft wurde, entwickelte sich zu einem riesigen Überwachungsnetz.

Mehr als 120.000 Flock-Kameras sollen inzwischen in den USA installiert sein. Die Washington Post dokumentierte Fälle, in denen Polizeibeamte Kennzeichensysteme missbrauchten, um ehemalige Partnerinnen oder andere Personen aus privaten Gründen zu verfolgen. Mindestens 69 Polizeibedienstete wurden laut der Zeitung inzwischen des Missbrauchs von Flock oder vergleichbaren Kennzeichensystemen beschuldigt, angeklagt oder überführt.

Am Ende steht die Frage, ob Europa die amerikanischen Fehler wiederholt oder rechtzeitig die Grenzen zieht. JE

 

13:26 | ZH: „Ich mag sie“: Trump äußert sich zu Überwachungskameras für die Herde

Kennst du diese Flock-Überwachungskameras, die jeder hasst? Trump hat sich gerade für sie ausgesprochen. In einem Gespräch mit Reportern am Sonntag an Bord der Air Force One auf dem Weg zur Joint Base Andrews befürwortete Trump das KI-gestützte Massenüberwachungsinstrument. „Apropos [KI], Flock-Kameras. Sie haben bisher nicht viel über diese Flock-Kameras gesprochen. Viele Strafverfolgungsbehörden sagen, sie seien eine große Hilfe. Wären Sie bereit, das zu bestätigen?“, fragte ein Reporter Trump.

„Nein, ich mag sie gerade deswegen, wegen der Strafverfolgung. Aber manche Leute mögen sie nicht. Sie halten es für eine Verletzung der Rechte“, antwortete Trump und fügte hinzu: „ Ich mag sie. “

Trump hatte zuvor im August erklärt, er werde sich bezüglich der Flock-Kameras „in den nächsten paar Wochen“ entscheiden und sagte gegenüber dem DCNF : „Es gibt Vor- und Nachteile, richtig? Das wird gerade geprüft.“

Zig tausende Kameras überall, Nummernschilder, Bewegungsdaten, Zugriff durch tausende Behörden. Aber keine Sorge, es dient halt der Sicherheit. Dieser Satz altert erfahrungsgemäß hervorragend JE

17.09.2026

15:57 | UCN:   Das chinesische Sozialkreditsystem: Made in Wall Street?

 Warum die Spur nicht nur nach Peking führt, sondern auch nach New York, London und Zürich. Am 23. Juni 2026 beginnt in der chinesischen Hafenstadt Dalian erneut das sogenannte «Sommer-Davos» des World Economic Forum. Mehr als 1’700 Wirtschaftsführer, Politiker, Investoren, Wissenschaftler und Technologiekonzerne treffen sich dort, um über die Zukunft der Weltwirtschaft, künstliche Intelligenz, Energieversorgung, globale Lieferketten und neue Wachstumsmodelle zu diskutieren. China ist seit Jahren Gastgeber dieser Veranstaltung.

Das wirkt auf den ersten Blick etwas seltsam. Seit Jahren erklären uns Politiker, Experten und die grossen Medienhäuser, China sei die grösste strategische Herausforderung des Westens. Die Volksrepublik wird als technologischer Rivale, wirtschaftlicher Gegner und zunehmend auch als politische Bedrohung präsentiert. Besonders beliebt ist dabei das Bild des allgegenwärtigen chinesischen Überwachungsstaates, dessen angebliches Sozialkreditsystem längst zu einer modernen Gruselgeschichte geworden ist.

Explosives Leak in den USA zeigt, wie aus Finanzdaten Bürgerprofile entstehen – wie weit ist Europa bereits?

Was bislang nach „Minority Report“ klang, ist in den USA offenbar bereits Teil realer Polizeiarbeit: Eine bislang wenig bekannte Einheit der US-Grenzschutzbehörde analysiert Finanzaktivitäten und andere Daten von Bürgern, um Personen herauszufiltern, die aus Sicht der Behörden eine genauere Kontrolle „wert“ sein könnten – obwohl sie keiner konkreten Straftat verdächtigt werden.

Die Recherche von 404 Media beschreibt sogenannte Predictive Intelligence Targeting Teams (PITT) der US Border Patrol. Diese Einheiten analysieren Finanzdaten und weitere Informationen und geben ihre Erkenntnisse anschließend an lokale Polizeibehörden weiter. Diese können die betreffende Person dann beispielsweise im Straßenverkehr stoppen.

Der entscheidende Punkt ist nicht die einzelne Verkehrskontrolle. Es ist die Umkehrung eines jahrhundertealten Prinzips des Rechtsstaats: Nicht mehr eine konkrete Tat erzeugt den Verdacht – Daten erzeugen den Verdächtigen.

Konsultation zum Entwurf der Leitlinien für die laufende Überwachung einer Geschäftsbeziehung

Die öffentlichen Konsultationen der AMLA stehen allen Interessengruppen offen, die ein Interesse am EU-Rahmenwerk zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) haben. Wir begrüßen insbesondere Beiträge von Finanzinstituten und bestimmten nichtfinanziellen Unternehmen und Berufsständen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Wissenschaft, Branchenverbänden und -organisationen sowie anderen relevanten Akteuren.

Informationsaustausch gemäß Abschnitt 314(b)

Abschnitt 314(b) des USA PATRIOT Act bietet Finanzinstituten und Finanzinstitutsverbänden, die Informationen zum Zweck der Identifizierung und gegebenenfalls Meldung von Aktivitäten austauschen, die möglicherweise terroristische Aktivitäten oder Geldwäsche beinhalten, einen Haftungsschutz. Dies kann auch Informationen über Betrug und andere bestimmte rechtswidrige Aktivitäten umfassen. Finanzinstitute und Finanzinstitutsverbände, die an einer Teilnahme am Programm nach Abschnitt 314(b) interessiert sind, sollten die Registrierungsanweisungen im untenstehenden Informationsblatt zu Abschnitt 314(b) befolgen.

Kein Bürgerprofil. Nur eine sehr ausführliche Sammlung zufällig zusammenpassender Informationen... JE

 

16.09.2026

16:41 | biometricupdate: EU-Verbraucher müssen das Vertrauen in EUDI Wallet erst mit der Zeit gewinnen: IDnow

Die Frist für die EU-Mitgliedstaaten zur Einführung einer digitalen Geldbörse im Rahmen des EU-Programms für digitale Identitäts-Wallets (EUDI Wallet) läuft bald ab. Die Bemühungen, die Einführung bekannt zu machen und die Vorteile der digitalen Identität hervorzuheben, werden fortgesetzt. Laut einer neuen Studie des deutschen Anbieters für Identitätsverifizierung IDnow besteht jedoch bis zum Stichtag am 31. Dezember noch Handlungsbedarf.

Die EUDI Wallet-Verbraucherumfrage des Unternehmens zeigt, dass unter 2.000 befragten Erwachsenen in Frankreich und Deutschland das Vertrauen weiterhin ein zentrales Problem für die breite Akzeptanz von EUDI Wallets darstellt . Zu den kritischen Punkten zählen Bedenken hinsichtlich Betrugs, der Wunsch nach mehr Kontrolle über die Weitergabe der eigenen Daten und die Möglichkeit, die Datennutzung nachzuverfolgen.

Kommentar des Einsenders
Dazu passend: A Secretive DHS ‘Predictive Policing’ Unit is Analyzing Americans’ Financial Habits and Pulling Them Over

"Explosives Leak in den USA zeigt, wie aus Finanzdaten Bürgerprofile entstehen – wie weit ist Europa bereits?
ID-Wallets... - zuerst ist es "freiwillig", dann schnappt die Falle zu! Das Grundvertrauen in jedwede Maßnahmen von EU/EZB u.a. ist mittlerweile derart beschädigt/zerstört, die durchschaubaren Intensionen (meist negative Auswirkungen für die Bürger) der Aktionen der letzten Jahre haben genau zu diesem Zustand geführt (Verbote, Zwangsmaßnahmen, PLandemie-Katastrophe, Lockdowns, Spritzen, die permanente Lügerei über künstlich gesetzte Narrative, die Asylkiste, die Packelei mit WEF, WHO, UN, die Ukro-Kiste, die Nato-Kiste, ständiger Bruch der Gesetze/Vereinbarungen, der Euro-Ramsch, Energiekatastrophe, Angriff auf die Bürgerfreiheiten, Angriff auf die Wirtschaft, das Bargeld, Datenklau aufgrund mangelnder Sicherheit, die Bildung, die Gesundheit, debanking Unliebsamer, usw und so fort... Und da meinst noch eine(r), ID-Wallets und digitaler Euro würden Vertrauen genießen...? Eine Vollkatastrophe jagt die nächste und das Geld der letzte Hebel, die Vollversklavung durchzusetzen...!

Erst brauchst du die Wallet für etwas Praktisches... Dann für was Wichtiges... Und bald merkst du, dass „freiwillig“ nur solange angenehm klingt, bis ohne sie nichts mehr geht. JE

 

09:46 | apollo: Nur unter Aufsicht und mit Perso-Pflicht: EU will Social-Media-Nutzung gesetzlich begrenzen

Am Donnerstag will die EU einen Gesetzentwurf zur Social-Media-Nutzung von Jugendlichen vorlegen. Bis zum Alter von 15 Jahren sollen Jugendliche nur Konten unter Aufsicht der Eltern verwenden können. Das geht aus internen EU-Dokumenten hervor, die Politico vorliegen. Ab 15 Jahren sollen die Jugendlichen dann eigene Konten einrichten können. Am Donnerstag soll der Gesetzentwurf von der EU-Kommission veröffentlicht werden.

Um diese Maßnahmen umsetzen zu können, ist technisch eine verpflichtende Form der Altersverifikation notwendig. Es können verschiedene Methoden angewandt werden. Die EU hat bereits eine App entwickelt, mit der das Alter mittels der „Zero-Knowledge-Proof“-Methode überprüft werden soll: Dazu muss ein Personalausweis oder Reisepass gescannt werden. Die App berechnet dann anhand des Geburtsdatums, wie alt die Person ist und ob eine Altersgrenze eingehalten wird. Persönliche Daten wie das konkrete Geburtsdatum sollen dabei nicht gespeichert werden. Die App ist bereits einsatzbereit und wurde auch in einer von der EU beauftragten Expertenkommission empfohlen (mehr dazu hier).

Kommentar des Einsenders
Macrönchen hat es gefordert und Euschi springt ihm pflichtbewußt bei, obwohl die Sache in FRA bereits vom Tisch war...!? Kommunisten/Sozialisten und ihre Schnapsideen zur totalen Kontrolle - bis in die Kinderzimmer hinein...! Wer die Kinder hat, hat die Zukunft... und die linken Teufel wollen alles vermeiden, damit die Kinder ihre Schitt-Show mitbekommen...! Das Kartenhaus wackelt.

Erst heißt es Kinderschutz, dann braucht plötzlich jeder Erwachsene eine Altersverifikation. Brüssel entdeckt wieder einmal das bewährte Prinzip: Für die Kinder anfangen und dann für alle weitermachen. JE

15.09.2026

17:36 | ZH: Anthropic sperrt israelisches Konto wegen Profiling von Bürgern in sozialen Medien im Zusammenhang mit Iran und den Golfstaaten

Eine Operation, die von oder im Auftrag des israelisch-singapurischen kommerziellen Nachrichtendienstanbieters S2T Unlocking Cyberspace durchgeführt wurde, nutzte Claude-Modelle, um Nutzer sozialer Medien im Iran und in der Region des Persischen Golfs zu erfassen, zu klassifizieren und Profile über sie zu erstellen. Das geht aus einem von Anthropic am 11. September veröffentlichten Threat-Intelligence-Bericht hervor.

Die Plattform erfasste die Standorte der Nutzer, ordnete sie als Unterstützer oder Gegner ihrer jeweiligen Regierungen ein und teilte die Bevölkerung in sechs demografische Kategorien ein: städtische Bevölkerung, Geistliche, Militärangehörige, Jugendliche, Diaspora und ländliche Bevölkerung.

Die KI wusste bald, wer wo wohnt und politisch wie tickt. Fehlt nur noch die Spalte „wann abholen“. JE

12:23 |  tkp: Revolut-Leck zeigt den Preis der permanenten Ausweis-Sammlung

Kein Einbruch in Server, kein geleertes Konto, keine spektakuläre Zero-Day-Lücke. Revolut hat Kundendaten freiwillig herausgegeben, weil eine E-Mail von einer echten Behördendomain kam. Es ist der Preis der Dauererfassung von Ausweisen. TechCrunch hat die Firmenbestätigung, Kundenmails die Liste.

Wieder einmal zeigt sich, wohin die von Regierungen und Aufsichtsbehörden erzwungene Dauerüberwachung führt. Die britische Neobank Revolut hat sensible Kundendaten – darunter Kopien von Reisepässen, Führerscheinen, Verifizierungsselfies, Adressen, Kontodaten und sogar vollständige Transaktionshistorien inklusive Bitcoin – an einen unbefugten Dritten herausgegeben. Der Grund: Eine gefälschte Anfrage, die von einer echten Regierungs-Domain kam und die üblichen Authentifizierungschecks (SPF, DKIM, DMARC) bestand. Details dazu bei Reclaim The Net, TechCrunch und Reuters.

Kommentar des Einsenders
"Kein Einbruch in Server, kein geleertes Konto, keine spektakuläre Zero-Day-Lücke. ..."
Freiwillige Herausgabe...! Der komplette Wahnsinn und absolute Vertrauensverlust in Behörden im Umgang mit persönlichen Daten! Ein Supergau nach dem nächsten und niemand weiß, wo im Netz überall ur-eigenste persönliche Informationen herumschwirren und möglicherweise kriminell missbraucht werden...!? Konsequenzen...?

Digitale Identität: Damit beim Datenleck wenigstens nichts Wichtiges fehlt. JE

10:53 | uncut:  Unternehmen aus der Digital-ID-Branche schlägt jetzt Alarm: Ausgerechnet IDnow äußert Bedenken zur Einführung der EU-Wallet

Die digitale Identität kommt – das Vertrauen fehlt: Ausgerechnet die Branche selbst zeigt, wie skeptisch die Bürger gegenüber der EU-Wallet sind

Die EU treibt ihre digitale Identität mit großen Schritten voran. Doch während die technische und rechtliche Infrastruktur geschaffen wird, scheint ausgerechnet das Wichtigste zu fehlen: das Vertrauen der Menschen.

Eine aktuelle Untersuchung des deutschen Identitätsdienstleisters IDnow, über die Biometric Update berichtet, offenbart eine bemerkenswerte Diskrepanz. 2.000 Erwachsene in Deutschland und Frankreich wurden zur kommenden European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) befragt. Das Ergebnis: Sicherheit, Datenschutz und Kontrolle über die eigenen Daten beschäftigen die Menschen erheblich – und die digitale Wallet ist für viele keineswegs die bevorzugte Lösung.

Leser Kommentar  
Moderne Zeiten, elektronische Scheiße.
Wird langsam Zeit daß die verblödeten Untertanen aufwachen.

 

14.09.2026

12:08 | tkp: Fragen verraten mehr als Antworten

Die inzwischen automatisch verfügte KI=KÜ (künstliche Überwachung) bei Suchmaschinen generiert nur als Nebenprodukt Antworten auf Anfragen. Die Hauptfunktion ist die Entlarvung von Selbstdenkern und Zweiflern. Wer eine Antwort durch Rückfragen in Zweifel zieht, ist als Gefahrenherd identifiziert.

Die KÜ nimmt es bekanntlich mit den Fakten nicht so genau. „Antworten können Fehler enthalten“ lautet die scheinbare Absicherung und Entschuldigung. Dabei handelt es sich nicht um Fehlprogrammierungen oder Unausgegorenheit. Unwahrheiten gehören zum Prinzip der Ausspionierung des Nutzers. Fragen, die eine Person stellt, erlauben es, ein besseres Persönlichkeitsprofil zu erstellen als aus einer Vernehmung. Fragen lügen nicht. Antworten können dagegen gelogen sein. Wer aus Fragen das Denken einer Person enttarnen möchte, braucht keinen Lügendetektor.

Der Nutzer bekommt einen Rat, das System bekommt ein Profil. JE

13.09.2026

18:05 | Heise:  DSGVO vs. Smart Glasses: Warum Ray-Ban-Meta-Träger haftbar gemacht werden können

Der Streit über schlaue Brillen im Alltag geht weiter. Nachdem Verbotsforderungen die Politik beschäftigten und die Bundesnetzagentur mangels Handhabe passte, hat der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs mit einer Untersuchung der Ray-Ban Meta AI Glasses nachgelegt. Die Analyse fällt deutlich aus: Für den Alltagseinsatz der Datenbrille im öffentlichen Raum existiert demnach kaum eine rechtssichere Grundlage, solange Meta nicht an Bauweise und Voreinstellungen nachbessert.

Im Labor zerlegten die Hamburger Datenschützer das Modell Meta Wayfarer der ersten Generation und analysierten den Datenverkehr. Dabei stießen sie rasch an Grenzen: Der 32-Gigabyte-Flashspeicher besaß keine standardisierten Anschlüsse, die Datenübertragung der App blieb verschlüsselt. Im Applikationsspeicher des Smartphones stießen die Prüfer aber auf eine Entdeckung: In der internen SQLite-Datenbank existieren Tabellenstrukturen mit Bezeichnungen wie „face“, „face_group“ oder „face_low_confidence_pair“.

 

10.09.2026

18:04 | transition:  Neue Spionage-Methoden und Sicherheitslücken in Smart-TVs gefunden

Hardware-Experten haben in «intelligenten» Geräten von LG neue Tricks zum Ausforschen und Verwerten der Nutzergewohnheiten entdeckt. Hintergrund sind lukrative Werbeeinnahmen durch automatische Inhaltserkennung (ACR). Smart-TVs tracken die Zuschauer, das ist der «intelligente» Teil des Produkts. Dieser Umstand dürfte den meisten Benutzern prinzipiell bekannt sein. Hardware-Experten haben nun in Geräten von LG neue Methoden entdeckt, mit denen die Betrachter ausspioniert werden, und die sogar gefährlich werden können. Darauf macht das Portal Heise aufmerksam.

Sicherheitslücken bei LG-Fernsehern könnten Angreifern das Abhören ermöglichen, selbst im Standby-Modus.

Smart-TVs sind internetfähige Computer mit Mikrofonen, App-Stores, Werbesystemen und Zugriff auf dieselben Heimnetzwerke, die auch von den Handys, Laptops, Druckern und Smart-Home-Geräten Ihrer Familie genutzt werden. Der führende Smart-TV-Hersteller LG geriet diese Woche nach einer Untersuchung von Gamers Nexus in die Schlagzeilen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Level1Techs und unabhängigen Sicherheitsforschern durchgeführt. Das Team untersuchte mehrere LG-TV-Modelle und entdeckte nach eigenen Angaben umfangreiche Geräte- und Netzwerkerkennungs-, ACR-Tracking- und Sicherheitslücken, die die Folgen eines Angriffs auf ein Fernsehgerät erheblich verschärfen könnten.

Der LG-Fernseher scannt das LAN nach Telefonen und anderen Geräten von Drittanbietern.

LG-Fernseher stehen unter Beobachtung, da ein Video aufgetaucht ist, das scheinbar die Fähigkeit der Geräte zeigt, Nutzer auch dann zu verfolgen, wenn die Fernseher ausgeschaltet sind.

Der YouTube-Kanal Gamers Nexus analysierte in Zusammenarbeit mit Level1Techs, einem auf Technologie spezialisierten YouTube-Kanal, und Sicherheitsforschern die Tracking-Funktionen von LG-Fernsehern. Sie veröffentlichten mitgeschnittene Datenpakete, die darauf hindeuteten, dass die Fernseher, darunter auch der teure LG G5 OLED-Fernseher, das lokale Netzwerk nach anderen Geräten absuchten.

Früher stand der Fernseher im Wohnzimmer und zeigte Programme. Heute scannt er das Heimnetz, erkennt Inhalte, sammelt Nutzungsdaten und hat ein Mikrofon eingebaut. Fortschritt ist offenbar, wenn das Gerät mehr über den Haushalt weiß als der Haushalt über das Gerät. JE

 

12:33 | UCN: Altersüberprüfung oder kein Zugang: Microsoft bereitet die nächste Stufe der digitalen Kontrolle vor

Unter dem Versprechen des Kinderschutzes entsteht eine Infrastruktur, die künftig darüber entscheiden könnte, welche digitalen Angebote ein Mensch nutzen darf. Microsoft macht mit Windows 11 den Anfang – und die entscheidende Frage lautet: Wird die Altersprüfung zur Voraussetzung für den Zugang?

Microsoft, das von Bill Gates mitgegründete Unternehmen, hat eine neue Schnittstelle für Windows 11 vorgestellt, über die Anwendungen künftig die Altersgruppe eines Nutzers und den Status seiner Altersverifizierung abfragen können. Die technische Dokumentation ist bereits veröffentlicht, die eigentliche Funktion soll später im Jahr aktiviert werden.

Einmal Selfie oder Ausweis zeigen, danach weiß das Ökosystem Bescheid. Sehr praktisch. Besonders für das Ökosystem. JE

04.09.2026

07:40 | euractiv:  Hamburg will Smartglasses im öffentlichen Nahverkehr verbieten

Das Hamburger Parlament hat am Mittwoch einen Antrag zur Abschaffung von Smartglasses im öffentlichen Nahverkehr, in Schwimmbädern und Saunen angenommen. Hintergrund sind wachsende Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der tragbaren Geräte auf die Privatsphäre.

Der Antrag, der von der sozialistischen SPD-Fraktion und den Grünen ausging, betonte, dass diese öffentlichen Räume besonderen Schutz verdienten, da die Menschen oft keine andere Wahl hätten, als täglich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, und auch in Schwimmbädern und Saunen Privatsphäre erwarten könnten.

Der Social-Media-Riese Meta, Marktführer für smarte Brillen, sah sich in den letzten Monaten mit einer Reihe negativer Schlagzeilen über den Missbrauch seiner Geräte konfrontiert. Die Brille verfügt über eine in den Rahmen integrierte Kamera, die es Nutzern ermöglicht, alles vor ihnen aufzuzeichnen, ohne eine herkömmliche Kamera oder ein Mobiltelefon herausholen zu müssen.

Kommentar des Einsenders
Metas "smarte" Brillen sind so oder so eine riesen Schweinerei, Datenkrake und getarntes Spionagetool für jederMann/Frau (das Handy reicht wohl nimmer?).., der öffentliche Raum mittlerweile in Vollüberwachung, der Totalangriff von privaten Bigtechs, und niemand weiß, was mit diesen Bildern passiert...! Kein Wunder, dass sich Viele immer mehr ins Private zurückziehen, wenn man in der Öffentlichkeit nicht permanent ungefragt unter "Dauerüberwachung" stehen möchte...

Endlich einmal ein Digitalverbot, bei dem der Staat ausnahmsweise nicht den Bürger überwachen möchte, sondern verhindern will, dass jeder Bürger zum privaten Überwachungskameramann wird. Fast schon ungewohnt vernünftig. JE

03.09.2026

10:10 | zackzack: OGH bestätigt: Kreditauskunftei CRIF sammelte Millionen Daten illegal

Die Kreditauskunftei CRIF soll jahrelang illegal Daten von Privatpersonen erworben haben. Zu diesem Schluss kam nun der Oberste Gerichtshof. Die Betroffenen könnten Anspruch auf bis zu 500 Euro Schadenersatz haben.

Unzählige Österreicherinnen und Österreicher könnten Anspruch auf Schadenersatz haben. Die Kreditauskunftei CRIF hat jahrelang gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen. Das bestätigt nun der Oberste Gerichtshof. Damit steigen die Erfolgschancen einer erfolgreichen Sammelklage der gemeinnützigen Datenschutzorganisation noyb von Max Schrems gegen CRIF.

Kommentar des Einsenders
Die illegalen Praktiken von CRIF sind seit Jahren bekannt, der OGH bestätigt, und ohne Konsequenzen darf der Laden einfach weitermachen...!? Es ist Schaden entstanden, die DSGVO ausgehebelt, und wer bei denen gelistet ist, hat ohne Rechtsweg keine Chance auf Löschung! Es gehört abgedreht.

Deine Daten werden für Werbung gesammelt und landen später bei einer Kreditauskunftei. Natürlich alles ganz diskret, man wollte halt nur wissen, wem man ein Prospekt schicken kann und wem besser keinen Kredit. JE

02.09.2026

18:50 | dmt-puls:  Sind China-Autos „rollende Datenkraken“?

Ein Bus, der sich per Fernzugriff stilllegen lässt. Ein SUV, das angeblich neun von zehn Datenpaketen nach China schickt. Und ein Datenleck, das die Wohnadressen mutmaßlicher Geheimdienstmitarbeiter offenlegte. Die Frage, ob vernetzte Fahrzeuge aus chinesischer Fertigung zu Spionagewerkzeugen werden können, beschäftigt inzwischen nicht nur deutsche Sicherheitsbehörden, sondern auch Regierungen in ganz Europa und den USA.

Im Herbst 2025 machte das norwegische Nahverkehrsunternehmen Ruter eine beunruhigende Entdeckung: Bei getesteten Elektrobussen des chinesischen Herstellers Yutong fand sich ein direkter digitaler Fernzugriff, über den der Hersteller theoretisch auch die Batterie- und Stromsteuerung beeinflussen kann. Nach eigenen Angaben könnte ein Bus auf diesem Weg sogar außer Betrieb gesetzt werden, teilte Ruter mit. Yutong bestritt jeden Einfluss auf sicherheitsrelevante Systeme wie Lenkung oder Bremse, dennoch kündigte der Betreiber Gegenmaßnahmen an. Auch Dänemark und Großbritannien reagierten in der Folge.

Ein modernes Auto weiß:
wo du bist,
wohin du fährst,
mit wem dein Handy verbunden ist
und teilweise, was rundherum passiert.
Das Lenkrad ist fast schon die unwichtigste Funktion. JE

 

14:13 | UCN: Bezahlen mit dem Gesicht: Australien treibt biometrische Kontrolle voran – Palantir sitzt bereits im Supermarkt

„Kunden registrieren ihre biometrischen Daten einmalig bei Händlern, Anbietern digitaler Geldbörsen, Banken und anderen Unternehmen, wobei die Technologie einen einzigartigen digitalen Token erstellt, der anderswo nicht verwendet werden kann…“ Das Land „Down Under“ ist nach wie vor ein weltweiter Vorreiter im Bereich der Biometrie und bargeldlosen Technologien. Mittlerweile führen immer mehr Geschäfte und Läden neue Formen sogenannter „frictionless“ Zahlungsmethoden ein.

Information Age berichtete darüber, wie eine Reihe von Unternehmen ihre Versprechen brechen, auf Biometrie in ihren Geschäften zu verzichten. Das Technologie-Magazin schrieb:

Verifone, dessen über 300.000 EFTPOS-Terminals [Electronic Funds Transfer at Point of Sale] im täglichen Einsatz sind, stellte seinen australischen Kunden diesen Monat sein Modell „Victa“ vor, das neben den üblichen „Tap-and-Pay“-Funktionen auch biometrische Erkennung bietet.

abc.net.au:  Die Lösung für den Supermarkt: Warum Coles den US-Rüstungskonzern Palantir engagiert hat

Was haben die australische Supermarktkette Coles und die CIA gemeinsam? Seit letzter Woche sind beide Kunden von Palantir Technologies , einem US-amerikanischen Technologieunternehmen, das sich darauf konzentriert, „die weltweit beste Benutzererfahrung für die Arbeit mit Daten zu schaffen“. Im Rahmen eines Dreijahresvertrags plant Coles, die Tools von Palantir in mehr als 840 Supermärkten einzusetzen, um Kosten zu senken und „unsere Denkweise über unsere Belegschaft neu zu definieren“.

investors.palantir: Palantir kooperiert mit einem der führenden Einzelhändler Australiens

Palantir Technologies Inc. (NYSE: PLTR) („Palantir“), ein führender Anbieter von KI-Systemen, und Coles Supermarkets Australia Pty Ltd (ASX: COL) („Coles“), eine der führenden australischen Supermarkt-, Einzelhandels- und Dienstleistungsketten, gaben heute eine dreijährige Partnerschaft zur Bereitstellung einer Reihe von Tools für Personalstrategie und -analyse bekannt. Die Plattformen von Palantir ermöglichen einen innovativen Ansatz zur Steigerung der operativen Exzellenz und zur Verbesserung der Art und Weise, wie Coles seine gesamte Personalstrategie und die integrierten Funktionen der Lieferkette gestaltet, umsetzt und kontinuierlich optimiert.

 oaic.gov.au: Gesichtserkennungstechnologie: Ein Leitfaden zur Bewertung der Datenschutzrisiken

Diese Leitlinie enthält allgemeine Hinweise für Unternehmen, die den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie (FRT) zur Gesichtsidentifizierung in physischen Geschäfts- oder Einzelhandelsumgebungen erwägen. Sie behandelt nicht alle Datenschutzfragen und -pflichten im Zusammenhang mit der Nutzung von FRT, sondern informiert über wichtige Aspekte, die sich aus den australischen Datenschutzprinzipien (Australian Privacy Principles, APPs) ergeben. Unternehmen sollten diese Leitlinie zusammen mit dem australischen Datenschutzgesetz von 1988 (Privacy Act 1988 – externe Website (Cth)) (das Gesetz) und den Richtlinien zu den australischen Datenschutzprinzipien berücksichtigen .

Der Supermarkt erkennt dein Gesicht... Die Kassa kennt deine Bankkarte... Die Kundenkarte kennt deine Einkäufe.... Und Palantir hilft beim Zusammenführen riesiger Datenmengen....  Aber keine Sorge, das sind selbstverständlich alles völlig getrennte Systeme, bis irgendwann jemand auf „Verknüpfen“
klickt.

Und wenn dann noch jemand fragt, was du eigentlich kaufen wolltest, wäre das fast schon ein altmodischer Kundenservice. JE

18:53 | Die Leseratte zu 14:13 h
Wie kürzlich schon jemand schrieb: Ein Passwort kannst du ändern, dein Gesicht nicht! Angesichs der regelmäßigen Meldungen von Hackerangriffen, abgegriffenen Daten von zigtausenden Menschen UND verschiedenen KI, die sich inzwischen gegenseitig ausspionieren, möchte ich wenigstens meine unveränderlichen biologischen Merkmale nicht in jedem Supermarkt hinterlassen.