11.09.2026

14:44 | politico: Europa braucht Mais. Die Ukraine hat ihn. Aber US-amerikanische Landwirte stehen kurz davor, den Zuschlag zu bekommen.

Europa leidet unter Maismangel – und die Ukraine braucht dringend Wege, ihr Getreide auf den Markt zu bringen. Doch einige der Landwirte, die am ehesten davon profitieren könnten, befinden sich Tausende von Kilometern entfernt in den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hat den Absatz amerikanischer Agrarprodukte im Ausland zu einem zentralen Bestandteil seiner Handelsoffensive gemacht. Nun könnte Europa, aus Gründen, die wenig mit Zöllen oder Handelsabkommen zu tun haben, diesem Wunsch bald nachkommen.

Hitze und ausbleibender Regen haben die Maisernte in Teilen West- und Mitteleuropas stark beeinträchtigt, sodass die EU Millionen Tonnen mehr Futter für ihre Schweine, Hühner und Rinder importieren muss. Die Ukraine, traditionell einer der größten Lieferanten der EU, wäre normalerweise einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die Käufer.

Der Bauer kann den besten Preis haben. Wenn der Hafen dicht ist, verdient Ende der Konkurrent. JE

09.09.2026

16:22 | ZH: Frankreichs Champagnerproduktion dürfte um 48 % einbrechen, da Erntekrise und sinkende chinesische Nachfrage die Weinberge belasten.

Eine perfekte Kombination aus sinkender Nachfrage, schrumpfender Rebfläche und wetterbedingten Ertragseinbußen hat die Produktionsprognose für die französische Champagne in diesem Jahr drastisch sinken lassen. Bloomberg beruft sich auf neue Daten des Landwirtschaftsministeriums, wonach die Champagnerproduktion von 2025 bis 2025 voraussichtlich um 48 % auf 1,34 Millionen Hektoliter einbrechen wird . Die Schätzung basiert auf den aktuellsten Zahlen bis zum 1. September.

Das Ministerium teilte außerdem mit, dass die landesweite Weinproduktion voraussichtlich um 6 % auf 34 Millionen Hektoliter sinken werde , womit die Ernte 17 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt liege und zu den geringsten der letzten drei Jahrzehnte gehöre .

Kommentar des Einsenders
Brutaler Mengeneinbruch beim Französischen Wein, der Champagner-Produktion, anstehender Preisverfall am Asien-Markt. Für die Bauern gab es 1Mrd. staatl Hilfen, die Mengen fehlen...

Halbe Ernte weg, die Nachfrage schwächelt und China sauft halt auch nicht mehr wie früher. Beim Champagner platzen 2026 ausnahmsweise nicht nur die Korken. JE

08.09.2026

18:11 | agrarheute:  Agrarökonom warnt: AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt bedroht die Landwirtschaft

Gravierende negative Folgen für die Landwirtschaft erwartet der Direktor des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle, Prof. Alfons Balmann, vom Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Der Agrarökonom verwies am Montag (7.9.) gegenüber Agra Europe auf die Skepsis der AfD gegenüber erneuerbaren Energien, von denen die landwirtschaftlichen Unternehmen erheblich profitierten, sowie die kritische Haltung der Partei gegenüber ausländischen Arbeitskräften. Deren Verfügbarkeit sei für die Betriebe in Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung. Zugleich müsse man bedenken, dass über 80 % der Arbeitsleistung von Lohnarbeitskräften komme.

Was für ein Theater. Kaum legt die AfD zu, wird schon wieder der Untergang ganzer Branchen herbeigewinselt. Hoffentlich wird die Enttäuschung dann nicht allzu groß, wenn am Ende genau nix, also nicht mal die angekündigte Agrar-Apokalypse passiert. JE

07.09.2026

18:46 | transition:  «Zaubersamen»: Bill Gates gescheiterter Plan zur Bekämpfung des Hungers in Afrika

Vor zwanzig Jahren gründeten die Gates- und Rockefeller-Stiftungen die «Allianz für eine grüne Revolution in Afrika» (AGRA). Sie versprachen Afrika eine Transformation der Landwirtschaft durch verbessertes Saatgut, Kunstdünger, Mechanisierung und kommerzielle Märkte. Diese Maßnahmen, so hieß es, würden die Ernteerträge und das Einkommen der Bauern verdoppeln und die Ernährungsunsicherheit in einer der hungerstärksten Regionen der Welt halbieren.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden die afrikanischen Regierungen aufgefordert, Betriebsmittel zu subventionieren, politische Reformen durchzuführen und private Investitionen zu gewinnen. Nun liegen die Daten zur Entwicklung des Projekts vor – und sie zeigen ein schleppendes Ertragswachstum und zunehmenden Hunger.

Versprechen 2006: „Wir verdoppeln Erträge und Einkommen.“
Bilanz 2026: „Wir haben viel gelernt.“ JE

15:27 | FoB:  Brüssel prüft zwei Anträge für Laborfleisch

Auf einen Blick: Die EU-Kommission hat derzeit zwei konkrete Zulassungsverfahren für Fleisch aus der Petrischale am Laufen. Während Italien die Produktion zum Schutz der Konsumenten bereits verboten hat, hält Brüssel am „Novel Food“-Prozess fest. Die Antwort auf die kritische Anfrage aus dem Parlament kam zudem erst mit deutlicher Verspätung nach der vorgeschriebenen Frist.

Warum das wichtig ist: Was am Ende in den Regalen landet, hängt in der EU nicht von Langzeitstudien unabhängiger Behörden ab, sondern primär von den Dossiers der Hersteller.

Wenn die Industrie ihre eigenen Sicherheitsnachweise für Retortenfleisch liefert, bleibt das Vorsorgeprinzip auf der Strecke. Für die Bürger bedeutet das: Experimente auf dem Teller, deren Folgen erst in Jahrzehnten feststehen könnten. In der Antwort der Kommission wird das Ausmaß der laufenden Verfahren deutlich. Ein Antrag für zellbasiertes Fleisch wird bereits von der Lebensmittelbehörde EFSA unter die Lupe genommen, bei einem zweiten wartet man in Brüssel noch auf zusätzliche Unterlagen des Antragstellers.

Kommentar des Einsenders
Die kruden Phantastereien von Gates&Co, der Höhepunkt materialistischer Perversionen für die Ernährung... Während heimische Bauern ihr wertvolles Fleisch "verschleudern" müssen und der Handel dem Konsument gegenüber mit Höchstpreisen aufwartet, trotz Überschuss...!? Irgend etwas stimmt in dieser Gesamtrechnung überhaupt nicht mehr zusammen...! "FU** EU".

Erst die Landwirtschaft kaputtregulieren, dann das Fleisch im Tank züchten... EU-Landwirtschaftspolitik: vom Stall direkt ins Labor. JE

14:06 | reuters: Das US-Landwirtschaftsministerium will Satelliten und KI testen, um inmitten der Kritik von Landwirten die Ernteprognosen zu verbessern.

BOONE, Iowa, 1. September (Reuters) – Das US-Landwirtschaftsministerium startet ein Pilotprojekt, das sich stärker auf Technologie stützt, um die genau beobachteten Schätzungen der Anbauflächen und Erträge in den USA zu verbessern, sagte Ministerin Brooke Rollins am Dienstag angesichts zunehmender Kritik an der Zuverlässigkeit der Regierungsdaten. Rollins sprach auf der Farm Progress Show in Boone, Iowa, über den Datenmodernisierungsplan des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), im Anschluss an eine einmonatige Reihe von Anhörungen mit Landwirten und Agrargruppen, die ihre Frustration über die Trump-Regierung angesichts der Schwierigkeiten der Agrarwirtschaft zum Ausdruck brachten.

Die Datenkrake trägt jetzt auch Gummistiefel. JE

04.09.2026

08:45 | jw: 10 Reasons America’s Food Supply Is Disappearing—and May Never Return!

Ein Viehzüchter aus Nebraska erzählte mir letzten Monat, dass er seine letzten Zuchttiere verkauft habe. Nicht, weil er es wollte. Sondern weil der Brunnen bei 180 Fuß versiegte und die Kosten für eine Bohrung bis auf 400 Fuß höher waren als der Wert seines Grundstücks. Seit 1987 hatte er auf diesem Grundstück Viehzucht betrieben. „Es hat sich einfach nicht mehr gerechnet“, sagte er und zuckte mit den Schultern, als hätte er einen Schlüsselbund verlegt und nicht den Lebensunterhalt mehrerer Generationen aufgegeben. Das ist der Ton der Gegenwart – stille Erschöpfung, keine dramatische Katastrophe. Die Menschen geben auf. Die Systeme bremsen ab. Die Nahrungsmittelversorgung, von der wir annahmen, sie sei dauerhaft, erweist sich als an Bedingungen geknüpft, und diese Bedingungen haben sich geändert.

Irgendwie beschleicht mich die Idee, hier einen leichten Klima-Propbaganda-Hintergrund zu verorten. TB


08:02
 | agrarheute:  Getreidepreise fallen heftig um 12 Euro – Getreideabkommen mit Russland möglich

Der Weizenpreis fällt heute um 12 Euro je Tonne auf 245 Euro je Tonne. Grund ist die Erwartung eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine. Präsident Putin äußerte sich offenbar dahingehend, dass eine Chance zur Beendigung des Krieges mit der Ukraine bestehe.

Der Weizenpreis fällt heute für den meistgehandelte Dezemberkontrakt um 12 Euro je Tonne auf 245 Euro je Tonne. Die Maispreise geben um 6,50 Euro auf 270,50 Euro nach und auch die Rapspreise fallen um 9 Euro auf 543,75 Euro je Tonne. Damit rutscht der Weizen von seinem mehr als zweijährigen Höchststand ab, da die Erwartung eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine aufkam.

Zwölf Euro weniger je Tonne, Geopolitik direkt aufs Bauernkonto. JE

02.09.2026

14:33 |  tkp: Stimmt es, dass EU Dünger aus Russland verbietet, den die USA jetzt günstig kauft?

Kurz zusammengefasst: Beides stimmt – aber mit wichtigen Nuancen. Es handelt sich nicht um ein klassisches „Verbot„, sondern um gestaffelte Strafzölle. Und die USA sind tatsächlich zu einem der großen Nutznießer der verdrängten russischen Ware geworden.

Am 22. Mai 2025 billigte das Europäische Parlament (411 zu 100 Stimmen) eine Verordnung, die Zölle auf russische und belarussische Düngemittel schrittweise auf ein prohibitives Niveau anhebt. Zusätzlich zum bestehenden Wertzoll von 6,5 Prozent gilt seit 1. Juli 2025 eine Abgabe von 40 bis 45 Euro pro Tonne, die bis 2028 auf 430 Euro pro Tonne steigen soll. Die EU-Kommission selbst räumt ein, dass das Ziel die faktische Marktverdrängung ist: Ein internes Erläuterungsdokument spricht davon, die Zölle sollten hoch genug sein, um die Einfuhr dieser Güter zu stoppen. Begründet wird das damit, dass Einnahmen aus dem Verkauf russischer und belarussischer Düngemittel direkt den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren.

pravda: Unerwartete Handelsdynamik: USA werden zum drittgrößten Abnehmer russischer Düngemittel

Laut Veronika Nikishina, Leiterin des Russischen Exportzentrums (REC), stiegen die russischen Düngemittelexporte in die Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr 2026 um fast 25 Prozent und rückten damit auf den dritten Platz als Zielmarkt für die Lieferungen des Landes vor.

Europa verteuert russischen Dünger, damit Russland weniger daran verdient.  Die USA kaufen gleichzeitig mehr davon.  Geopolitische Arbeitsteilung nennt man das dann: Europa übernimmt die Sanktionen, Amerika den Einkauf. JE

11:23 | apollo: Lebensmittel zu billig? Diese CDU-Ministerin sollte sich schämen!

Christina Schneider ist für die Christdemokraten Landwirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz. Dort setzt sie sich vor allem für regional produzierte Lebensmittel ein, die natürlich einen gewissen Preis haben. Dass diese in ihrer Wahrnehmung von zu wenigen Menschen gekauft werden, grämt die Politikerin. Die günstigeren Alternativen seien zu billig und das „leider schon seit Jahren“, behauptet Schneider.

Ihre abenteuerliche These: „Wenn Lebensmittel zu günstig sind, dann geht diese Wertschätzung auch verloren“. Deutsche Lebensmittel seien im Vergleich zu einigen Nachbarländern wie Frankreich einfach zu günstig. Es sind Sätze, denen so mancher vielleicht auf den den ersten Blick zustimmen würde. Wer stellt sich schon gerne gegen regional produzierte Produkte? Wer gibt gerne zu, dass er beim Einkauf vor allem auf den Preis schaut?

Die Lebensmittel sind seit 2020 rund um 37 Prozent teurer.  Die CDU-Ministerin findets immer noch zu günstig.  Mehr Realitätsferne passt kaum in einen Einkaufswagen. JE

14:39 | Die Kleine Rebellin zu 11:23
Bio können sich halt nur wenig Menschen leisten. Viele suchen zusätzlich nach Sonderangeboten.

Das versteht eine Frau mit einem Politikergehalt nicht. Wie wäre es, den Bürgern aufs Maul und Einkommen schauen und dann Ratschläge geben.

01.09.2026

09:43 | tkp: Wie man eine Ernährungskrise herbeiführt

Das Vereinigte Königreich hat Landwirte dafür bezahlt, die Produktion einzustellen – und gibt nun dem Wetter die Schuld an einer Versorgungskrise. In UK läuft eine mediale Kampagne, die eigenen Vorräte aufzustocken, Konserven zu horten und für eine „Lebensmittelknappheit“ vorzusorgen. Schuld sei das Klima oder Putin. Der echte Hintergrund dürfte aber ein ganz anderer sein.

Weniger Höfe, mehr Auflagen, höhere Kosten. Und plötzlich fehlen Lebensmittel. Mysteriös. JE