13.02.2026

15:24 |  Rüdiger Rauls: Venezuela: Außer Spesen nichts gewesen.

Um Venezuela ist es ruhig geworden. Bedeutet das, dass dort nun alles zum Besten für Trump steht und er das Land unter Kontrolle hat? Wie sieht es aus um seine Ankündigungen, er werde Venezuela und den USA Wohlstand bringen? Hat sich das Venezuela-Abenteuer ausgezahlt?

Publikumsberuhigung
Aus Venezuela ist bisher wenig Erfolgreiches für die US-Regierung zu vermelden. Zwar finden Verhandlungen statt, und Vereinbarungen über Ölverkäufe wurden getroffen. Im Moment ist darüber hinaus wenig zu erkennen, was Trumps vorlaute Ankündigungen bewahrheitet, Venezuela von Washington aus selbst zu regieren. Im Gegenteil reagierte die amtierende Präsidentin Delcy Rodriguez auf die Einmischungsversuche aus Washington mit der Aufforderung, sich aus den inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes herauszuhalten: „Es reicht mit den Befehlen aus Washington an Politiker in Venezuela“ (1).

Das wiederum rief wenig später US-Außenminister Marco Rubio auf den Plan, der damit drohte, „Gewalt einzusetzen, um maximale Zusammenarbeit sicherzustellen, wenn andere Methoden scheitern" (2). Seitdem aber hat man von Angriffen vonseiten der US-Regierung nichts mehr gehört. Denn so leicht, wie sich es die MAGA-Theoretiker eingeredet hatten, scheint es nun doch nicht zu sein, von Washington aus einfach mal ein fremdes Land regieren zu können. Inzwischen sieht man sich wohl der bitteren Wahrheit gegenüber, dass man vorerst „keine Alternative zur Zusammenarbeit mit dem bestehenden Machtapparat habe.“ (3).

Vielleicht wollte Trump der Öffentlichkeit mal wieder einen Erfolg seiner Politik präsentieren, als er sich Mitte Januar noch „zufrieden mit der aktuellen Führung Venezuelas gezeigt“ (4) hatte. Aber was bleibt ihm auch anderes übrig, als Schönfärberei zu betreiben und der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen? Man kann zwar von Washington aus Anweisungen erteilen, aber ob diese so umgesetzt werden wie gewünscht, kann schlecht überprüft, geschweige denn durchgesetzt werden, ohne mit Machtmitteln vor Ort zu sein. Da aber die USA in Venezuela selbst nicht über eine starke Machtposition verfügen, könnten das eigentlich nur amerikanische Bodentruppen gewährleisten.

Maria Machado jedenfalls, die von den westlichen Meinungsmachern als die überragende Siegerin der vergangenen Präsidentschaftswahlen herumgereicht worden war, gilt bei den amerikanischen Geheimdiensten „derzeit als nicht regierungsfähig“(5). Ihr fehlen die Verbindungen zum Militär und zum Ölsektor. Jedenfalls scheint man sich in Washington darüber im Klaren zu sein, dass man auf die Kooperation vonseiten der venezolanischen Regierung angewiesen ist, will man nicht gezwungen sein, weitere militärische Schritte gegen Caracas zu unternehmen.

Diese aber dürften in den USA angesichts der ohnehin schon aufgeheizten Stimmung nur zu weiteren Protesten und Schwierigkeiten führen. Vermutlich versucht man deshalb, weitere Konflikte mit der Regierung Rodriguez zu vermeiden, wenn man sich auch in der Öffentlichkeit weiterhin kämpferisch gibt. Bei einer Senatsanhörung am 28. Januar musste Außenminister Rubio zugeben: „Wir sind nicht in der Lage, militärische Maßnahmen in Venezuela zu ergreifen.“ (6) Das sind jedenfalls andere Töne als die vollmundigen Drohungen gegenüber der venezolanischen Präsidentin. Da will man wohl in der amerikanischen Öffentlichkeit die Illusion von Stärke aufrecht erhalten.

Vorteil Venezuela
Aber auch wirtschaftlich droht das Venezuela-Abenteuer nicht zu jenem Erfolg zu werden, den Trump mit prahlerischen Worten in Aussicht gestellt hatte. Das gilt zumindest für die USA. Erinnert sei dabei an die Worte von US-Energieminister Chris Wright, „die Vereinigten Staaten würden nicht nur in Venezuela gelagertes Öl vermarkten, sondern auch den Verkauf der Ölproduktion des Landes auf unbestimmte Zeit kontrollieren.“(7) Auch Trump hatte öffentlich in diese Kerbe gehauen, als er davon phantasierte, dass dank der Vermarktung des Öls durch die USA goldene Zeiten für beide Länder, die USA und Venezuela, anbrechen werden.(8)

Doch bisher hat das Venezuela-Abenteuer dem amerikanischen Steuerzahler nur Kosten verursacht. Abgesehen von den Opfern des amerikanischen Angriffs, drängt sich von außen fast der Eindruck auf, dass Venezuela zumindest wirtschaftlich mehr Vorteile aus der neuen Lage ziehen kann als Nachteile und vielleicht sogar auch mehr als die USA selbst: „Nachdem US-Präsident Donald Trump ... einen Wiederaufbauplan im Umfang von 100 Milliarden Dollar vorgeschlagen hat“ (9), hatte das venezolanische Parlament einer Öffnung des Ölsektors zugestimmt.
Diese stellt nicht nur eine Steigerung der Öl- und Gasproduktion sondern auch der Investitionen in Aussicht, was von interessierten Investoren als gute Grundlage für positive Entscheidungen angesehen wird. Das kommt den Interessen Venezuelas entgegen. Denn von venezolanischer Seite bestand nie ein Interesse daran, Ausbau und Förderung der Erdöl-Produktion zu behindern. Es war weitgehend die Folge der amerikanischen und westlichen Sanktionen, die Caracas daran gehindert hatten, die notwendigen Investitionen vornehmen zu können. Finanzmittel waren blockiert und der Verkauf von Ersatzteilen an die venezolanische Ölindustrie durch Sanktionen beeinträchtigt.

Aber nicht nur dass die USA nun Sanktionen aufheben, sie schützen darüber hinaus sogar die Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Aus rechtlichen Gründen werden die Verkäufe über ein Konto in Qatar abgewickelt, „um den Zugriff amerikanischer Gläubiger zu verhindern und rechtliche Risiken zu umgehen.“(10). Dabei hatte Trump doch vor nicht allzu langer Zeit noch vollmundig Entschädigungen für all jene angekündigt, die unter Chavez und Maduro enteignet worden waren. Nun entzieht die amerikanische Regierung selbst diese Einnahmen der eigenen Gerichtsbarkeit durch die Abwicklung über Qatar. Wunschträume und Realität passen nicht immer zusammen.

All das geschieht vermutlich nicht aus Liebe zur Regierung in Caracas. Es kann nur vermutet werden, dass man entweder mit der venezolanischen Regierung nicht so umspringen kann, wie man sich in den USA ausgemalt und verkündet hatte. Eine andere Erklärung ist, dass bei einer Beschlagnahmung der Einnahmen aus dem Ölgeschäft durch Gläubiger die Kosten des Venezuela-Abenteuers die amerikanische Staatskasse noch mehr belasten könnten als ohnehin schon. Wenn deren Forderungen bedient würden, würde der amerikanische Steuerzahler weitgehend leer ausgehen. Das Venezuela-Abenteuer wäre dann nur zum Vorteil der Gläubiger veranstaltet worden.

Nachteil USA
Bisher konnte aber aus dem Venezuela-Einsatz nicht der lauthals in Aussicht gestellte Gewinn für die USA gezogen werden. Jedenfalls wurde bis heute nur eine einzige Transaktion bekannt gegeben im Umfang von 500 Millionen Dollar. Dabei handelte es sich um Öl, das aufgrund von Sanktionen durch die USA blockiert oder kontrolliert wurde. Dazu gehörten auch die etwa 30 bis 50 Millionen Barrel auf den von den USA festgesetzten Tankern. Es scheint also außer jenem, das ohnehin schon unter amerikanischer Verfügungsgewalt stand, noch kein neu gefördertes Öl an die USA überstellt und von diesen verkauft worden zu sein. Dabei hatte doch der US-Energieminister die Kontrolle auch über die Förderung in Venezuela übernehmen wollen.

Dass Minister Wright bisher keine Erhöhung der Förderung hatte durchsetzen können, klingt nicht nach jener Erfolgsgeschichte, die Trump nach seinem Überfall auf Venezuela den Amerikanern und Venezolanern aufgetischt hatte. Auch die Ergebnisse dieser Verkäufe selbst entsprechen nicht seinen vollmundigen Erklärungen. Bisher wurden aus diesem einzigen Verkauf 500 Millionen Dollar erlöst. Von denen waren Ende Januar 300 Millionen an ein Konto in Qatar überwiesen worden. Dieser Betrag wurde venezolanischen Banken zur Verfügung gestellt, „um ihnen den Verkauf von Dollar an venezolanische Unternehmen zu ermöglichen, die Devisen zur Bezahlung von Materialien benötigen.“(11)

Angesichts der Milliarden für den Militäreinsatz ist bisher also wenig von den großen Ankündigungen Trumps für den amerikanischen Steuerzahler herausgekommen. Der Verkauf des venezolanischen Öls durch Washington scheint bisher für Caracas von Vorteil sein, weshalb es auch bereitwillig auf diesem Gebiet mit den USA zusammen zu arbeiten scheint. Nach Rodriguez’ Worten sollen die USA „mit der Freigabe eingefrorener venezolanischer Vermögenswerte begonnen.“(12) haben. Auch von der Aufhebung weiterer Sanktionen ist die Rede, was für beide Seiten von Vorteil wäre. Venezuela bekommt sein eingefrorenes Vermögen teilweise wieder frei. Das Geld soll in medizinische Ausrüstung investiert werden, „die wir in den USA und anderen Ländern erwerben"(13 ).

Dass das Geld auf diesem Wege in die amerikanische Wirtschaft fließt und nicht weiter unter den Sanktionen brach liegt, ist auch für die USA von Vorteil. Das ist aber bisher der einzige erkennbare Nutzen, den Amerika aus der „Enthauptung“ der alten venezolanischen Regierung ziehen kann. Der Rest der großen Ankündigungen war bis jetzt nur Wunschträume. Denn selbst die restlichen 200 Millionen Dollar aus den Ölverkäufen haben die USA inzwischen sogar an Venezuela weiter gereicht. Man kann auf der finanziellen Ebene fürs Erste nur den Schluss ziehen: Außer Spesen nichts gewesen.

Begrenzte Möglichkeiten
Aber auch auf der übergeordneten politischen Ebene kann außer der Gefangennahme von Maduro und der Freilassung einiger politischer Gefangener kein Vorteil für die USA erkannt werden. Das ist zwar ein Propagandaerfolg gewesen, der bei so manchem Anhänger der MAGA-Bewegung das heroische Gefühl aufkommen lassen konnte, dass America great again ist. Aber darüber hinaus ist wenig zu verbuchen. Jedenfalls scheint Trump eine weitere Konfrontation mit der venezolanischen Übergangsregierung zu scheuen. Das setzt den Möglichkeiten Grenzen, die Kontrolle über das Land ausüben zu wollen, die er noch zu Anfang des Jahres angekündigt hatte.

Dazu kann er sich vielleicht weitere Luftschläge leisten, aber den Einsatz von Bodentruppen eher nicht, und ohne Drohung mit deren Einsatz dürfte es fraglich sein, ob er stärkeren Druck auf die Regierung in Caracas ausüben kann. Bisher jedenfalls hat die Trump-Regierung immer wieder Ausreden gefunden, weshalb weitere Angriffe auf Venezuela unnötig sind und erst recht der Einsatz von Bodentruppen. Das geschieht nicht nur zur Beruhigung der amerikanischen Bevölkerung. Vermutlich will man auch die Erkenntnis in der Öffentlichkeit vermeiden, dass einmal mehr einer von Trumps großartigen Plänen sich unter dem Druck der wirklichen Verhältnisse anders entwickelt als die Illusionen, die seine großsprecherischen Ankündigungen genährt hatten.
Auch Rodriguez will keine weiteren militärischen Übergriffe vonseiten der USA.

Denn auch begrenzte Luftschläge bringen Tod und Verderben. Dennoch dürfte sie um die politische Schwäche der Amerikaner wissen angesichts der Kriegsmüdigkeit im Lande. Wenn auch Caracas zur Zusammenarbeit mit den USA auf wirtschaftlichem Gebiet bereit zu sein scheint, soweit es den eigenen Interessen dient, so werden weitergehende politische Forderungen hingegen entschlossen zurückgewiesen. Der Widerstand gegen „Befehle aus Washington“ bezieht sich auf dessen Forderung, die Beziehungen zu China, Russland und dem Iran abzubrechen, indem „Venezuela die Diplomaten aus diesen Ländern ausweist.“ (14) Damit aber würde sich Venezuela vollkommen in die Hände der USA geben. Das wird man sicherlich zu vermeiden suchen, so lange die Möglichkeiten dazu bestehen. Zwar hatten Russland und China den Überfall auf Venezuela nicht verhindern können, aber in dieser Angelegenheit dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

(1) Tagesspiegel vom 27.1.2026 „Es reicht mit den Befehlen“: Maduros Nachfolgerin fordert Unabhängigkeit von Washington – und liefert dennoch Öl
(2) Web.de 28.1.2026 Rubio droht Venezuela offen mit Gewalt
(3) FAZ 31.1.2026 Caracas an der kurzen Leine
(4) FAZ 16.1.2026 Trump lobt Venezuelas Führung
(5) FAZ 31.1.2026 Caracas an der kurzen Leine
(6) Reuters 28.1.2026 Rubio verweist auf die Fortschritte Venezuelas und erklärt, die USA planten keinen weiteren Einsatz von Gewalt.
(7) Global Times vom 24.1.2026 Weißes Haus erwägt mögliche vollständige Ölblockade gegen Kuba
(8) Rüdiger Rauls: Trumps Pläne und Venezuelas Öl
(9, 10) FAZ 31.1.2026 Venezuela öffnet Ölsektor
(11) Reuters 20.1.2026 Venezuela hat 300 Millionen Dollar aus Ölverkäufen erhalten, sagt der amtierende Präsident
(12, 13, 14) Die Zeit 28.1.2026 USA wollen laut Venezuelas Übergangspräsidentin Vermögen freigeben

Rüdiger Rauls ist Reprofotograf und Buchautor. Er betreibt den Blog Politische Analyse

10:04 | Mises:  Hyperinflation und monetärer Zusammenbruch

Am 20.10.2025 veröffentlichte Philipp Bagus auf unserer Website seinen Beitrag „Kreditgeld, Pesos, Dollars und Argentinien“ , der später auch auf Englisch erschien und in welchem es um die potenziellen Auswirkungen der Schließung der argentinischen Zentralbank auf den Wert des Pesos ging. Daraufhin erwiderte Jörg Guido Hülsmann mit seinem Beitrag „Closing a Central Bank: Comment on Bagus“ auf der Website des Mises Institute, Auburn (Alabama, USA), dem wiederum eine Gegenerwiderung von Philipp Bagus folgte. So entstand eine englische Artikelserie aus insgesamt 8 Beiträgen, welche die Autoren nun dankenswerterweise auf Deutsch für unsere Leser zur Verfügung stellen. In vier Doppelbeiträgen lesen Sie jeweils zuerst die Erwiderung von Jörg Guido Hülsmann und sodann die Gegenerwiderung von Philipp Bagus. Heute folgt der dritte Doppelbeitrag (den ersten finden Sie HIER, den zweiten HIER).

15:22 | Leserkommentar
Wieder dazugelernt. Weil ich nicht wusste, das Hyperinflation unter Rubik Theorien läuft. Weil ich mich z.B. noch gut z.B. an Simbabwe erinnern kann.

"Im Jahr 2008 erlebte Simbabwe die zweitschwerste Hyperinflation der Geschichte (Hanke und Krus, 2013). Wie die untenstehende Tabelle zeigt, erreichte die jährliche Inflationsrate in Simbabwe im November 2008 ihren Höchststand mit 89,7 Sextillionen (10^21) Prozent (Hanke und Kwok, 2009). Die Preise verdoppelten sich alle 24,7 Stunden..." Und "Wie kam es 2019 in Simbabwe zu einer Hyperinflation? Die Hyperinflation in Simbabwe war nicht nur ein monetäres Phänomen, sondern ein Symptom tiefgreifender wirtschaftlicher und politischer Probleme. Die Regierungspolitik, insbesondere das Landreformprogramm, führte zu einem starken Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion, was wiederum die Exporterlöse des Landes beeinträchtigte..." Und historisch gesehen, hatte Deutschland angeblich auch mal Hyperinflation. Hm, immer diese kruden Theorien von Mises? Und übriges 2019 war es plötzlich ein Phänomen.

"Was ist ein Phänomen? Phänomen n. 'sich den Sinnen zeigende oder gedachte Erscheinung, seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis, auffallende (Natur)erscheinung, ungewöhnlicher, überragender Mensch', entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.)..." Ja, ja, nichts ist wie scheint? Selten? "Die erschreckende Zahl gescheiterter Fiatwährungen im Laufe der Geschichte. Historische Aufzeichnungen enthüllen eine beunruhigende Wahrheit über unsere Währungssysteme: Rund 152 Fiatwährungen sind im Laufe der Geschichte aufgrund von Hyperinflation zusammengebrochen..."

12.02.2026

11:43 |  Das System der Unantastbaren – Macht, Angst und das organisierte Schweigen

Was wir beim Epstein-Komplex sehen, ist kein isolierter Skandal, sondern ein System – ein geschlossener Luxus-Pervertierten-Club, der sich über Jahrzehnte eingerichtet hat wie in einer privaten Parallelgesellschaft. Oben, im klimatisierten Penthouse der Macht, entsteht ein Eliten-Selbstbedienungsladen wo alles erlaubt und alles möglich ist.

Es ist das Netzwerk der Unantastbaren – Politiker, Investoren, Stiftungsfunktionäre, Royals, Juristen. Menschen, die sich gegenseitig absichern, Deals einfädeln und im Zweifel Ermittlungen einstellen und Akten verschwinden. Ein System mit Privatisierter Straffreiheit als Geschäftsgrundlage.

Und dann wundert man sich über die Eskalation? Wenn Macht auf Enthemmung trifft, entstehen Anwaltlich betreute Abgründe. Grenzen verschieben sich. Reize stumpfen ab. Irgendwann reicht die normale Dekadenz nicht mehr. Irgend wann haben Partys unter Erwachenen ihren Reiz verloren, andere Thrills müssen her.   Snuff-Filme als Abendprogramm als morbide Steigerung eines Milieus im luftleeren Raum.

Das ist der Punkt, an dem man versteht: Die Epsteins dieser Welt sind Symptome.

Denn wer jahrzehntelang erlebt, dass Deals hinter verschlossenen Türen mehr zählen als Gesetze, der internalisiert eine einfache Logik: Wem das Gericht gehört, der braucht kein Gesetz.... Und wer in alle Ebenen hinein vernetzt ist, der weiß auch: Wer alles kaufen kann, kauft irgendwann auch das Schweigen.

Und... In diesen Kreisen geht es nicht primär um Lust. Nicht um Geld. Nicht einmal um Ideologie. Die wahre Ware ist nicht Sex, nicht Geld – es ist Erpressbarkeit. Information ist Macht. Kompromat ist Kontrolle. Und Kontrolle ist Währung.

Reichtum korrumpiert nicht automatisch – aber Straflosigkeit tut es. Wenn Menschen über Jahre lernen, dass jede Krise managbar ist, jeder Staatsanwalt verhandelbar und jeder Skandal temporär, dann wächst ein Gefühl struktureller Immunität. Das System schützt sich selbst. Fällt einer, wird er isoliert. Ein schwarzes Schaf. Ein tragischer Einzelfall. Der Rest bleibt unangetastet. Wir erleben das gerade bei Ghislaine Randy Andy Epstein P. Diddy usw 

Denn sie wissen: Sie fürchten nicht das Gesetz – sie fürchten nur Öffentlichkeit. Und genau darin liegt der Kern. Nicht im Einzeltäter, nicht im Boulevard, sondern in einem global verflochtenen Machtmilieu, das sich seiner eigenen Unantastbarkeit zu sicher geworden ist.

Und dann sind da die Mitwisser. Die Schattenfiguren im Hintergrund. Keine Milliardäre, keine Staatsgäste – sondern die, die den Dreck anfassen mussten. Diener. Butler. Reinigungskräfte. Sicherheitsleute. Eine Belegschaft im permanenten Gehorsam aus Existenzangst.

Jemand musste den Dreck wegräumen. Die Spuren. Die Opfer. Das, was nach Exzessen übrig bleibt, wenn oben wieder Champagnergläser klingen. Und jeder dort wusste: Wer unten arbeitet, weiß, wie weit oben der Abgrund reicht.

Denn die Insel war kein Lost Place, sie war ein Betrieb. Mit Schichtplänen. Mit Dienstanweisungen. Mit Menschen, die Dinge gesehen haben müssen, die man nicht vergisst. Und trotzdem: fast niemand redet. Warum? Weil Sie haben nicht nichts gesehen. Sie haben gelernt, nichts zu sagen. 

In solchen Milieus ist Schweigen reiner Selbstschutz. Denn Schweigen ist keine Moralfrage, sondern eine Risikokalkulation. Wer glaubt, ein Angestellter könne sich locker gegen ein milliardenschweres Machtgeflecht stellen, hat keine Ahnung von realer Hierarchie. Da geht es nicht um Mut, da geht es um Überleben. Auch um das der Familie.

Es kursieren seit Jahren Gerüchte über kompromittierendes Material, über Aufnahmen von Missbrauch, sogar von extremster Gewalt – veröffentlicht wurde nichts, bewiesen ist bis jetzt also nichts. Aber allein die Drohkulisse solcher möglichen Beweise reicht, um ein Klima der Einschüchterung zu schaffen. Angst ist dort kein Nebeneffekt, sie ist Systembestandteil.

Uns wurden ein paar Bruchstücke präsentiert, gerade genug, um Empörung zu simulieren – aber wir kennen die Namen, wir kennen die Kreise, wir kennen die Mitläufer. Und trotzdem sitzt – sieben Jahre nach Epsteins Tod niemand hinter Gittern außer Ghislaine Maxwell. Das ist der ausgestreckte Mittelfinger mitten in unser aller Gesicht. Sie sagen uns: Seht her, wir sagen es euch, wir zeigen es euch – und ihr könnt nichts dagegen tun. Und wir machen weiter. Immer und immer wieder. JE

15:11 | Leserkommentar
Gelungene Zusammenfassung mit treffendem Fazit.  Der aufmerksame Zeitgenosse weiß/ahnt bereits seit dem Dutronx Vorfall was für Abgründe sich da auftun und die Indizien wurden nicht weniger, z.B. die Fälle Manuel Schadwald, Maddie McCann etc. Diese ganze Gülle ist systemimmanent  und dem recht und billig Denkenden erfaßt ein abgrundtiefer Ekel angesichts der Untätigkeit und Machtlosigkeit.

17:20 | Die Eule  
Warum aber spricht denn niemand die Glauibensgemeinschaft jener Unantastbaren an, die ja nach eigener Überzeugung zu den Auserwählten Gottes gehören. War dies nur ihre Rache
für die Jahrhunderte dauernde Unterdrückung durch der Kirche und die Ausbeutung als willfährige Gläubiger der damaligen Herrscher? Oder war dieser Missbrauch am Ende Teil der Mission der Auserwählten, die glauben so Gottes Plan zu erfüllen? Schließlich hatte ja schon der große Jesaja einst versprochen, dass das Volk Israel beim letzten Gericht errettet wird. Wer natürlich dieses prophetische Versprechen in der Tasche hat, kann sich natürlich alles erlauben.  

17:45 | Spartakuss zu 11:43 Uhr   
Früher, also damals war Corona in aller Munde oder Nase, so man denn ohne Maske ungeschützt herum lief.
Leider war der Kopf und das bissel Resthirn, bei den meisten offen wie ein Scheunentor und der Virus konnte über die Informationsmüllpropaganda, ungefiltert bei sehr sehr vielen die Firewall überlisten, einfliessen und der Marionetten-Hafte-Zombie-Einfluß konnte das Handeln übernehmen.

Nun redet die alte Welt, über diesen angeblich toten Epstein und wer alles zu ihm Kontakt hatte.
Wer hat eigentlich, dass neue Gesicht für Epstein bezahlt und wer hat ihm die Papiere geMacht und mit welcher neuen Identität liegt er am Strand in der Sonne und trinkt Sex on the Beach?

Falls diese Epstein-Files mal vor Gericht landen und Schuldige gefunden werden sollen, darf man nicht außer acht lassen, dass der Epstein-Richter, mit einem neuen Gesicht, über den Ausgang dieser Geschichte urteilen könnte.

Im angeblich antiken Rom, gab es ja wohl auch schon eine gewisse Art von Pädophilie und diese sorgte schon öffentlich für Klarheit und Aufklärung, so die Geschichten und Erzählungen darüber stimmen, dass die Senatoren liebend gerne, mit kleinen Jungs gespielt haben.

Die Obelisken standen früher im alten Rom und auf der ganzen Welt, einer einheitlichen Ar(s)chitektur und heute steht der monumentale Obelisk in Washington, nicht weit vom Weißen Haus.

Das ist ein markantes okkultes phallisches Symbol und es zeigt.....Wir können mit euch alles machen was wir wollen und ALLES AUF DIE SPITZE (DES TODES) TREIBEN!.......

  

10:17 | Dieser Mann behauptet, das Bermuda-Dreieck gelöst zu haben. Warum glaubt ihm die Welt nicht? 

Das werden Sie beim Lesen dieser Geschichte erfahren:  
Ein australischer Wissenschaftler behauptet, Wahrscheinlichkeiten seien die Hauptursache für das Verschwinden von Personen im Bermuda-Dreieck.
Wenn man dann noch das unsichere Wetter und die fragwürdige Flug- und Bootsführung hinzurechnet, glaubt Karl Kruszelnicki, dass es keinen Grund gibt, an das Phänomen des Bermuda-Dreiecks zu glauben.
Während die Verschwörungstheorie des Bermuda-Dreiecks schon seit Jahrzehnten existiert, vertreten die National Oceanic and Atmospheric Association und Lloyd's of London schon seit langem dieselben Ideen.

.. kaum ist der Erich von der Erde verschwunden ... kommen solche Komiker.  TS 

10.02.2026

17:25 | konjunktion: Systemfrage: Befinden wir uns auf dem Weg in einen Polizeistaat?

Wäre alles nicht so ernst, müsste man fast darüber in Lachkrämpfe ausbrechen, aber was wir dieser Tage erleben, ist die Umkehrung des „Denkens“, wenn angeblich „konkurrierende“ Parteien oder wenn angeblich links gegen rechts propagiert. Es gibt einen einfachen Grund dafür, dass es zwei große „politische Strömungen“ oder überhaupt gesellschaftlich unterschiedliche Ideologien gibt, denn diese Art der gewollten Herrschaftsstruktur garantiert Massenspaltung und Hass – zwei Dinge, die notwendig sind, damit das System durch die Politik die gesamte Bevölkerung zähmen und kontrollieren kann. Nie zuvor war dies so offensichtlich wie heute.

Die konservative oder rechte Seite neigt angeblich eher zum Kapitalismus, zu Waffenrechten, Krieg und gegen Bürgerrechte, aber das ist natürlich alles eine Farce. Die linke Seite steht angeblich für Bürgerrechte, Sozialhilfe, Waffenbeschlagnahmung und gegen Krieg, aber auch das ist alles eine Farce. Beide Seiten akzeptieren fast alles, solange ihr politischer „Retter“ an der Macht ist. Aktuell hat das eher rechte Lager in den USA ihren „Retter“ im Weißen Haus setzen und baut gerade einen massiven Polizeistaat, Massenüberwachung, extreme Zensur und Krieg auf. Parallel stimmen die Linken in einigen Dingen dieser Politik zu, anderes wird abgelehnt, Proteste und Unruhen werden gezielt ausgelöst, aber in immer mehr Kernpositionen findet eine Umkehrung statt. Insbesondere die Waffenfrage hat sich nun umgekehrt, da Trump gesagt hat, keine Waffen mehr, keine Waffen auf der Straße, während die Linke aufgrund der ICE-Vorfälle und der Brutalität nun für Waffen ist. Das kann man sich nicht ausdenken.

Der entscheidende Punkt ist weniger, wer gerade regiert, sondern welche institutionellen Grenzen und Kontrollmechanismen funktionieren. Wo Schulden steigen, Sicherheitsapparate wachsen und technologische Überwachung billiger wird, verschiebt sich das Kräfteverhältnis automatisch zugunsten des Staates.

Die eigentliche Frage für Bürger und Märkte lautet also nicht „links oder rechts“, sondern: Bleiben Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Transparenz stark genug, um diese Expansion wieder einzufangen? JE

14:33 | transition:  «Die Eliten haben sich selbst delegitimiert»

Transition News: «Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einer Übergangsphase», erklärte der kanadische Premierminister Mark Carney Ende Januar in Davos. Wie stellt sich dieser Bruch aus deutscher Perspektive derzeit dar? Anselm Lenz: Der Bruch zeigt sich darin, dass politische und wirtschaftliche Eliten weltweit Demokratie, Grundrechte und Verfassungen offen zugunsten abgeschotteter Machtstrukturen zerstören. Seit 2020 wird dieser autoritäre Umbau propagandistisch überdeckt – mit Berufung auf «Die Wissenschaft», Expertentum als Herrschaftsinstrument und einer angeblich «grünen» Moderation massiver Verarmung. Begriffe wie «Ressourcenschonung» oder «Wassersparen» dienen dabei real der Privatisierung und Verteuerung elementarer Lebensgrundlagen.

Bei einer «deutschen Perspektive» nehme ich selbstverständlich die der Arbeiter, Arbeitslosen, Angestellten, der Eltern, der kleinen und mittleren Unternehmer, der Scheinselbständigen und Abgeschafften, der Menschen, die versuchen, hier noch ihre Kinder großzuziehen und so weiter ein. Aus Sicht dieser Menschen in Deutschland haben sich weite Teile des BRD-Staates delegitimiert. Ja, die Eliten haben sich selbst delegitimiert.

Der Lack ist ab — und darunter kommt nichts Elegantes zum Vorschein JE

09.02.2026

08:45 | mises:  Milei-Konferenz 2026. Sind libertäre Reformen auch in Deutschland umsetzbar?

Ludwig von Mises Institut Deutschland (LvMID): Liebe Frau Petry, am 14. März 2026 findet in Leipzig die „Milei-Konferenz 2026“ statt. Es geht offensichtlich darum, Präsident Javier Mileis legendäre Kettensäge auch in Deutschland zum Einsatz zu bringen. Können Sie unseren Lesern bitte erklären, um was es bei der Konferenz genauer geht?

Frauke Petry (FP): Deutschland braucht einen konkreten Deregulierungsplan. Wir bringen in Leipzig namhafte Persönlichkeiten auf die Bühne, die konkret erklären werden, wie diese Deregulierung in Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren wird.

LvMID: Können Sie unseren Lesern einige Beispiele geben? Wo würden Sie die Kettensäge zuerst ansetzen?

FP: Man kann auf mehrere Weisen beginnen. Eine Baustelle, die nichts kostet und politisch leicht durchsetzbar wäre, sind die unendlichen Berichts- und Statistikpflichten für Unternehmen. Längerfristig aber noch viel wirkungsvoller wäre eine Liberalisierung des Energiemarktes und die Wiederzulassung von Kernkraft. Politisch sehr kompliziert, aber mit enormen Potentialen für Motivation von Arbeitnehmern und Unternehmern wäre die Simplifizierung des Steuersystems und eine Rückführung auf wenige einfache Steuerarten. Und dann wäre da noch der „Sozialstaat“ …

10:05 | Leser Kommentar
zu 08:45 .... komisch, keine Spur einer Diskussion über eine Spekulatiossteuer, bzw -Umstazsteuer! Vor Jahren war dies mal kurz ein Thema. Nun, mit wenigen Zentel-Prozent bei Einkauf und Verkauf von Wertpapieren (Bankenhanden natürlich eingeschlossen!!), könnte man die Sozialversicherung massiv entlasten. Damit auch die Arbeitsnebenkosten deutlich senken. Etwas, was wir dringend bräuchten! Man muss zugeben, dass sich das Finanzkapital an den Sozialkosten nicht beteilit (wäre auch selber betroffen)

05.02.2026

18:36 | manova: Von Grönland bis zum Mars

Der öffentliche Raum gehört allen. Die Plebs kann ihn ebenso betreten wie der reichste Mann der Welt. Und genau das ist es, was bestimmte „Eliten“ nicht mehr länger hinnehmen wollen. Gesetze, die nicht von ihnen selbst, sondern von gewählten Vertretern der Majorität bestimmt werden, der Zwang zur Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl, Umverteilung zugunsten der Schwächeren: Schnee von gestern. Elitär sein bedeutet, Unwürdige ausschließen, ja aussperren zu können. Reichen-Ghettos, „Gated Communities“ haben es vorgemacht. Der Trend der Zukunft heißt: ein Staat von Reichen, für Reiche, nach den Regeln von Reichen. Dazu ist es nicht einmal mehr notwendig, dass ein Staatsgebilde an ein geografisches Territorium gebunden ist. Es kann sich auch um ein überwiegend virtuelles Konstrukt handeln. Da man gewöhnliche Menschen ohnehin eher verachtet, bieten sich auch weitgehend menschenleere Gebiete wie das derzeit umkämpfte Grönland als neue Wohnstatt an. Oder man muss in den Weltraum ausweichen, wo soziale Apartheid ungestört praktiziert werden könnte.

Kommentar des Einsenders
Die Feudalherrscher des Techno-Faschismus formieren sich.

Enteignung von Demokratie nennen wir jetzt „Innovation“. Während der normale Bürger über Heizkosten diskutiert, planen Milliardäre schon die nächste Version des Feudalismus – diesmal mit KI, Drohnen und CEO-König. Früher hieß es Adel und Leibeigene. Heute heißt es Investoren und Nutzer....

Grönland wird vorbereitet – als Spielwiese für Tech-Oligarchen, die keinen Bock mehr auf Wahlen, Steuern und lästige Menschen haben. Also... Nicht der Staat stirbt. Er wird gerade aufgekauft. JE

04.02.2026

14:12 | voltairenet: Balkanisierung des Westens: Die "5 Abendländer" des russischen Geostrategen Aleksander Dugin

Der berühmte russische Philosoph und Geostratege Alexander Dugin – Ideologe des relevanten Konzepts des Neo-Eurasianismus und Autor der "Vierten politischen Theorie" – hat seine Götzenverehrung von Präsident Trump begraben, dem er erst vor einem Jahr sogar ein Lob widmete: Trumps Revolution: Die neue Ordnung der Großmächte [1].

Es gibt einen weit verbreiteten Mythos, laut dem Alexander Dugin, 64, "Putins Gehirn" sei, was ein Unsinn ist, da der russische Präsident neben seiner Erfahrung im ehemaligen sowjetischen KGB auch einen Doktortitel in Rechtswissenschaften hat und man ihm nicht die Hand beim Schwimmen geben muss.

Kommentar des Einsenders
Alexander Dugin analysiert den Zerfall des Westens neu. Interessante Perspektiven.

Was Dugin da beschreibt, ist ein westlicher Selbstzerlegungsprozess in Zeitlupe. Trump als Imperator, Europa als kastrierter Statist, London auf Alleingang, die Globalisten im Dauerkrieg gegen ihre eigenen Völker und Israel als permanenter Brandbeschleuniger im Hintergrund. Der Westen streitet sich nicht mehr mit Russland,  er führt längst Bürgerkrieg gegen sich selbst...

Und während in Washington, Brüssel und London noch Debatten über Gendersternchen laufen, sortieren sich die Großmächte neu. Das ist wie bei der Titanic: Oben spielt die Kapelle Demokratie und Werteordnung, unten läuft schon das Wasser rein. Nur diesmal gibts keine Rettungsboote. JE