10.10.2026

08:03 | pg: The Weekend the Money Stops: A Bank Collapse, Hour by Hour

Die Benachrichtigung trifft an einem Freitagnachmittag um 16:47 Uhr ein – über eine App, die Sie nur selten öffnen. Darin steht, dass eine der großen Banken, ein Institut, dessen Dienste Sie fast Ihr gesamtes Erwachsenenleben lang genutzt haben, vom Staat übernommen wurde.
Sie lesen die Nachricht viermal, bevor Sie wirklich begreifen, was da steht.
Die Aufsichtsbehörden wählen für solche Maßnahmen gerne einen späten Zeitpunkt, wenn die Bankfilialen bereits geschlossen sind und die Mitarbeiter längst Feierabend haben. Dahinter steckt die Überlegung, dass ein Wochenende zwischen der Bekanntgabe und dem Montagmorgen allen Beteiligten etwas Zeit verschafft, um sich zu sammeln und die erste Aufregung abklingen zu lassen.

Freitag, 16:47 Uhr: Die Bank ist hinüber, das Konto gesperrt, aber die Regierung beruhigt: Alles unter Kontrolle (natürlich – nur leider nicht mehr unter Ihrer). Dann der Standardsatz: Ihre Einlagen sind sicher! So sicher, dass nicht einmal sie selbst daran kommen!
Gottseidank ist heute Samstag. TB

06.10.2026

08:33 | cnbc: China schließt Hunderte von Banken, während Peking versucht, sein Finanzsystem zu stärken.

China treibt die Zusammenlegung kleinerer, überwiegend ländlicher Banken voran, um sein Finanzsystem zu stabilisieren. Hintergrund sind anhaltende Sorgen über eine wirtschaftliche Abschwächung des Landes. Im Zuge der von Peking vorangetriebenen Konsolidierung wurden im Jahr 2025 eine Rekordzahl von 670 Banken geschlossen. Das entspricht etwa einem Viertel aller Banken des Landes. Die Behörden beschleunigten Fusionen und Auflösungen, um die Zahl der Institute zu verringern und größere, besser kapitalisierte Banken zu schaffen. Das geht aus einer Analyse der Ratingagentur Fitch hervor.

Kleine und ländliche Geschäftsbanken seien nach wie vor „das schwächste Glied des chinesischen Bankensystems“, erklärte Fitch in seinem Bericht. Die Ratingagentur verwies insbesondere auf die „schlechte Qualität der Vermögenswerte, die geringe Eigenkapitalausstattung und Mängel in der Unternehmensführung“. Diese Probleme seien vor allem in den wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen Chinas ausgeprägt.

670 Banken sperren zu, und Peking nennt das Konsolidierung. Bei uns würd man sagen, die Bude ist hinüber. In China kriegt der Scherbenhaufen halt einen neuen Firmennamen. JE

12:32 | Der Bondaffe
Man braucht sich nur die Zinsstrukturkurve in China ansehen. Darüber berichtet auch niemand. Mit einem seit 2025 gehaltenen, von außen unbeeinflußten Zinsniveau von ca. 1,7% Rendite für eine 10jährige chinesische Staatsanleihe ist das absolut niedrigstes Niveau im globalen Vergleich.

https://www.investing.com/rates-bonds/china-10-year-bond-yield

Auch Geldmarktzinsen wie der Shibor (Shanghai Interbank Offered Rate, per 30. September 2026) mit aktuell 1,36% sind ebenfalls niedrig. Niedriger sind nur noch, wie nicht anders zu erwarten, Japan und die
Schweiz.

Wenn diese "Zinsen" ansteigen würden, ist es auch um den Rest des chinesischen Bankensystems geschehen. Man überlebt nur noch dank niedrigster Zinsen. Und man glaubt es kaum, aber die vier größten Banken der Welt nach Bilanzsumme, Marktkapitalisierung und Umsatz sind chinesische Institute.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Banken_der_Welt

Jetzt schließt man ein Viertel der chinesischen Banken und überträgt deren marode Teile in andere Banken, die wohl ebenfalls viele marode Teile in der Bilanz ausweisen. Und all diese Banken, wahrscheinlich das gesamte chinesischen Bankensystem, überlebt nur dank niedriger Zinsen. Das ist auch der Grund, warum u.a. China wie verrückt physisches Gold kauft. Die wissen, daß ihr Finanzsystem hinüber ist.

Und niemand fragt, wieviele hochexplosive Derivate diese vier großen chinesischen Institute in ihren Büchern stehen haben.

05.10.2026

09:43 | tkp: Frankreich greift private Ersparnisse an: 17 Prozent auf vergessene Konten

In Frankreich setzt man um, was Ursula von der Leyen gefordert hat: Sie will an die privaten Ersparnisse der Bürger. Paris hat im ersten Entwurf zum Haushaltsgesetz nun die systematische Enteignung skizziert. Die EU braucht Geld. Schon im Frühjahr 2025 forderte Ursula von der Leyen, privates Kapital ins Visier zu nehmen. Im September erneuerte Leyen ihre Forderung: Private Sparbücher müssten „nützlich“ gemacht werden. Genau das setzt Frankreich nun bereits um, Oppositionspolitiker sprechen von einer „systematischen Enteignung“.

Frankreich entdeckt 8 Milliarden „vergessenes“ Geld. Der Staat schaut halt zuerst nach, ob er schon einmal zugreifen kann. JE

02.10.2026

11:51 | golem: Schufa bietet Banken zusätzlichen Hypothekenscore an

Die Schufa bietet Banken neben ihrem neuen, öffentlich erklärten Score mindestens einen weiteren Score an. Das zeigen Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR (Paywall). Demnach bieten Schufa-Vertriebler bereits seit Sommer 2025 Sparkassen einen gesonderten Hypothekenscore an. Dieser berechnet sich aus anderen Merkmalen und Gewichtungen.

Dabei hatte die Auskunftei noch im März dieses Jahres ihren neuen Score als besonders transparent vorgestellt. Er beruht auf zwölf veröffentlichten Kriterien, etwa der Wohndauer an der aktuellen Adresse. Jeder Nutzer mit Schufa-Account kann seinen Punktwert einsehen und nachrechnen. Banken sollten laut Schufa dabei denselben Score sehen wie die Kunden.

Die Schufa zeigt dem Kunden, wie er dastehst. Und für die Hypothek gibts dann noch eine eigene Version. Kreditwürdigkeit jetzt auch in Director’s Cut. JE

01.10.2026

17:52 |  Zinsen explodieren: Droht die nächste Bankenkrise?

Die Zehnjährigen US-Staatsanleihen stehen bei 5,12 Prozent, so hoch, wie zuletzt 2007. Tendenz: weiter steil aufwärts. Was das bedeutet? Nichts Gutes. Für Staaten, für die Konjunktur – und vor allem für die Banken. 2008 kam es zur größten Finanzkrise der Welt. Auslöser waren dratische Abwertungen von Kreditportfolios der vergangenen Jahre, Kredite, die in einer Niedrigzinsphase entstanden und bei steigenden Zinsen entsprechend abgewertet werden mussten. Erst ging es eine Zeit lang gut. Dann kam der große Knall.

Hohe Zinsen sind in Anbetracht der Schuldenlast des Planeten (350 Billionen $) reines Gift. Die Refinanzierung der Staaten wird zum Alptraum. Höhere Zinsen fressen Haushaltsbudgets auf, treiben Defizite in die Höhe und machen neue Schulden teurer als je zuvor. Die Konjunktur? Sie stottert bereits. Kredite verteuern sich massiv, Investitionen brechen ein, Unternehmen und Haushalte ächzen unter der Last. Doch das wahre Pulverfass tickt woanders: in den Bankbilanzen - wie damals, kurz vor der großen Finanzkrise 2008.

Bankenkrisen haben einen Vorteil: Man muss den Ablauf kaum ändern. Nur die Jahreszahl. JE