In der neuen Rubrik "mit offenen Karten" werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ihre Meinungen zum Tagesgeschehen exklusiv für bachheimer.com in Form von Kommentaren abgeben. Hier kann jeder der Gastautoren bei freier Themenwahl unverblümt seine Meinung kundtun, ohne Gefahr zu laufen, gekürzt, verlängert, erklärt oder gar zensiert zu werden. Die Rubrik wird in unregelmässigen Abständen upgedatet - je nachdem wann wir die nächste Einsendung einer bekannten Persönlichkeit aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz erhalten.
13.04.2026
10:23 | overton: Geoökonomische Umwälzungen
„Schon allein die Tatsache, dass Trump sich bereit erklärt hat, über den Zehn-Punkte-Plan zu sprechen, ist ein Erfolg für die Iraner…. Die Frage ist, ob Washington dem zustimmen wird: Schließlich beinhaltet er Entschädigung für die Schäden im Iran, die Fortführung des Atomprogramms und Teherans Kontrolle über die Straße von Hormus. Eine solche Zustimmung ist unvorstellbar! Es wäre eine Demütigung für Trump und käme einem tatsächlichen Sieg Irans gleich. Was dann? Wieder Kriegshandlungen?“ – Dmitrij Medwedew, 8. April 2026
Die USA wollten den Iran kleinbomben, jetzt kassiert Teheran Wegzoll auf der Straße von Hormus und spielt den Türsteher für ein Fünftel der Weltenergie... Man hat sich halt den falschen Gegner ausgesucht.... Donald wollte Stärke zeigen, musste aber abbrechen, weils zu teuer wurde... Poker gespielt und mit leeren Chips dagestanden.... Und während alle auf das Öl starren, schiebt China den chinesischer Yuan in den Markt, kurz erklärt... während die einen schießen, gewinnt jetzt der Dritte die Bank...JE
11.04.2026
11:23 | NYTimes: Wie Trump die USA in den Krieg mit dem Iran führte
"Der schwarze Geländewagen mit Premierminister Benjamin Netanjahu an Bord traf am 11. Februar kurz vor 11 Uhr am Weißen Haus ein. Die Präsentation, die Herr Netanjahu in der folgenden Stunde halten würde, sollte entscheidend dafür sein, die Vereinigten Staaten und Israel auf den Weg zu einem größeren bewaffneten Konflikt inmitten einer der instabilsten Regionen der Welt zu führen.
Netanjahu und sein Team skizzierten Bedingungen, die ihrer Ansicht nach auf einen nahezu sicheren Sieg hindeuteten: Irans Raketenprogramm könne innerhalb weniger Wochen zerstört werden.
Das Regime wäre so geschwächt, dass es die Straße von Hormus nicht mehr blockieren könne, und die Wahrscheinlichkeit, dass Iran US-Interessen in Nachbarländern angreifen würde, wurde als minimal eingeschätzt.
Darüber hinaus deuteten die Geheimdienstinformationen des Mossad darauf hin, dass es im Iran erneut zu Straßenprotesten kommen würde und dass – unterstützt durch den israelischen Geheimdienst, der Unruhen und Aufstände anheizte – eine intensive Bombardierungskampagne die Voraussetzungen für einen Sturz des Regimes durch die iranische Opposition schaffen könnte.
„Das klingt gut“, sagte Trump zum Premierminister.
Die Geheimdienstmitarbeiter verfügten über umfassende Kenntnisse der US-Militärkapazitäten und kannten das iranische System und seine Akteure in- und auswendig. Sie hatten Netanjahus Präsentation in vier Punkte unterteilt. Erstens: Enthauptung – die Tötung des Ayatollahs.
Zweitens: Schwächung der iranischen Fähigkeit, Macht zu projizieren und seine Nachbarn zu bedrohen.
Drittens: ein Volksaufstand im Iran.
Und viertens: ein Regimewechsel mit der Einsetzung eines säkularen Führers. Die US-Beamten kamen zu dem Schluss, dass die ersten beiden Ziele mit amerikanischer Geheimdiensterkenntnis und Militärmacht erreichbar seien.
Sie hielten den dritten und vierten Teil von Netanjahus Vorschlag, der die Möglichkeit eines kurdischen Bodenangriffs auf den Iran beinhaltete, für realitätsfern.
CIA-Direktor Ratcliffe verwendete ein einziges Wort, um die Szenarien des israelischen Premierministers für einen Regimewechsel zu beschreiben: „farcehaft“.
An diesem Punkt schaltete sich Marco Rubio ein.
„Mit anderen Worten, das ist Schwachsinn“, sagte er.
General Caine teilte Trump und anderen die alarmierende militärische Einschätzung mit, dass ein Großangriff auf den Iran die amerikanischen Waffenbestände, darunter auch Raketenabwehrsysteme, drastisch reduzieren würde.
Er wies auch auf die enormen Schwierigkeiten bei der Sicherung der Straße von Hormus und das Risiko einer iranischen Blockade hin.
Trump hatte diese Möglichkeit zuvor ausgeschlossen, da er davon ausging, das Regime würde vorher kapitulieren.
Der Präsident schien von einem sehr kurzen Krieg auszugehen – ein Eindruck, der durch die verhaltene Reaktion auf die US-Bombardierung der iranischen Atomanlagen im Juni noch verstärkt worden war.
Niemand in Trumps engstem Umfeld war über die Aussicht auf einen Krieg mit dem Iran besorgter oder unternahm mehr, um ihn zu verhindern, als der Vizepräsident. J.D. Vance hatte seine politische Karriere darauf aufgebaut, genau jene Art von militärischem Abenteuerismus zu bekämpfen, die nun ernsthaft in Erwägung gezogen wurde.
Er hatte einen Krieg mit dem Iran als „enorme Ressourcenverschwendung“ und „immens kostspielig“ bezeichnet.
Der Vizepräsident hielt einen Krieg mit dem Ziel eines Regimewechsels im Iran für eine Katastrophe.
Am Donnerstag, dem 26. Februar, gegen 17 Uhr, begann die letzte Lagebesprechung. Die Positionen aller Anwesenden waren nun klar. General Caine teilte Trump mit, dass er etwas Zeit habe; er müsse erst am folgenden Tag um 16 Uhr grünes Licht geben.
Am nächsten Nachmittag, 22 Minuten vor General Caines Frist, sandte Trump an Bord der Air Force One folgenden Befehl: „Operation Epic Fury ist genehmigt. Keine Abbrüche. Viel Glück.“
Kommentar des Einsenders
Wag the Dog in Echt
06:33 | Leserkommentar
Vielleicht ist es ja so, dass Trump weder in den USA noch der Welt noch vermittelbar ist. Er muss ausgetauscht werden und dieser Bericht ist die Vorbereitung dafür. Der Nachfolger wird Vance sein. Trump wird man die alleinige Schuld für die Katastrophe geben, um dann Vance zu pushen.
10.04.2026
17:16 | sonar21: Trump wurde von Israel ausgetrickst… und das Spiel geht weiter.
Hier die unspektakuläre Nachricht vorab: Der angebliche Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ist gescheitert. Auch wenn es keine offizielle Erklärung gibt, glaubt mir, er ist beendet. Die Inszenierung in der Trump-Administration, insbesondere aber in Washington, D.C., ist absurd. Es werden große militärische Siege über den Iran verkündet, ohne den geringsten Beweis dafür, dass die USA irgendwelche strategischen Ziele erreicht haben – außer den Iran dazu zu bringen, die Straße von Hormus zu kontrollieren und die Weltwirtschaft in eine Lieferkettenfalle zu stürzen. Sowohl Iran als auch Pakistan, der Vermittler im Waffenstillstand, betonen, dass die Trump-Regierung Irans Zehn-Punkte-Plan als praktikable Verhandlungsgrundlage akzeptiert habe :
Die erste Reaktion von Trumps zionistischen Unterstützern und der Netanjahu-Regierung war eine Mischung aus Schock und Wut. Der Widerstand begann umgehend am Dienstagabend, und bereits am Mittwochmorgen beharrte die Trump-Regierung darauf, einem anderen – aber noch nicht näher definierten – Zehn-Punkte-Plan zugestimmt zu haben. Israel stellte sicher, dass die Verhandlungen scheitern würden, indem es einen brutalen und mörderischen Bombenangriff auf Zentral- und Südlibanon startete.
Der Iran ist halt kein Pappaufsteller – und jetzt wird hektisch im Kreis gezeigt, wer das Streichholz gehalten hat, während die Weltwirtschaft schon langsam Feuer fängt. JE
08.04.2026
14:57 | overton: „Die KI wird am Ende des Tages die besseren Karten haben“
Guten Tag Herr Unzicker, Sie haben ein Buch mit dem provokanten Titel „Was tun mit der Menschheit?: Das Buch, das jede KI lesen muss“ geschrieben über Künstliche Intelligenz und das offensichtlich ganz begeistert, was die Zukunftsaussichten angeht. Der Titel „Was tun mit der Menschheit?“ suggeriert, dass die Superintelligenz, die da auf uns zukommt, den Menschen verdrängen würde. Am Ende des Buches sind Sie allerdings optimistischer. Kann denn aus den generativen Sprachmodellen tatsächlich eine Superintelligenz entstehen, die die Menschheit nicht nur kognitiv, sondern überhaupt überflüssig machen könnte?
Der Mann sagt, dass wir gerade dabei sind, unser eigenes Ersatzhirn zu bauen – und danach vermutlich selbst überflüssig werden. Und seine „optimistische“ Variante ist nicht etwa: Menschen bleiben dominant, sondern eher:
Die KI übernimmt – aber hoffentlich nett.... Jo eh...
Also die beste Zukunft laut Unzicker ist.. Wir sind die Haustiere einer Superintelligenz, die uns aus Mitleid am Leben lässt. Aber immerhin noch besser als von Politikern wie wir sie gerade haben regiert zu werden. JE
12:01 | r24: SOS-Kinderdorf, Caritas, UNICEF und Co.: Skandale und Vertrauenskrise der “Guten”
Nach Publikwerden schwerwiegender Missbrauchsvorwürfe gegen SOS-Kinderdörfer im Herbst ist der Ruf der Organisation schwer beschädigt. Österreichweit sind die Spendeneinnahmen eingebrochen. Über das Angebot sogenannter Pfandboxen läuft die Unterstützung freilich weiter: Ein Blick auf die Partner dieses Unternehmens offenbart neben den SOS-Kinderdörfern noch weitere skandalgebeutelte Organisationen. Unseren Gastautor erinnert das an ein Zitat, das Goethe zugeschrieben wird: “Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist.” Oder auch: Gleich und gleich gesellt sich gern …
Der Klick auf einen zufälligen Netzfund (siehe hier) kann erstaunliche Querverbindungen offenbaren. Zum Beispiel, wer – etwa über die Wiener Standup-Firma pfandbox.at – mit SOS-Kinderdorf zumindest indirekt als Partner verbandelt ist, und das auch noch Monate nach Ausbruch des Skandal-Super-Gaues rund um die einstige Vorzeige-Hilfsorganisation Hermann Gmeiners. So stößt man im Netz auf folgende SOS-Kinderdorf-„Pfandbox-Partner“ (alphabetische Reihenfolge, kein Anspruch auf Vollständigkeit): Caritas, Hami, Johanniter, Rote Nasen, Unicef, Ute Bock und Volkshilfe.
NGO-Zirkus vom Feinsten: moralische Dauerbelehrung nach außen, Selbstbedienungsladen nach innen – und wenns kracht, reichts immer noch für ein paar neue Logos im Partnernetzwerk. Gleich und gleich kassiert eben gern. JE
07.04.2026
17:49 | TP: Ukraine-Krieg zeigt: Warum ein US-Bodenkrieg im Iran zum Risiko wird
Während das Pentagon Truppen verlegt, wächst eine strategische Lücke: Iran und Russland setzen auf Drohnen – die USA holen nur langsam auf. Eine Einschätzung. Das Pentagon bereitet, vielen Anzeichen nach, Bodenoperationen im Iran vor — möglicherweise seit Wochen. Wie die Washington Post berichtet, umfassen die Planungen angeblich Kommandounternehmen durch Spezialkräfte und konventionelle Infanterie sowie mögliche Operationen entlang der iranischen Küste, darunter die Einnahme strategisch wichtiger Inseln im Persischen Golf. Tausende US-Soldaten und Marineinfanteristen sind bereits in die Region verlegt worden. Das 31. Marine-Expeditions-Korps mit rund 2.200 Mann wurde laut Washington Post in den vergangenen Wochen in die Region beordert.
Die USA fahren mit Milliarden-Spielzeug auf ein Schlachtfeld, auf dem 400-Dollar-Drohnen die Regeln diktieren – und wundern sich dann, warum ihnen irgendein Milizionär mit Joystick die Luft aus den Rotorblättern schießt. JE
05.04.2026
11:51 | Alexander Dugin: Nur Stärke zählt.
Alexander Dugin über Souveränität und Russlands bevorstehenden Konflikt mit dem Westen.
Russland muss in der aktuellen Lage deutlich entschlossener auftreten. Der Feind versteht weder Nuancen noch Andeutungen oder die feine Sprache der Diplomatie. Er deutet unsere Höflichkeit stets als Schwäche. So sieht er es – nicht anders. Und er bereitet einen umfassenden Frontalkrieg gegen uns vor, den er beginnen wird, sobald er sich bereit fühlt.
Die USA und Israel konzentrieren sich derzeit auf ihren Krieg gegen den Iran und die schiitischen Kräfte im Nahen Osten. Doch die EU, Großbritannien und die Demokraten in den Vereinigten Staaten streben gezielt einen Konflikt mit uns an. Sollten wir uns so verhalten, wie sie es als Schwäche interpretieren, ist ein Krieg unvermeidbar. Nur Stärke zählt. Jetzt ist Stärke gefragt: direkt, glaubwürdig, sichtbar und unmissverständlich.
Es ist außerdem unerlässlich, ihnen die Vorstellung auszutreiben, dass sie den Zeitpunkt des Kriegsbeginns bestimmen werden, während wir einfach abwarten und uns fügen.
Wir müssen klar und entschlossen handeln, und zwar jetzt. In der Weltpolitik ist ein wahrer Souverän derjenige, der die Ereignisse gestaltet und entscheidende Prozesse anstößt, anstatt sich den von anderen in Gang gesetzten Prozessen anzupassen.
Nach der geopolitischen Katastrophe der 1990er-Jahre – dem Zusammenbruch der UdSSR – kam der Westen zu dem Schluss, dass wir unsere Souveränität verloren hatten. Entsprechend werden wir seither behandelt.
Es gibt keinen Grund, von Trumps Verhalten irgendeine Logik zu erwarten. Wir müssen auf unsere eigene Stärke vertrauen und unsere wahren Verbündeten aktiv unterstützen. Solche Verbündete gibt es im Westen nicht. Gar keine.
.. auf der Zunge zergehen lassen. Der Satz ... Russland ist eine Regionalmacht, findet hier sehr starken nachklang. Es ist auch sehr viel von Schwäche zu lesen und Stärke. Unterstellt man hier auch schon Putin .. den Verlust der Stärke? TS
01.04.2026
18:39 | Roberto Blanco - Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Der Spaziergänger:
Roberto (ein Great Reset Prophet?) warnte schon vor Jahrzehnten….:
Autoschlangen vor den Säulen
Und dem Tankwart ist zum Heulen
Denn er zapft und zapft
Und nichts kommt aus dem Schlauch
Überall sieht man sie schieben
Der Verkehr ist steh'n geblieben
Und der Fahrschullehrer wird nicht mehr gebraucht
Alle seh'n und sind erschüttert
Denn ein Rocker schmeißt verbittert
Seinen heißen Ofen weinend auf den Müll
Manche reiten hoch zu Pferde
Andere bleiben auf der Erde
Und die Straßenbahn ist restlos überfüllt
Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Kamen sie von weit und nah
Doch es war halt nichts mehr da, ha-ha
Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Sagte jeder: "Wenn ich muss
Dann geh' ich halt zu Fuß"
Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Kam die große Schieberei
Und dann war'n die Straßen frei, frei, frei
Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Hat erst jeder sehr gestöhnt
Und dann fand er's plötzlich schön
Und sie rollen von den Hügeln
Bauen Autos mit zwei Flügeln
Und probieren's mit der Sonnenenergie
Füllen Whisky in den Wagen
Doch das schlägt ihm auf den Magen
Und sie merken bald: So fährt ihr Auto nie
Einer baut sogar Pedale
Und ein Schwungrad in den Wagen
Die Familie muss dann treten, er gibt Gas
Doch die meisten von den andern
Kriegen plötzlich Lust zum Wandern
Und genießen wieder Sonne, Luft und Gras
Nur ein Schutzmann, ohne Gnade
Schreibt schon wieder Strafmandate
Für zu schnelles Gehen auf dem Bürgersteig
Und ein Rentner wurde gestern
Von zwei frommen Klosterschwestern
Wegen falschen Überlaufens angezeigt
Einen alten Sechszylinder
Schieben lachend dreißig Kinder
Und der Lehrer sitzt am Steuerrad ganz groß
Und der Tankwart sagt: "Von mir aus
Statt Benzin schenk' ich halt Bier aus
Dann wird keiner seinen Führerschein mehr los."
