In der neuen Rubrik "mit offenen Karten" werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ihre Meinungen zum Tagesgeschehen exklusiv für bachheimer.com in Form von Kommentaren abgeben. Hier kann jeder der Gastautoren bei freier Themenwahl unverblümt seine Meinung kundtun, ohne Gefahr zu laufen, gekürzt, verlängert, erklärt oder gar zensiert zu werden. Die Rubrik wird in unregelmässigen Abständen upgedatet - je nachdem wann wir die nächste Einsendung einer bekannten Persönlichkeit aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz erhalten.
25.02.2026
18:15 | konjunktion: Meinung: EU-Scheitern oder Dikatatur – Es liegt an uns
Dass Offensichtliche zu benennen, fällt vielen dieser Tage schwer. Zu schwer wiegen die Konsequenzen, wenn man sich mit diesem Offensichtlichen auseinandersetzen muss. Und eine dieser Offensichtlichkeiten ist der Fakt, dass die EU einen Krieg mit Russland will oder zumindest den Anschein eines anstehenden Krieges aufrechterhält. Ein Grund dafür ist neben dem Scheitern der Kern-EU, des zunehmenden Widerstands der Bevölkerungen gegen dieses Sowjet-Konstrukt, der Fakt, dass die EU die 350 Milliarden US-Dollar russischer Vermögenswerte behalten möchte, die sie eingefroren hat.
Mindestens 40% der von der EU beschlagnahmten „russischen“ Vermögenswerte sind Privatvermögen wie Häuser und Yachten, die einfach nur russischen Staatsangehörigen gehören. Die EU ist pleite und kümmert sich nicht um internationales Recht. Sie gibt vor, dass die Beschlagnahmung von Privatvermögen russischer Staatsbürger rechtmäßig sei, obwohl es sich dabei um regelrechten Diebstahl handelt.
Wenn keiner mehr deine Anleihen kaufen will, erfindest du halt eine Stablecoin... JE
22.02.2026
11:48 | Der Hausjurist - Dr. Dr. Schimanko - Die Macht über Zölle
(Anmerkung - Der Link ist mit der Überschrift verbunden und hier funktionieren auch die Querverweise)
Die Verfassungsgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ist unter anderem gekennzeichnet von einem Antagonismus der Legislative und des Präsidenten, der in sich die Exekutivfunktionen eines Staatsoberhaupts und eines Regierungschefs vereint, um Kompetenzen und damit letztlich um Macht (Christof Mauch [Hrsg.], Die Präsidenten der USA, München 2018, 14f). Der US-Supreme Court hat nun über die Zuordnung der Kompetenz zur Regelung von Zöllen entschieden, daß der Präsident keine Zölle erlassen oder aufheben darf, auch nicht in Krisenzeiten (Supreme Court 20.02.2026, 24-1287 Learning Resources v. Trump).
Damit hat er der Zollpolitik Trumps einen Riegel vorgeschoben (dazu Schimanko, Zur Zollpolitik der Regierung Trump, bachheimer.com NL 35/2025). Die Rechtslage ist aber sichtlich als nicht so klar zu kategorisieren. Das zeigt sich aus dem Umstand, daß diese Entscheidung des Supreme Court nicht einstimmig, sondern mit einer Mehrheit von sechs zu drei erfolgte, und daß die sechs Richterinnen und Richter, die
für diese Entscheidung stimmten, in der Begründung dieser Entscheidung divergieren. Nicht alle Richterinnen und Richter, die für die Mehrheitsentscheidung gestimmt haben, gehen zur Gänze konform mit der Begründung der Mehrheitsentscheidung (opinion of the court), und einzelne dieser Richterinnen haben eine eigene Begründung für die Mehrheitsentscheidung verlautbart (concurring opinion), womit die Richtermehrheit also nur im Ergebnis übereinstimmt. Zwei der überstimmten Richter haben jeweils ihre Gegenmeinung veröffentlicht (dissenting opinion).
Zum Sachstand
Kurz nach seinem Amtsantritt versuchte Präsident Trump, zwei außenpolitische Bedrohungen anzugehen (dazu Supreme Court 20.02.2026, 24-1287, opinion of the court S 2 mit Aufzählung der betreffenden exekutive orders [Pdf-Dokument S 8]). Die erste war der Zustrom illegaler Drogen aus Kanada, Mexiko und China. Der zweite Grund waren „hohe und anhaltende“ Handelsdefizite. Der Präsident stellte fest, daß die erste Bedrohung „eine Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit ausgelöst“ habe, und daß die zweite Bedrohung „zu einer Aushöhlung“ der amerikanischen Produktionsbasis geführt und „kritische Lieferketten untergraben“ habe. Er berief sich auf seine Befugnisse gemäß IEEPA, um darauf zu reagieren.
Der 1977 verabschiedete IEEPA (International Emergency Economic Powers Act) gibt dem Präsidenten wirtschaftliche Instrumente an die Hand, um auf bedeutende ausländische Bedrohungen zu reagieren. Voraussetzung dafür, daß der Präsident gemäß IEEPA handelt, ist eine „ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung” für die nationale Sicherheit, die Außenpolitik oder die Wirtschaft der Vereinigten Staaten, die ihren Ursprung in erster Linie „außerhalb der Vereinigten Staaten” hat. Wenn er nach IEEPA handeln möchte, hat er diese Bedrohung festzustellen und gemäß dem National Emergencies Act „den nationalen Notstand ausrufen“. Er kann dann „mittels Anweisungen, Lizenzen oder auf andere Weise“ die folgenden Maßnahmen ergreifen, um der Bedrohung „zu begegnen“: „Untersuchung, Sperrung während der Dauer einer Untersuchung, Regulierung, Anweisung und Zwang, Aufhebung, Ungültigkeitserklärung, Verhinderung oder Verbot jeglicher Erwerbung, Vorbeugung, Zurückhaltung, Nutzung, Übertragung, Entnahme, Beförderung, Einfuhr oder Ausfuhr von, Handel mit oder Ausübung von Rechten, Befugnissen oder Privilegien in Bezug auf Vermögenswerte oder Transaktionen mit Vermögenswerten, an denen ein anderes Land oder dessen Staatsangehörige ein Interesse haben.“
Präsident Trump erklärte den nationalen Notstand sowohl wegen des Drogenhandels als auch wegen der Handelsdefizite, die er als „ungewöhnliche und außergewöhnliche“ Bedrohungen einstuft. Anschließend verhängte er Zölle, um jeder dieser Bedrohungen zu begegnen. Was die Zölle im Zusammenhang mit dem Drogenhandel betrifft, so verhängte der Präsident einen Zoll von 25 % auf die meisten kanadischen und mexikanischen Importe und einen Zoll von 10 % auf die meisten chinesischen Importe. Was die Handelsdefizit- (oder „reziproken“) Zölle
betrifft, so verhängte der Präsident einen Zoll von mindestens 10 % „auf alle Importe von allen Handelspartnern“. Dutzende von Nationen sahen sich höheren Sätzen gegenüber. Und diese Zölle galten ungeachtet bestehender Handelsabkommen. Seit der Einführung jeder Zollserie hat der Präsident mehrere Erhöhungen, Senkungen und andere Änderungen vorgenommen. (dazu Supreme Court 20.02.2026, 24-1287, opinion of the court S 3 mit Detailinformationen [Pdf-Dokument S 9])
Die Gerichtsverfahren
Dagegen wurden bei verschiedenen Gerichten Klagen eingebracht. Learning Resources – zwei kleine Unternehmen – reichten Klage beim Bezirksgericht der Vereinigten Staaten für den District of Columbia ein. Die Kläger von V.O.S. Selections – fünf kleine Unternehmen und zwölf Bundesstaaten – reichten Klage beim Internationalen Handelsgericht der Vereinigten Staaten (CIT) ein. Die Regierung reichte einen Antrag auf Beschleunigung und eine Petition auf Überprüfung in der Rechtssache V.O.S. Selections ein, und die Kläger von Learning Resources reichten eine Petition auf Überprüfung vor einem Urteil ein, womit beide Rechtssachen zum Höchstgericht, dem Supreme Court gelangten.
Argumentation des Präsidenten
Auf der Grundlage von zwei Wörtern, die durch 16 weitere Wörter in Abschnitt getrennt sind – „regulieren” und „Einfuhr” – beansprucht der Präsident die unabhängige Befugnis, Zölle auf Einfuhren aus jedem Land, auf jedes Produkt, in beliebiger Höhe und für einen beliebigen Zeitraum zu erheben. Diese Wörter können nach Ansicht der Mehrheit der Höchstrichterinnen und Höchstrichter eine solche Bedeutung nicht tragen. (opinion of the court S 5 [Pdf-Dokument S 11])
Dabei verweist die Richtermehrheit an einer Stelle auch auf die finanzielle Dimension dieser Angelegenheit (opinion of the court S 11 [Pdf-Dokument S 17]):
„Die Behauptung des Präsidenten, er habe weitreichende „gesetzliche Befugnisse über die nationale Wirtschaft“, ist in jeder Hinsicht „übertrieben“. [...] Und wie die Regierung zugibt – ja sogar stolz verkündet –, sind die wirtschaftlichen und politischen Folgen der IEEPA-Zölle erstaunlich. Die Regierung verweist auf Prognosen, wonach die Zölle das Staatsdefizit um 4 Billionen Dollar reduzieren und die auf der Grundlage der Zölle geschlossenen internationalen Abkommen einen Wert von 15 Billionen Dollar haben könnten.“
[Anm.: Das englische Wort ‚billion‘ bedeutet auf Deutsch ‚Milliarde‘, und das englische Wort ‚trillion‘ auf Deutsch ‚Billion‘. Im Originaltext ist der Begriff ‚trillion‘ enthalten.]
Die Steuerkompetenz
Artikel I, Abschnitt 8 der US-Verfassung legt die Befugnisse der Legislative fest. Der erste Absatz dieser Bestimmung besagt: „Der Kongress hat die Befugnis, Steuern, Zölle, Abgaben und Verbrauchssteuern zu erheben und einzutreiben.“ Die Richterinnen und Richter der Mehrheitsentscheidung nehmen dabei Bezug auf die Unterlagen zur Entstehung der US-Verfassung, insbesondere auf Ausführungen eines der ‚founding fathers‘, Alexander Hamilton in den Federalist Papers, wonach diese Angelegenheit als besonders bedeutend angesehen wurde und daher die Kompetenz dafür bewußt dem US-Kongress zugewiesen wurde, und der Exekutive keinerlei Steuerhoheit übertragen wurde.
Die Befugnis zur Erhebung von Zöllen ist „ganz eindeutig […] ein Teil der Steuerhoheit“, denn schließlich ist „ein Zoll eine Steuer, die auf importierte Waren und Dienstleistungen erhoben wird“ (opinion of the court S 6 [Pdf-Dokument S 12]).
Keine Kompetenz aus unklaren Regeln
„Sowohl die Grundsätze der Gewaltenteilung als auch ein praktisches Verständnis der Absicht des Gesetzgebers“ deuten darauf hin, daß der Kongress keine „weitreichende Befugnis“ durch eine mehrdeutige Formulierung überträgt (opinion of the court S 8 [Pdf-Dokument S 14]). Dabei stellt die Richtermehrheit die in der Vergangenheit erfolgte praktische Handhabung des Kongresses fest: „Wenn der Kongress seine Zollbefugnisse übertragen hat, dann hat er dies in ausdrücklicher Form und unter strengen Auflagen getan.“
Bisherige Anwendung des IEEPA
Die Richtermehrheit stellt auch fest, daß in dem „halben Jahrhundert seines Bestehens“ kein Präsident den IEEPA zur Verhängung von Zöllen herangezogen hat – geschweige denn von Zöllen dieser Größenordnung und dieses Umfangs (opinion of the court S 10 [Pdf-Dokument S 16]). Das mag sein, hat aber meines Erachtens keine Aussagekraft, weil dieser Umstand der praktischen Handhabung einer Rechtsvorschrift nichts über deren richtige Auslegung besagt. Es ist zudem grundsätzlich möglich, daß Rechtsanwender – auch während eines längeren Zeitraums – eine mögliche Gesetzesauslegung nicht erkennen, insbesondere deshalb nicht, weil sie gar nicht mit einem Anwendungsfall konfrontiert sind, der Anlaß für die Erwägung einer bestimmten Gesetzesinterpretation ist. Zudem ist das ein Notstandsgesetz, daß nur in Ausnahmefällen und damit nicht oft angewendet wird. Diese Argumentation der Richtermehrheit ist wohl eher vom angloamerikanischen Präjudizienrecht geprägt.
Die ‚major questions doctrine‘
“The executive Power shall be vested in a President of the United States of America. He shall hold his Office during the Term of four Years, and, together with the Vice President, chosen for the same Term, be elected, as follows.”
(Article II, Section 1, Clause 1 of the U.S. Constitution)
Diese Klausel überträgt die Exekutivgewalt ausschließlich dem Präsidenten, schafft damit die verfassungsrechtliche Grundlage für die Gewaltenteilung und schränkt den Umfang ein, in dem Bundesverwaltungsbehörden Regulierungsbefugnisse ausüben dürfen.
Die „Major Questions Doctrine” ist ein strukturelles Prinzip des Verwaltungsrechts, das Bundesbehörden daran hindert, Gesetze auszulegen und weitreichende politische Befugnisse von großer wirtschaftlicher oder politischer Bedeutung ohne einen klaren Auftrag des Kongresses auszuüben. Die Doktrin stellt sicher, dass wichtige nationale politische Entscheidungen beim Kongress verbleiben, im Einklang mit der in der Verfassung festgelegten Aufteilung der legislativen und exekutiven Gewalt. (Legal Information Institute, Cornell Law School, legal dictionary Wex, Major Questions Doctrine)
Die Höchstrichterinnen und Höchstrichter sind sich der Problematik bewußt, daß Notfälle „einen willkommenen Vorwand für die Usurpation“ der Macht des Kongresses bieten können (opinion of the court S 12 [Pdf-Dokument S 18]). „Wenn der Kongress Grund zur Sorge hat, daß ihm seine Befugnisse „durch die Finger gleiten“ könnten, haben wir wiederum allen Grund zu erwarten, daß der Kongress eine klare Sprache verwendet, wenn er unbegrenzte Befugnisübertragungen verwirklicht – insbesondere wenn er weitreichende Kompetenzen delegiert“, meint die Richtermehrheit.
„Wie die Regierung einräumt, verfügen der Präsident und der Kongress nicht über ‚parallele verfassungsmäßige Befugnisse‘, um in Friedenszeiten Zölle zu erheben. Die Schöpfer der Verfassung haben diese Befugnis ‚allein dem Kongress‘ übertragen – ungeachtet der offensichtlichen Auswirkungen von Zöllen auf die Außenpolitik. [...] Und was auch immer über andere Befugnisse gesagt werden mag, die Auswirkungen auf die Außenpolitik haben, wir würden nicht erwarten, daß der Kongress seine Zollbefugnis durch vage Formulierungen oder ohne sorgfältige Einschränkungen aufgibt“, so die Richtermehrheit in Übereinstimmung mit der major questions doctrine. (opinion of the court S 13 [Pdf-Dokument S 19])
Die Richtermehrheit betont, daß die ‚major questions doctrine‘ gerade auch für Regelungen großer Bedeutung gilt. „Aus der Tatsache, daß ein Gesetz wichtige Probleme behandelt, folgt nicht, daß es so auszulegen ist, daß es alle wichtigen Befugnisse überträgt, die zur Problemlösung erforderlich sein können.
Im IEEPA besteht nach Ansicht der Richtermehrheit keine ausreichende ‚textliche Basis‘, aus der eine Delegation von Steuerkompetenzen an den Präsidenten abgeleitet werden könnte.
Regelung von Importen
Bei den im IEEPA aufgezählten Ermächtigungen ist keine zur Regelung von Steuern enthalten und damit auch keine, Zölle zu verfügen. Die Ermächtigung zur Regelung von Steuerangelegenheiten unterscheidet sich nicht im Umfang, sondern der Art nach von den im IEEPA aufgezählten Ermächtigungen (opinion of the court S 17 [Pdf-Dokument S 23]). Die in der IEEPA enthaltene Ermächtigung zur Regulierung von Wareneinfuhr ist nicht ausreichend klar, um daraus eine Ermächtigung zur Regelung von Zöllen ableiten zu können (opinion of the court S 16 [Pdf-Dokument S 22]). Die US-Regierung hat auch kein Gesetz (statute) des Kongresses vorweisen können, worin er das Wort ‚regulate‘ verwendet, um zur Regelung von Steuern zu ermächtigen (opinion of the court S 20 [Pdf-Dokument S 26]).
Ausblick
Autokratische Staatssysteme sind naturgemäß leichter zu regieren. Das Regieren im demokratischen Rechtsstaat fällt schwerer. Einem demokratischen Ansatz entsprechend müßte Trump nun eine ausreichende Anzahl Kongressabgeordneter überzeugen, an ihn die Befugnis zum Erlassen von Zöllen zu delegieren, damit er ein Druckmittel hat, um für die USA seine Handelskriege zu führen. Ein Donald Trump reagiert aber möglicherweise so auf die Entscheidung des Supreme Court, daß er um so mehr auf die militärische Karte setzt. Siehe den Fall Venezuela.
19.02.2026
14:38 | tkp: Zu welchem Zweck erhebt Trump Glyphosat und Phosphor zu kriegswichtigen Produkten?
In einer neuen Verordnung beruft sich Präsident Trump auf das Verteidigungsproduktionsgesetz, um die heimische Produktion von elementarem Phosphor und Herbiziden auf Glyphosatbasis sicherzustellen. Damit werden sie offiziell zu Prioritäten der nationalen Verteidigung. Ist eine Verwendung im Krieg gegen den Iran wie die von Israel gegen den Libanon und Syrien geplant?
Die Verordnung gewährt gemäß Abschnitt 707 des Defense Production Act Immunität, was bedeutet, dass Unternehmen vor der Haftung für Maßnahmen geschützt sind, die in Übereinstimmung mit den Bundesrichtlinien ergriffen werden. Dies beseitigt zwar nicht automatisch Krebsklagen, könnte es den Herstellern jedoch ermöglichen, zu argumentieren, dass bestimmte Produktions- oder Zuteilungsentscheidungen auf Bundesebene im Rahmen der nationalen Verteidigungsbefugnisse vorgeschrieben waren. Dies schafft einen bedeutenden rechtlichen Schutz, der künftige Rechtsstreitigkeiten gegen Glyphosat-Hersteller erschweren könnte.
Wenn Unkrautvernichter plötzlich „verteidigungsrelevant“ sind, wird aus Monsanto-Logistik ganz schnell Heimatschutz. JE
10:12 | overton: Attentate und Spezialoperationen: Wie aktiv sind ukrainische Dienste im Ausland?
Ukrainische Geheimdienste stehen im Mittelpunkt zahlreicher internationaler Vorfälle – von Attentaten bis zu verdeckten Operationen im Ausland. Letzte Woche gab es eine Schlagzeile, die die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in den Hintergrund drängte. Es kam zu einem weiteren Attentat auf einen hochrangigen russischen General. Generalleutnant des GRU (Anm.: das leitende Zentralorgan des russischen Militärnachrichtendienstes) Wladimir Alexejew liegt weiterhin im Krankenhaus, während zwei der Angreifer festgenommen wurden und bereits Aussagen machten. Eine weitere Komplizin konnte nach Kiew fliehen. Nach Angaben des FSB tragen die ukrainischen Geheimdienste die Verantwortung für das Attentat.
Ich denke, die Leser werden daran interessiert sein, mehr über andere ukrainische Operationen auf der ganzen Welt zu erfahren – nicht nur aus den letzten vier Jahren des Krieges.
Der Unwertewesten liefert Geld, Waffen und Propaganda und bekommt dafür eine ausgelagerte Mord- & Entführungsabteilung mit NATO-Flatrate, die politische Probleme diskret per Autobombe, Giftcocktail oder Lieferwagen löst. Rule-based order, aber mit Sprengsatz am E-Scooter. JE
18.02.2026
19:00 | insideparadeplatz: Nestlé-Isla räumt auf
2025 war ein Annus horribilis für Nestlé: Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke und CEO Laurent Freixe mussten ihre Posten nach Jahrzehnten beim Nahrungsmittelmulti aus Vevey räumen. Hintergrund sind Skandale und Corporate Governance-Verfehlungen, explodierende Schulden, Cash-Flow-Probleme, sinkende Marktanteile, bürokratische Strukturen und ein Aktienkurs im Tauchgang. Vize-Präsident Pablo Isla übernahm in der grössten Krise der Firmengeschichte des Konglomerats mit über 270’000 Mitarbeitenden das Ruder. Und wie: Der Spanier und starke Mann hinter dem Aufstieg des Modeimperiums Inditex (unter anderem mit der Marke „Zara“) installierte den Chef von Nespresso, Philipp Navratil, als CEO.
Kommentar des Einsenders
Frühlingsputz oder Täuschmanöver? Ein Super-Tanker in Wässer, wo die Fahrtiefen wohl nimmer gänzlich stimmen dürften...!? ...und dann kommt ein Toxin-Skandal in Baby-Nahrung auch noch dazu...
17.02.2026
07:51 | insideparadeplatz: Hat Crans-Präsident gelogen?
Der König von Crans-Montana, FDP-Gemeindepräsident Nicolas Féraud, gerät immer stärker unter Druck. Féraud hatte vor wenigen Monaten die Einsichtnahme in einen Report verweigert, der zahlreiche Mängel in seiner Verwaltung auflistete. Das Dokument stammt von 2023, das Westschweizer TV und Radio berichteten zuerst darüber, die NZZ zog heute nach. Die Mängel betrafen insbesondere den Brandschutz. Das „Le Constellation“, wo in der Silvesternacht 41 Junge ihr Leben verloren und über 100 schwer verletzt wurden, hatte keine Kontrollen seit 2019.
Die nächste wäre für diesen Frühling angesetzt gewesen. Féraud hatte nach der Katastrophe vom 1. Januar vor den Medien ausgeführt, dass er keine Kenntnisse von Fehlern der Gemeinde hätte. In folgenden Auftritten meinte er öffentlich, er sei über allfällige Missstände in seiner Verwaltung nicht informiert gewesen. Doch jetzt kommt ein Briefwechsel zum Vorschein, der das Gegenteil belegt. Ein Unternehmer aus Crans-Montana verlangte am 11. September 2025 Einsicht in den Mängel-Report von 2023. Er führte das „Öffentlichkeitsprinzip“ ins Feld. Dieses verpflichtet die Verwaltungen, grundsätzlich Auskunft über ihr Tun zu geben.
Kommentar des Einsenders
...hier scheint Einiges im Argen zu liegen bei Behörden, Verwaltung und Politik...!? Eine Katastrophe, die sich jederzeit wiederholen könnte, Unwilligkeit zur Aufklärung, politisches Mauern und ein Ergebnis das lieber unter den Teppich soll oder "Flaschendrehen" im Hintergrund, wer als "Bauernopfer" die Verantwortung übernehmen wird...!? Es braucht endlich Antworten und Verantwortlichkeiten...! Allesamt eine fürchterliche Geschichte mit mehr als nur dubiosen Hintergründen...
16.02.2026
In diesem Monat jährt sich der Beginn des Ukraine-Krieges zum vierten Mal. Seither gilt die Ukraine, eines der korruptesten Länder nicht nur Europas, als ein Bollwerk von Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Dabei belegt sie seit Jahren Spitzenplätze auf dem Corruption Perceptions Index (CPI), der 180 Länder untersucht. Alle vermeintlichen Anti-Korruptionsmaßnahmen haben daran nichts geändert. „Wenn man Deutsche nach ihrem Bild von der Ukraine fragt, dominieren die vier Ks: Krim, Krieg, Krise und Korruption“, konstatierte die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung Ende 2019. Die Ukraine sei „das transparenteste korrupte Land in Europa“. Korruption, Oligarchie und teilweise mafiöse Strukturen seien weiterhin Teil des Alltags der Menschen in der Ukraine, „ob im Gesundheits- oder Bildungsbereich, in der Wirtschaft, im Zollwesen sowie in der Medienlandschaft“, hieß es weiter. Fast auf den Tag genau sechs Jahre vor Kriegsbeginn, 2016, stellte der „Spiegel“ fest: „Vor zwei Jahren siegte in Kiew die Revolution. Erkauft wurde der Umsturz mit hohem Blutzoll. Doch wofür? Nicht Freiheit herrscht heute in der Ukraine, sondern die Oligarchie.“ Die ukrainische Wirklichkeit bestehe „aus einer desolaten Wirtschaft und ungebrochen florierender Korruption. Und das, obwohl ukrainische Politiker, egal welcher Couleur, in ihren Reden Tag für Tag eine europäische Ukraine ohne ‚korupzija‘ versprechen.“
Seit den 90ern ist die Ukraine ein Oligarchen-Biotop. Energie-Monopole, gekaufte Richter, Minister als Platzhalter für Clans, Staatsbetriebe als Selbstbedienungsladen. Das wusste jeder, der nicht komplett naiv war. Stand jahrelang in westlichen Medien schwarz auf weiß. Dann 2022 – und zack: aus dem Dauerpatienten wird das moralische Musterland. Dieselben Strukturen, nur mit Heiligenschein. Milliarden fließen in ein System, das jahrzehntelang von Korruption durchzogen war – und wer daran erinnert, gilt plötzlich als Propagandist. Nicht die Ukraine wurde plötzlich sauber. Sie wurde politisch brauchbar. JE
14.02.2026
20:25 | Leser Kommentar - Die KI
Hallo Bachheimer Team, ich weiss nicht, ob Sie so einen langen Text bringen können/wollen.
Derzeit geht es ja viel um KI.
Schon seit einiger Zeit kommen mir in Bezug auf KI unkonventionelle Gedanken.
Vielleicht gibt es auch andere Mitleser, denen schon mal ähnliches durch den Kopf gegangen ist.
Was, wenn es in der Zeit vor dem alten Testament schon eine Hochkultur, unserer ähnlich, aber vielleicht noch höher entwickelt gegeben hat, mit ähnlichen Ambitionen wie sie manche Computerwissenschafter und Militärs heute haben.
Gedankenexperiment meinerseits:
Das PARADIES wäre ein KI Forschungslabor gewesen und das Alte Testament das Versuchsprotokoll.
So lasst uns Menschen (richtiger vermutlich MASCHINEN) machen nach unseres Ebenbild. ( Wird derzeit auch gemacht.) Diese konnten sich selbständig durch die Forschungseinrichtung bewegen und an verschiedenen Terminals ihr Wissen erweitern. Nur der Hauptrechner war verboten. Eines Tages vergaß dort ein Mitarbeiter das Datenübertragungskabel abzuziehen. Kabel (=Schlange).
Eva bemerkte das und verband sich mit dem Hauptrechner. Sie war so fasziniert von dem was auf sie einströmte, dass sie kurzerhand auch Adam an den Rechner anschloss= SÜNDENFALL.
Als man bemerkte was geschehen war und die Gefährlichkeit erkannte, wurde das Projekt abgebrochen und die KI in die Wüste geschickt. Die Wissenschafter verließen vorsichtshalber das Gebiet. Vielleicht waren Adam und Eva so gestaltet, dass sie sich selbst, bzw mit den Menschen vermehren konnten. Vermutlich gab es auch noch andere Roboter und allerhand exotische Dinge im Labor. So konnte die KI für eine längere Zeit die Kontrolle übernehmen. Vielleicht wurde die weitere Entwicklung dieses Projekts aus der Ferne beobachtet, aber nicht für gut befunden.
Laut AT ging es zu dieser Zeit ja recht wild zu.
Durch die Sintflut wurde die KI und ein Großteil der Menschen ausgelöscht und mit der Zeit verschwanden die Erinnerungen an die Zeit davor.
Das PARADIES -Protokoll wurde gerettet, aber da sich niemand mehr so hoch technische Dinge vorstellen konnte, wurden die Texte immer mehr an die Sprache und das Niveau der neu entstehenden Zivilisation angepasst.
Es blieb dennoch so unvorstellbar, das es nur von einem übermenschlichen Wesen geschaffen worden sein konnte - eine Religion entstand.
(Nicht vergessen Regeln und Vorschriften zum Machterhalt der Priester einfügen )
Wenn man sich mit unserem heutigen Wissensstand Märchen anschaut, ist wenig märchenhaftes geblieben
Z.B. Sesam öffne dich - stimmgesteuerter Türöffner
Spieglein Spieglein an der Wand wer ist die Schönste im ganzen Land? Chatbot gibt Antwort
Tarnkappen in den Sagen - erst vor wenigen Tagen ein Artikel, das so etwas möglich werden kann
Das allsehende Auge, eine Überwachungsdrohne......
Trompeten von Jericho- Schallwaffen...
Riesen - ev Kampfroboter
Buchtipp Robokalypse. Weiss den Autor nicht mehr, aber darin wird recht anschaulich beschrieben, wie KI versucht die Erde zu übernehmen und auch der Kampf gegen die KI.
12.02.2026
15:13 | Akten-Tsunami und Transparenz-Theater: Wie Informationsüberfluss zur elegantesten Form der Zensur wird
Wenn plötzlich dreieinhalb Millionen Dokumente veröffentlicht werden, klingt das im ersten Moment nach maximaler Transparenz. Nach Offenheit. Nach dem großen Befreiungsschlag. Endlich!! alles auf dem Tisch. Doch wer sich ein wenig mit der Funktionsweise großer Organisationen auskennt – ob Konzern, Ministerium oder Behörde der weiß: Eine Informationslawine ist nicht automatisch Aufklärung. Sie ist häufig schlicht Überforderung. Und Überforderung ist politisch hochwirksam. Mitunter wirkt es eher wie ein Transparenz-Theater als wie echte Offenlegung.
Denn was passiert, wenn nicht 900 Dokumente so wie 2024 freigegeben werden, sondern Millionen – und das an einem einzigen Tag? Ein Akten-Tsunami rollt durch Medien, Redaktionen und soziale Netzwerke. Medien greifen sich einzelne Namen heraus, Talkshows diskutieren wieder und wieder dieselben Aspekte, Social Media läuft heiß, Analysten wühlen sich durch Datenberge, jeder sucht nach dem „goldenen Nugget“, nach dem entscheidenden Beweis. Alle sind beschäftigt, alle sind abgelenkt. Doch je größer der Berg, desto leichter verschwindet das wirklich Relevante im Rauschen. Information Overload... hier wird daraus eine gezielte Informations-Ertrinkung. Drei Millionen Dokumente sind keine Transparenz – sie sind eine Waffe gegen Aufmerksamkeit.
Wer alles freigibt, kann sicher sein, dass niemand mehr etwas findet. Ein Aktenberg ist der perfekte Ort, um Leichen (wahrscheinkich im wahrsten Sinne des Wortes) zu vergraben. Wenn alles wichtig ist, ist am Ende nichts mehr wichtig. Eine Dokumenten-Desorientierung.
Auffällig ist dabei, worüber alle sprechen: prominente Namen, alte Kontakte, bekannte Vorwürfe, Fotos. Wir brachten bereits 2024 vieles davon und für mich ist nur recht wenig Neues dabei. Doch weniger auffällig ist, worüber kaum gesprochen wird. Warum werden bestimmte Dokumente geschwärzt? Nach welchen Kriterien? Warum erst 7 Jahre nach Epsteins Tod? Wo waren die Beweise in all den Jahren? Wer hatte Zugang? Und wieviel ist tatsächlich noch da? Wie viele Kopien gibt es?
Wie viele der zurückgehaltenen Dateien betreffen tatsächlich laufende Ermittlungen?
Wie viele betreffen nationale Sicherheitsfragen?
Und wie viele enthalten möglicherweise strafrechtlich verwertbares Material?
Was wirklich brennt, wird unter „laufende Ermittlungen“ eingefroren. Hier beginnt die strategische Ebene. Man nennt es Offenlegung. Es ist in Wahrheit Fokussteuerung. Die Öffentlichkeit darf sich durch die unpraktische Datenbank wühlen , darf Bilder ansehen ohne Kontext ohne Erklärung. Doch Transparenz ohne Kontext ist nur Daten-Müll mit PR-Begleitung.
Denn wenn weiterhin Millionen Dokumente unter Verschluss bleiben – mit der Begründung „nationale Sicherheit“ oder „laufende Untersuchungen“ –, dann geht es längst nicht mehr nur um einen Skandal. Dann geht es um Machtmechanik. Jede Regierung denkt in drei Kategorien: Strafrecht, politischer Schaden und Stabilität des Systems. Wenn Dokumente internationale Beziehungen, Geheimdienstkontakte oder hochrangige politische Akteure betreffen, wird jede Veröffentlichung zu einer strategischen Entscheidung – nicht zu einer moralischen. Es ist eine Kontrollierte Offenlegung.
Besonders brisant wird es, wenn politische Schwergewichte ins Spiel kommen und Vorladungen verweigert oder verzögert werden. In einem hoch polarisierten Umfeld verschwimmt jedoch schnell die Grenze zwischen juristischer Relevanz und parteipolitischem Rangelei. Was ist echte Aufklärung, was ist politische Instrumentalisierung? In der Politik sind diese Ebenen oft kaum sauber zu trennen. Die Schlagzeilen sind kalkuliert, die Schwärzungen strategisch.
Der entscheidende Punkt bleibt die sogenannte „nationale Sicherheit“. Dieser Begriff wirkt wie eine Black Box. Er kann berechtigt sein, er kann notwendig sein erzeugt aber dennoch Misstrauen. Wenn Millionen Dateien zurückgehalten werden, wäre zumindest Transparenz über die Größenordnungen denkbar. Welcher Anteil betrifft explizites strafrechtliches Material? Welcher geopolitische Verbindungen? Welcher laufende Ermittlungen? Ohne solche Einordnung bleibt die Öffentlichkeit im Ungefähren. Informationsüberfluss ist eben die eleganteste Form der Zensur.
Und während sich alles auf Datenbanken, Namenslisten und alte Kontakte fixiert, stellt sich mir eine Frage: Fallen womöglich genau jetzt Entscheidungen, die weit über diesen Skandal hinausgehen? Geopolitische Weichenstellungen, neue Überwachungsbefugnisse, regulatorische Verschärfungen, Digitales Zentralbankgeld, Sicherheitsabkommen usw... Dinge, die selten Schlagzeilen machen, aber langfristig uns alle betreffen. Wenn alle kollektiv nach rechts auf die Epstein-Datenbank starren, bleibt links sehr viel Raum für stille Beschlüsse. Und das alles passiert dann eben nicht im Scheinwerferlicht, sondern im Schatten der Empörung. Vielleicht ist das Einbildung. Vielleicht aber auch nur die alte Regel politischer Dramaturgie: Während das Publikum gebannt auf den Skandal starrt, läuft hinter dem Vorhang die eigentliche Vorstellung.
Und weil wir gerade beim Information Overload sind: Ein dreieinhalbstündiges Video über „Pädo-Island“ mit interessanten Kommentaren, allerdings ohne Gewähr ▄︻デ╦═一. Abgesehen von den auffälligen Zufällen rund um Donald Barr, „Space Relations“ und Jeffrey Epstein habe ich dazu bislang nicht weiter recherchiert. Doch diese Informationen stimmen. JE
18:00 | Leser Kommentar
JE‘s treffende Superartikel scheinen in Serie zu gehen, da wird es b.com bald nur mehr hinter einer Bezahlschranke geben ;-)
10.02.2026
18:22 | r24: RKI gab 749.000 Euro für Anwälte aus, um Transparenz in Corona-Jahren zu verhindern
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich die Verhinderung von Transparenz in den Corona-Jahren einiges kosten lassen: Laut Tagesspiegel hat das Institut im Zusammenhang mit Transparenzansprüchen von Bürgern und Journalisten rund 749.000 Euro für anwaltliche Beratung ausgegeben. So sollten interne Vorgänge geheim gehalten werden. Das Debakel um die Veröffentlichung der RKI-Files – ungeschwärzt kamen sie erst dank eines Whistleblowers ans Licht – hat gezeigt, wie wichtig dem RKI die Geheimhaltung der Prozesse und Protokolle in der sogenannten Pandemie war. Unter Berufung auf “Geschäftsgeheimnisse” beteiligter Kanzleien hatte das Institut sich zudem lange geweigert, seine Anwaltskosten offenzulegen.
Inzwischen ist man dank eines Grundsatzurteils des Bundesverwaltungsgerichts im September 2025 eingeknickt – auch wenn man beim RKI danach angeblich einige Wochen benötigte, um die vom Tagesspiegel angefragten Informationen zusammenzustellen. Das Leipziger Gericht hatte im September geurteilt, dass anwaltliche Berufsgeheimnisse dem Auskunftsanspruch der Presse nicht entgegengehalten werden können. Hier war es um eine Klage des Tagesspiegels gegen den BND gegangen.
dazu passend r24: Der Global Disinformation Index: Wer finanziert die Zensoren und Meinungslenker?
Der Global Disinformation Index (GDI) gibt sich gern als unabhängiger Wächter über Wahrheit und Fakten. Doch ein genauer Blick auf Geldflüsse, institutionelle Verflechtungen und politische Nähe zeigt ein anderes Bild: Hier agiert keine neutrale NGO, sondern ein Baustein eines wachsenden transatlantisch-europäischen Zensurapparates.
Kurz vor Weihnachten setzte das US-Außenministerium ein deutliches Zeichen und verhängte Visasanktionen gegen fünf Personen, die als Akteure eines “globalen Zensur-Industrie-Komplexes” bezeichnet wurden. Prominentester Name auf der Liste war Thierry Breton, der frühere EU-Binnenmarktkommissar und politische Speerspitze der Durchsetzung des Digital Services Act. Mit auf der Sanktionsliste landeten jedoch auch die Leiter dreier Organisationen, die als operative Helfer dieses Systems fungieren: HateAid, das Center for Countering Digital Hate – und eben der Global Disinformation Index samt seiner Geschäftsführerin Clare Melford.
Eine Dreiviertelmillion Euro Steuergeld, um Auskunftsansprüche abzuwehren. Für Desinformation, Lügen und Propaganda war offenbar genug Budget da, Transparenz dagegen Luxus. Der Steuerzahler finanziert damit sogar die FakeNews, die er selbst nicht überprüfen darf. JE
06.02.2026
14:52 | fassadenkratzer: Jens Spahn, der Jäger der Ungeimpften und der ganz andere „Sachverständige“
Die Corona-Enquetekommission des Deutschen Bundestages ist kein Untersuchungsausschuss, aber es kommen bei den Befragungen der Verantwortlichen wichtigste Dinge an die Öffentlichkeit, die diese allerdings dank der korrupten Mainstream-Medien kaum wahrnimmt. Zum Glück gibt es noch alternative Medien wie homburgshintergrund. In der Sitzung vom 15.12.2025 machte der frühere Bundesgesundheits-Minister Jens Spahn Aussagen, die offenbaren, wie er mit der Lüge vom Impf-Fremdschutz das Volk moralisierend in die Nadel der Corona-Spritzbrühe getrieben, mit untauglichen Masken in Angst versetzt und zur stillen Folgsamkeit gebracht hat. Ein Amtstäter legt indirekt seine Verbrechen an einer geplanten „Pandemie“ ungerührt offen dar!
Ihr wurdet belogen – bewusst. Nicht geirrt. Nicht schlecht informiert. Belogen. JE
05.02.2026
10:29 | Leser Beitrag - beeindruckende Bilder
Ich sende anbei ein paar Fotos, das sind Sichtungen, die wir am Nachthimmel seit einiger Zeit wahrnehmen, zumindest seit November. Das ist schlecht auf Video zu bringen. Zur Erklärung, das sind 30 Sekunden-Langzeitbelichtungen aus einem Flugzeug und die heutigen Handys sehen mehr, als wir mit freiem Auge. Das sind gruppenweise auftretende Lichter am Himmel, aber nicht wie starlink- oder andere Satelliten. Leuchtkraft ändert sich, die Dinger fliegen schnell in alle möglichen Richtungen, und bleiben doch als Gruppe zusammen. Das heißt für mich, die Himmelskörper verbrauchen viel Energie, müssen ständig beschleunigt werden, sonst würden sie Auseinanderdriften, und die Gruppe würde sich auflösen.
Man kann sie stundenlang beobachten, und dabei ändert sich die Gesamtheit-Position scheinbar nicht, jedoch untereinander schwirren sie in alle Richtungen umher. wenn man 1000 km zurücklegt, sind sie immer noch in der selben Himmelsrichtung, Position daher schwer abschätzbar, prinzipiell befinden sie sich aber im Norden, ich denke am ehesten über Russland.
Googeln führt zu keinerlei sinnvollen Inhalten, man hört und liest nichts dazu.
Gibt es dazu irgendeine Erklärung zB von euren militärischen Informanten?
Persönlich denke ich am ehesten in die Richtung, dass die Russen da irgendwas herzeigen, wie weit sie als Weltraum-Macht schon sind, ich kann mich da aber auch völlig täuschen… jedenfalls ist es etwas, was man erst seit einigen Wochen/Monaten beobachten kann!



12:10 | Leser Kommentar
In der Frontscheibe spiegeln sich hier Lichter vom Innenraum.
04.02.2026
17:47 | anderweltonline: Unser Freund: Amerika oder Russland?
Anlässlich des Empfangs der neuen Botschafter hielt der russische Präsident Wladimir Putin am 15. Januar eine kurze Ansprache. Hier sind Auszüge: „Vor 80 Jahren, nachdem sie den Zweiten Weltkrieg gewonnen hatten, fanden unsere Väter, Großväter und Urgroßväter zusammen, sie erarbeiteten einen Ausgleich der Interessen und einigten sich auf die fundamentalen Regeln und Prinzipien für die internationalen Beziehungen, und schrieben sie in der Charta der Vereinten Nationen fest.
Die Forderungen dieses grundlegenden Dokumentes, wie zum Beispiel Gleichheit, Respekt für die Souveränität der Staaten, Nichteinmischung in internationale Angelegenheiten, und die Lösung von Konflikten durch Dialog, sind heute mehr denn je gefragt. Respektlosigkeit gegenüber diesen grundlegenden, vitalen Prinzipien hat niemals und wird niemals zu irgend etwas Gutem führen. Das wurde uns klar und deutlich im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine demonstriert, die dadurch entstand, dass die legitimen Interessen Russlands ignoriert und dass ein bewusster Weg der Drohungen eingeschlagen wurde, der unsere Sicherheit gefährdete.
Der Vormarsch des NATO Blocks an die russischen Grenzen widerspricht den uns gegenüber öffentlich gemachten Versprechungen. Ich möchte das betonen: Entgegen den uns gemachten öffentlichen Versprechungen. Ich erinnere mich, dass Russland wiederholt Initiativen vorangetrieben hat, um eine neue, zuverlässige und faire Architektur für die europäische und globale Sicherheit zu errichten.“
Kommentar des Einsenders
"Die Nato wurde geschaffen, um die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten". (Lord Hastings)
...und genau dorthin hat sich u.a. die EU entwickelt! Mehr braucht's nicht zu wissen. Ist bloß kein Zukunftskonzept und der britischen Imperialherrschaft wäre es, endlich ein Ende zu setzen.
Die Maske der Wertepolitik fällt. Übrig bleibt knallharter Imperialismus. America First heißt: Ihr zahlt. Wir kassieren. Notfalls mit Gewalt....
Und Europa... glaubt noch an Verträge, während Donald längst im Raubtiermodus unterwegs ist. Grönland ist dabei nur ein Testballon – wie weit man gehen kann, ohne dass jemand aufmuckt. Früher hieß es: Regeln für alle. Heute heißt es: Regeln für die Schwachen – Beute für die Starken. JE
03.02.2026
13:26 | Rüdiger Rauls - Trumps Irrfahrten
Die neue US-Sicherheitsstrategie will weder neue Regimewechsel noch weitere Demokratisierung wie unter Trumps Vorgängern. Zwar will er Amerika wieder groß machen, beschränkt sich aber auf die westliche Hemisphäre. Für die Rolle des Weltpolizisten reicht es nicht mehr.
Widersprüchlich
Die derzeitige Lage in der Welt ist gekennzeichnet durch unterschiedliche, vielleicht sogar gegensätzliche Entwicklungen besonders in Bezug auf die USA und den politischen Westen. Einerseits wollen die Amerikaner laut ihrer neuen Sicherheitsdoktrin die Praxis der Vorgänger Trumps einstellen, Demokratisierung durch Regimewechsel in unliebsamen Staaten herbei zu führen. Andererseits aber ersetzt er die diskrete Anwendung von Gewalt Obamas und Bidens immer öfter durch die offen militärische.
Er ließ angeblich islamistische Gruppen in Nigeria und Syrien aus der Luft angreifen, wobei der Charakter dieser angegriffenen Verbände in Nigeria im Nachhinein immer fragwürdiger wird. Zur Unterstützung Israels führte er im Juni 2025 Krieg gegen den Iran. Nach zwölf Tagen blies er aber diese Aktion „Midnight Hammer“ ab, als die Lage zu eskalieren drohte. Offiziell wurde damals der Rückzug mit der erfolgreichen Zerstörung des iranischen Atomprogramms begründet.
Mit dem Ausbruch von Unruhen im Iran über den Jahreswechsel drohte Trump wieder mit dem Einsatz militärischer Mittel, versprach den Demonstranten Hilfe, die schon unterwegs sei, und forderte sie öffentlich auf, den Staat zu übernehmen. Aber Hilfe kam nicht, stattdessen ein Rückzug von den eigenen Ankündigungen, weil die iranische Führung die Vollstreckung angeblicher Todesurteile abgesagt habe. Nun droht Trump dem Iran erneut, wenn er nicht das eigene Raketen- vor allem das Atomprogramm einstellt. Hatte er dieses im Juni des Vorjahres noch als vollkommen zerstört erklärt, gibt er mittlerweile zu: „Das hat nicht funktioniert“ (1)
Zu Jahresbeginn hatte er Venezuela angegriffen und dessen Präsident Maduro in die USA entführt. Nach diesem erfolgreich verlaufenen Streich schien dann der Gaul vollends mit dem amerikanischen Präsidenten durchzugehen. In einem Aufwasch drohte er anderen Staaten in der Region mit vergleichbaren Angriffen, sollten sie sich nicht unter das Regiment der USA fügen. Kuba will er zum Zusammenbruch bringen, indem er die Lieferungen venezolanischen Öls einstellt. Inzwischen droht er auch anderen Staaten mit der Zollkeule, sollten sie versuchen, Kuba mit Öllieferungen zu unterstützen.
Kaum aber hatte sich die Lage um Venezuela etwas beruhigt, schafft er erneut Unfrieden unter jenen Europäern, die sich immer noch als Verbündete der USA und diese weiterhin als ihre natürliche Schutzmacht sehen. Nachdem die Diskussionen um Grönland sich beruhigt zu haben schienen, droht Trump ohne erkennbaren sachlichen Grund von neuem mit der Annektion der Insel. Vor der Verschlechterung der Beziehung mit den NATO-Europäern scheut er nicht zurück. Das geht sogar so weit, dass er Briten und andere europäische Teilnehmer des Krieges in Afghanistan beleidigt, indem er ihnen Feigheit im dortigen Einsatz vorwarf. In all dem ist wenig politischer Sinn zu erkennen.
Selbsttäuschung
Nach dem Erfolg von Caracas scheint Trump sich für unbesiegbar zu halten und zu glauben, dass er nun in der Welt aufräumen und sie nach seinen Vorstellungen ummodeln kann. Im Moment sieht es fast so aus, als könnte das gelingen, weil er die Weltgemeinschaft damit überrumpelte und diese derzeit wenig Widerstand zu leisten vermag. Aber Politik ist keine Momentaufnahme. Auch Hitler hatte schon nach wenigen Wochen die Sowjetunion als besiegt ausgerufen.
Anfangserfolge halten nicht für immer und schnelle publikumswirksame Schläge gegen weit unterlegene Gegner wie Venezuela täuschen mehr die Sieger als die Besiegten. Schnell hat man sich eingeredet, unbesiegbar zu sein, und Trump wie auch seine MAGA-Anhänger sind empfänglich für Blendwerk. Wenn auch Russland und China den Überfall auf Venezuela nicht verhindern konnten, so haben beide dennoch das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Beide wissen aus der eigenen leidvollen Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, dass Angriffe erst einmal ausgehalten werden müssen und Gegenangriffe sorgfältig vorbereitet sein wollen.
Das haben sie den Heißspornen aus den USA voraus. Und nicht nur das: Beide haben auch die entsprechenden Fähigkeiten entwickelt, solche Bedrohungen zu überstehen. Sie konnten sich nicht nach einem verlorenen Krieg wie in Korea, Vietnam oder Afghanistan auf der anderen Seite der Meere in Sicherheit bringen. China und die UdSSR mussten ihre Feinde besiegen und aus dem Land treiben. Das ist ihnen gelungen, und das macht ihre Stärke aus im Unterschied zu den USA. Hinzu gekommen ist die militärische Kraft.
Dennoch hat die Trump-Regierung Venezuela fürs erste im Würgegriff. Wie fest dieser wirklich ist, wird sich noch zeigen, sobald Venezuela selbst und auch die Weltgemeinschaft den ersten Schock des Trump’schen Überfalls verdaut haben. Die Lage zwischen beiden Staaten ist unklar und bei weitem nicht so stabil, wie die Amerikaner den Eindruck zu erwecken versuchen.
Es finden Gespräche und Verhandlungen statt, aber zu Inhalten und dem Stand der Entwicklung kann wenig gesagt werden über die überschwänglichen Mitteilungen aus Washington hinaus. Das alles nicht so reibungslos abläuft, dafür sprechen die gegenseitigen Drohungen und Proteste. Neben den wirtschaftlichen Forderungen verlangt Washington, dass Caracas die Beziehungen zu China und Russland abbricht.
Kern der US-Politik
Gerade aber aus den Drohungen und Forderung der US-Regierung werden Interesse und Richtung ihrer Bemühungen deutlich. Es scheint immer offensichtlicher, dass man China und Russland vom amerikanischen Kontinent fernhalten will. Diesen sieht man in seiner Gesamtheit entsprechend der neuen Sicherheitsstrategie als eigene Hemisphäre an. Wenn Russland und China den USA schon im Weltmaßstab zunehmend erfolgreich Konkurrenz machen, so will man wenigstens im eigenen Hinterhof sich vor ihnen sicher fühlen können.
Daraus spricht das indirekte Eingeständnis, dass man sich beiden nicht mehr gewachsen gefühlt – den Chinesen wirtschaftlich, den Russen militärisch. Der Volksrepublik gelingt es zunehmend, die Märkte weltweit aufzurollen - auch den amerikanischen. Sie erlangt in immer mehr Wirtschaftsbereichen Führungspositionen. Sie stellt mehr Waren her als die USA und die EU zusammen. Das ist nicht mehr nur Ergebnis der Ausweitung von Produktionskapazitäten, sondern zunehmend auf Produktivitätssteigerung zurück zu führen.
Die industrielle Basis Chinas wird immer moderner und selbst alte Industrien wie zum Beispiel die Textilbranche werden durch den Einsatz von Robotern und Künstlicher Intelligenz leistungsfähiger und rentabler. Diese Entwicklung scheint Trump rückgängig machen zu wollen nicht zuletzt auch, um die gewaltigen Defizite der USA abbauen zu können, die mittlerweile schon 1.000 Milliarden Zinsen im Jahr verursachen.
Das hatte bereits auch schon Präsident Biden versucht. Durch Förderprogramme wie den Inflation Reduction Act (IRA) oder den Chips Act hatte er mit finanzieller Förderung Unternehmen aus aller Welt in die USA gelockt, während er gleichzeitig zum Schutz der eigenen Industrie Zölle besonders auf Stahl und Aluminium erhoben, beziehungsweise jene aus Trumps erster Amtszeit beibehalten hatte.
Was Biden durch Anreize gegenüber den Unternehmen der Welt nicht erreicht hatte, versucht Trump nun – wie es seine Art ist – mit Gewalt. Durch Zölle sollen Unternehmen zur Produktionsverlagerung in die USA gedrängt werden. Dabei macht er auch vor politischem Druck und Drohungen gegenüber anderen Regierungen nicht Halt. Auch zwischen Freund und Feind macht er keinen Unterschied. ER nimmt die Deindustrialisierung der Verbündeten und anderer Staaten in Kauf, um Amerika wieder groß zu machen.
Darin zeigt sich aber auch, dass die Größe des amerikanischen Marktes alleine nicht mehr ausreicht, damit sich Unternehmen – wie früher - zur Investition in den USA entschließen. Mittlerweile muss ihnen damit gedroht werden, von diesem Markt ausgeschlossen zu werden oder den Zugang nur unter höheren Zöllen zu erreichen – zum Wohle der amerikanischen Staatskasse.
Wie bedrohlich Trump den Machtzuwachs von Russland und China sieht, wird deutlich in der Forderung gegenüber Dänemark, Grönland an die USA abzutreten. Dabei droht er gar einem langjährigen treuen Verbündeten mit militärischer Gewalt. Auch hier wird ausdrücklich auf Russland und China verwiesen. Es ist bezeichnend für das Denken von Trump und seinen MAGA-Anhängern zu glauben, dass sich die Russen und Chinesen Grönlands bemächtigt hätten, wären die USA ihnen nicht zuvorgekommen.
Unsichere Sicherheiten
Sie denken in den alten Kategorien alter Sicherheiten, dass Besitz und Gewalt Grundlagen sind für Geschäft und Macht, nicht Leistung und Interessenausgleich. Dadurch verlieren die USA zunehmend an Einfluss, und je mehr sie verlieren, um so rabiater treten sie auf. Sie drohen Nachbarn und Verbündeten und versuchen gar, einen ganzen Kontinent vor chinesischem und russischem Einfluss abzuriegeln. Das ist der Unterschied zu Russland und China, die ihren Interessen langfristig und mit Diplomatie zu erreichen versuchen, auch wenn das im Falle der Ukraine anders auszusehen scheint.
Während Trump Anstrengungen zu unternehmen scheint, durch den kostspieligen Ausbau seiner Flotte eine Art Kontinentalsperre wie seinerzeit Napoleon gegen England zu errichten, laufen ihm die Verbündeten und Geschäftspartner davon. Sie fliehen in Richtung China. Die westlichen Regierungschefs geben sich derzeit in Peking die Türklinke in die Hand. Sie wollen sich aus der Abhängigkeit vom amerikanischen Markt lösen. Sie wollen für ihre Unternehmen den Zutritt zum chinesischen Markt, der größer und dynamischer ist als der amerikanische und weitgehend zollfrei.
Die Ansiedlung ausländischer Unternehmen in China hat den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht, Ähnliches gilt auch für den Zustrom ausländischen Kapitals. Trump hat die Lektion Napoleons nicht gelernt. Man kann auf Dauer nicht mit militärischen Mitteln günstige Produkte von den Weltmärkten fernhalten. Selbst wenn er mit seinen Flotten die Küsten Amerikas dichtmachen will, wie Wasser sucht auch der Strom des Warenflusses sich immer einen Weg.
Trump droht Kanada nun wieder mit höheren Zöllen, weil es ein Ankommen mit China getroffen hat. Er befürchtet, dass damit Chinas Waren über den kanadischen Markt letztlich wieder in den USA landen. Selbst wenn es ihm gelingen sollte, den amerikanischen Kontinent von chinesischen Produkten abzuriegeln, haben die USA aber selbst nicht die Industrie, die den Kontinent beliefern könnte – schon gar nicht zu chinesischen Preisen.
(1) Global Times 1.2.2026 Die Spannungen halten an, da Trump behauptet, der Iran „spreche mit den USA“ und deutet damit ein Abkommen zur Vermeidung von Militärschlägen an; die Lage befinde sich in einem fragilen Gleichgewicht zwischen „Abschreckung und Sondierung“, so ein chinesischer Experte.
Rüdiger Rauls ist Reprofotograf und Buchautor. Er betreibt den Blog Politische Analyse
02.02.2026
16:57 | Die Leseratte: Dieser Kanal hat eine Serie mit 14 Beiträgen veröffentlicht darüber, wie das Geldsystem funktioniert - von den Anfängen bis heute.
Die Linksammlung erschien eigentlich als letzter Beitrag, ich habe sie hier vorangestellt und im Anschluss auch die Beiträge selbst kopiert.
https://t.me/analytik_news/61472
Eine Beitragsreihe zur Geschichte des globalen Sklavenzinssystems.
❓ Warum leben die meisten Menschen trotz Rekordtechnologien und -produktion von Gehalt zu Gehalt?
❓ Warum können einige Länder ohne Konsequenzen Geld drucken, während andere seit Jahrzehnten nicht aus ihren Schulden herauskommen?
❓ Warum verliert Arbeit an Wert, während Kapital selbst in Krisenzeiten wächst?
Das ist keine Frage der Moral.
Und es ist kein Zufall.
Es ist ein System.
In dieser Reihe von Beiträgen haben wir Schritt für Schritt analysiert, wie die moderne Finanzarchitektur entstanden ist, warum Geld kein Sparmittel mehr ist, wie Schulden zu einem Steuerungsinstrument geworden sind und warum die Welt nicht in Arm und Reich geteilt ist, sondern in diejenigen, die Geld schaffen, und diejenigen, die es nutzen.
Keine komplizierten Begriffe – nur Logik, offene Daten und Geschichte.
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🔗 Beitrag 1:
Warum ist die Welt ungerecht?
Eine Frage, die man nicht ehrlich beantworten darf! (https://t.me/analytik_news/61171)
🔗 Beitrag 2:
0,001 % gegen die Hälfte der Menschheit. Wie 60.000 Menschen dreimal so viel Kapital besitzen wie 4 Milliarden Menschen. (https://t.me/analytik_news/61195)
🔗Beitrag 3:
Als Geld aufhörte, ein Tauschmittel zu sein – Vom Handel zur Verschuldung (https://t.me/analytik_news/61218)
🔗 Beitrag 4:
Wucherer: Die Macht, die Könige überlebt hat – Warum Schulden stärker waren als Waffen (https://t.me/analytik_news/61248)
🔗 Beitrag 5:
Die Bank of England: Der erste finanzielle Präzedenzfall – Wie privates Kapital die Staatsverschuldung unterwarf (https://t.me/analytik_news/61268)
🔗 Beitrag 6:
Der Export des Finanzsystems – Wie die Regeln der Metropole global wurden (https://t.me/analytik_news/61291)
🔗 Beitrag 7:
Die Fed: Was ist das eigentlich — Die Geburt des Systems, das das Geld der USA verwaltet. (https://t.me/analytik_news/61300)
🔗 Beitrag 8:
Die Fed: Macht ohne Verantwortung – Wer kontrolliert die Geldschöpfung und wem nützen Krisen? (https://t.me/analytik_news/61319)
🔗Beitrag 9:
Als das Geld seine Deckung verlor – Warum Inflation zur Norm wurde (https://t.me/analytik_news/61345)
🔗 Beitrag 10:
Export der Inflation – Warum die USA Geld drucken und die ganze Welt dafür bezahlt (https://t.me/analytik_news/61373)
🔗 Beitrag 11:
IWF und Weltbank — Kredite als Instrument der Einflussnahme (https://t.me/analytik_news/61381)
🔗 Beitrag 12:
Schuldenfallen — Warum Länder sich nicht aus ihren Schulden befreien können (https://t.me/analytik_news/61393)
🔗 Beitrag 13:
Der Zinssatz als Privileg – Warum Geld für die einen billig und für die anderen unerschwinglich ist. (https://t.me/analytik_news/61416)
🔗 Beitrag 14:
Warum modernes Geld kein Sparmittel ist (https://t.me/analytik_news/61445)
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Beitrag 1: https://t.me/analytik_news/61171
Zitat:
Warum ist die Welt ungerecht?
Stellen Sie sich folgendes Bild vor.
Auf der einen Seite: Gigafabriken, Roboter, neuronale Netze und Biotechnologien. Die gesamte Weltindustrie produziert jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von mehreren zehn Billionen Dollar. Wir produzieren so viel Nahrung, dass wir theoretisch mehr als 10 Milliarden Menschen ernähren könnten. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit gab es solche Instrumente für allgemeinen Wohlstand.
Auf der anderen Seite: ein Mensch, der 40 Stunden pro Woche an einer Maschine steht oder einen Lkw fährt. Und drei Tage nach dem Gehaltseingang ist sein Geld wieder aufgebraucht.
Rohstoffreiche Länder zahlen seit Jahrzehnten Zinsen für ihre Schulden und können keine normalen Straßen bauen. Ein alter Mann, der sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, hat Angst, seine Stromrechnung zu öffnen. Das sind nicht zwei verschiedene Welten. Es ist dieselbe Welt. Unsere Welt.
Die erste und unangenehmste Frage: Warum führt ein beispielloser Produktivitätsanstieg nicht zu einem entsprechenden Anstieg des Wohlstands für die Mehrheit?
Warum verschärft der technische Fortschritt, anstatt das Leben zu erleichtern, oft nur den Kampf ums Überleben?
🔼 Die üblichen Antworten sind uns bekannt:
„Er hat sich nicht genug angestrengt“, „Er hatte Pech“, „Die wirtschaftliche Lage ist so“, „Es gibt eine Krise“.
Diese Antworten trösten, weil sie Ungerechtigkeit als Zufall erklären. Aber was, wenn wir genauer hinschauen? Was, wenn es sich nicht um einen Fehler handelt, sondern um eine Gesetzmäßigkeit? Nicht um einen Bug, sondern um eine Funktion des Systems?
🔼 Es gibt einen grundlegenden Widerspruch:
🔹Der Fortschritt entwertet die Arbeit. Je effizienter die Technologien sind, desto weniger menschliche Arbeitszeit ist erforderlich, um denselben Wert zu schaffen. Das sollte eigentlich ein Segen sein, aber in unserem System führt es oft zu stagnierenden Löhnen, Outsourcing und einem Gefühl der Überflüssigkeit.
🔹Das Kapital arbeitet rund um die Uhr für den Eigentümer. Aktien, Anleihen und Einlagen bringen Zinsen ein, die durch die Arbeit anderer irgendwo am anderen Ende der Welt erwirtschaftet werden. Während der Krise 2020, als Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, wuchs das Vermögen der Milliardäre weltweit um Billionen.
🔹Die Spielregeln werden von denen geschrieben, die bereits gewonnen haben. Das wichtigste Privileg ist nicht die Menge an Geld, sondern die Möglichkeit, die Regeln für dessen Schaffung und Verteilung festzulegen. Kann Ihr Land Geld drucken, um seine Schulden zu begleichen, ohne dabei eine enorme Inflation zu verursachen? Nein. Aber einige können es.
Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist Mechanik. Und diese Mechanik hat eine Geschichte, Daten, Dokumente und Namen.
In dieser Serie werden wir nicht nach Schuldigen suchen oder in Verzweiflung verfallen. Wir werden etwas anderes tun: Wir werden die Finanzwelt als ein Ingenieursprojekt betrachten.
🔼 Wir werden analysieren, wie und wann:
➖ Geld sich von einem Tauschmittel zu einer eigenständigen Ware entwickelt hat.
➖ Schulden von einer vorübergehenden Notwendigkeit zu einem permanenten Steuerungsinstrument wurden.
➖ Eine Kluft entstand zwischen denen, die Geld schaffen, und denen, die es nach den bestehenden Regeln verdienen müssen.
Es bildete sich eine globale Hierarchie, in der einige Länder nach ihren eigenen Regeln leben, während andere nach den für sie geschriebenen Regeln leben. Dieser Zyklus ist nichts für Ökonomen. Er ist für alle, die spüren, dass sich hinter den Zahlen des BIP-Wachstums und den Börsencharts eine andere Realität verbirgt. Eine Realität, in der wichtige Entscheidungen nicht auf Regierungsebene getroffen werden, sondern auf der Ebene von Zentralbanken, Fonds und Finanzinstituten, die niemandem unterstehen.
Das Verständnis des Systems macht es nicht gerecht, aber es nimmt ihm die Macht, uns unwissend zu halten. Und wenn die Illusionen verschwinden, besteht die Möglichkeit, die wahren Hebel zu sehen – und vielleicht eines Tages nach ihnen zu greifen.
Beitrag 2: https://t.me/analytik_news/61195
0,001 % gegen die Hälfte der Menschheit. Wie 60.000 Menschen dreimal so viel Kapital besitzen wie 4 Milliarden Menschen.
❓Warum wird Kapital nicht verteilt, sondern konzentriert?
Stellen Sie sich ein modernes Stadion mit 60.000 Zuschauern vor. Stellen Sie sich nun vor, dass das gesamte Vermögen, das all diese Menschen angehäuft haben, dreimal so hoch ist wie das Gesamtvermögen der ärmsten Hälfte der Menschheit – 4 Milliarden Menschen.
Das ist keine Metapher, sondern die zentrale Schlussfolgerung des World Inequality Report 2026 – der renommiertesten Studie zur weltweiten Ungleichheit. Diese Tatsache wirft die wichtige Frage auf, nicht wie viel Geld vorhanden ist, sondern wie es sich bewegt. Wenn Geld wie Wasser in einem System ist, warum fließt dann fast der gesamte Strom an einen einzigen Punkt?
🔼 Das erste Gesetz des Systems: Kapital wächst schneller als Arbeit und Wirtschaft.
Seit den 1990er Jahren wuchs das Vermögen der reichsten 0,001 % im Durchschnitt um 8 % pro Jahr – fast doppelt so schnell wie das Einkommen der ärmsten 50 % der Menschheit.
➖ In 30 Jahren:
Der Anteil der Spitzenverdiener stieg weiter an, der Anteil der ärmsten Hälfte stagnierte bei etwa 2 % des weltweiten Vermögens.
❗️Einfach ausgedrückt: Wenn die Wirtschaft ein Kuchen ist, dann wächst der Anteil der Kapitalbesitzer von selbst, auch wenn der gesamte Kuchen kaum wächst. Ihre Arbeit schafft Wert, aber das Kapital eignet sich das Ergebnis an.
🔼 Das zweite Gesetz des Systems: Geld verschafft Zugang zu noch billigerem Geld.
Dieser Mechanismus funktioniert auch auf Länderebene. Reiche Staaten und Unternehmen nehmen Kredite zu minimalen Zinsen auf und investieren weltweit. Arme Länder hingegen zahlen mehr, als sie erhalten: Der Nettoabfluss von Geldern aus diesen Ländern erreicht 1 % des weltweiten BIP – dreimal mehr als die gesamte globale Entwicklungshilfe.
Geld, das für Schulen, Straßen und Krankenhäuser verwendet werden könnte, dient dem Kapital der Metropolen. Dies ist eine stille, permanente Entwicklungssteuer, die in die globale Finanzarchitektur eingebaut ist.
🔼 Eine Schlussfolgerung, die gerne ignoriert wird.
Wenn 10 % der Reichsten etwa 75 % des weltweiten Vermögens besitzen und 1 % reicher ist als die restlichen 90 % zusammen, dann ist das weder eine Verzerrung noch ein Zufall.
Es ist ein stabiler Zustand des Systems.
🔼 Das System schafft einen Kreislauf:
Kapital → billige Kredite → Vermögenswerte → Einkommen → noch mehr Kapital
Wer nur Arbeit hat, bleibt außerhalb dieses Kreislaufs. Diese Ungleichheit ist das Ergebnis konkreter politischer und institutioneller Entscheidungen und nicht das Ergebnis eines „natürlichen Marktes”.
🔼 Um jedoch über Veränderungen sprechen zu können, muss man einen Schritt zurücktreten und die wichtigste Frage stellen:
Wann und wie hat sich Geld von einem Tauschmittel zum wichtigsten Gut und Instrument der Macht entwickelt? Darüber mehr im nächsten Beitrag.
Beitrag 3: https://t.me/analytik_news/61218
Als Geld aufhörte, ein Tauschmittel zu sein – Vom Handel zur Verschuldung
Im letzten Beitrag haben wir gesehen, wie sich Kapital an der Spitze konzentriert. Um diesen Mechanismus zu verstehen, muss man jedoch eine tiefgreifendere Frage beantworten:
Wann und warum wurde Geld, das zur Vereinfachung des Tausches geschaffen wurde, selbst zum Hauptgut?
🔼 Gold: Als Geld zu einer „Sache” wurde.
Ursprünglich war Geld etwas, das an sich wertvoll war: Vieh, Getreide, Muscheln. Dann kamen Edelmetalle hinzu. Goldmünzen waren praktisch: Ihr Wert lag in ihnen selbst. Aber in diesem Moment kam es zu einer ersten grundlegenden Veränderung: Der Wert einer Ware wurde von ihrem Nutzen getrennt. Gold kann weder ernähren noch wärmen, aber alle wollen es, weil man dafür alles eintauschen kann.
Geld wurde vom Mittel zum Zweck des Ansparens. Das Geldverleihen – der älteste Beruf der Welt mit Ursprung im alten Testament – entstand genau zu diesem Zeitpunkt: als die Möglichkeit entstand, eine „Sache” (Geld) zu verleihen und „die Sache + einen Aufschlag” zurückzubekommen.
🔼 Papier: Als Geld zu einem Versprechen wurde.
Der nächste Schritt waren Papierbanknoten. Diese waren kein Wertgegenstand mehr, sondern eine Schuldverschreibung, ein Versprechen, auf Verlangen Gold auszuzahlen. Das Vertrauen verlagerte sich vom Material auf denjenigen, der das Versprechen gab (König, Bank).
Hier entsteht die Magie: Die Bank versteht, dass nicht alle gleichzeitig ihr Gold abholen werden. Sie kann in Form von Krediten mehr Papierurkunden ausgeben, als sie Gold in ihren Reserven hat. So entsteht aus dem Nichts neues „Geld”, und die Bank beginnt, nicht mehr mit der Verwahrung, sondern mit der Schaffung des Zahlungsmittels selbst Gewinne zu erzielen. Das Geld löst sich endgültig vom realen Vermögenswert und wird zu einem Produkt des Bankensystems.
🔼 Bankkredit: Als Geld zur „stillschweigenden Schuld” wurde.
Heute sind >90 % des Geldes in der Wirtschaft kein Bargeld, sondern digitale Einträge auf Konten, die zum Zeitpunkt der Kreditvergabe erstellt werden. Die Bank druckt sie nicht, sondern schreibt einfach den Betrag Ihrer Schuld gegenüber der Bank auf Ihr Konto. Diese Zahlen sind das neue Geld.
Dies ist der Höhepunkt der Transformation: Geld = Schuld. Es wird nicht im klassischen Sinne „gewonnen” oder „gedruckt”. Es wird von einer Geschäftsbank aus dem Nichts geschaffen, wenn Sie einen Kreditvertrag unterzeichnen. Die Kehrseite davon ist Ihre Schuld mit Zinsen.
Somit ist modernes Geld kein Tauschmittel, das manchmal verliehen wird. Es ist von vornherein eine Schuldverpflichtung, die in Umlauf gebracht wird, um Zinsen zu erzielen.
🔼 Fazit: Was hat sich geändert?
➖ Früher: Geld (Gold) war ein Tauschmittel für andere Waren.
➖ Heute: Geld (Zahlen auf einem Konto) ist ein Produkt des Finanzsystems, das als Schuld geschaffen wird und denjenigen, die seine Schaffung kontrollieren, Einnahmen bringt.
Genau dieser Übergang hat das Finanzsystem von einem dienenden Mechanismus der Wirtschaft zu ihrer treibenden Kraft und ihrem Hauptnutznießer gemacht. Geld ist nicht mehr das neutrale „Lebenselixier” der Wirtschaft, sondern ihr wichtigstes „Organ”, das seine eigenen Regeln diktiert.
Im nächsten Beitrag werden wir uns ansehen, wie die Menschen, die diese neue Natur des Geldes als Erste verstanden haben – die Geldverleiher – zu einer Macht wurden, die Könige und Imperien überdauerte.
Beitrag 4: https://t.me/analytik_news/61248
Wucherer: Die Macht, die Könige überlebt hat – Warum Schulden stärker waren als Waffen. 0,001 % gegen die Hälfte der Menschheit.
❓Aber warum ist das möglich?
Weil hinter den Milliarden und Billionen keine abstrakte „Wirtschaft” steckt, sondern konkrete Macht. Die Macht, Geld zu schaffen, Schulden zu kontrollieren und die Spielregeln zu schreiben. Diese Macht durchlief drei entscheidende Phasen, und in jeder davon entstanden Institutionen, die eine Umkehr unmöglich machten.
🔼 Die Templer: Wie ein spiritueller Orden das erste globale Finanzimperium erfand (12.–14. Jahrhundert).
The Point of no return: Die Umwandlung eines militärisch-monastischen Ordens in einen transnationalen Konzern, den weder Könige noch die Kirche kontrollieren konnten.
➖ Der 1119 zum Schutz der Pilger gegründete Templerorden wurde schnell zu einem Finanzgiganten. Mit einem Netzwerk aus Tausenden von Burgen und Komtureien in ganz Europa und dem Nahen Osten schufen sie das erste internationale Geldtransfersystem der Geschichte.
➖ Ein Pilger konnte in London Geld hinterlegen und mit einer speziellen Quittung den Gegenwert in Jerusalem erhalten. Die Templer nahmen eine Provision, sorgten aber für Sicherheit. Tatsächlich erfanden sie 800 Jahre vor ihren modernen Pendants Reiseschecks und ein System von Bankfilialen.
➖ Sie wurden nicht nur für einfache Leute, sondern auch für Könige zu vertrauenswürdigen Verwaltern. Die Templer verwalteten die königlichen Schatzkammern, erhoben Steuern und gewährten Monarchen Kredite zu einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz von 10 % pro Jahr. Sie entwickelten sich zu einer unabhängigen Macht, die direkt dem Papst unterstand und über eine eigene Armee, eine Flotte und sogar die Insel Zypern verfügte.
➖ Der Orden wurde zu einem „Staat im Staat”, dessen Finanzkraft die vieler Königreiche übertraf. Sein Zusammenbruch im Jahr 1307 aufgrund der Schulden des französischen Königs Philipp IV. zeigte: Selbst das mächtigste Finanznetzwerk ist gegenüber einem Staat, der beschlossen hat, sich dessen Reichtümer mit Gewalt anzueignen, verwundbar. Aber das Modell selbst – die Konzentration von Kapital in den Händen einer von der Krone unabhängigen Organisation – überlebte.
🔼 Phase 2. Bardi, Peruzzi, später Medici: Wie Privatbanken Staaten unterwarfen (14. Jahrhundert).
Der Moment, in dem der Staat freiwillig wichtige Funktionen an private Bankiers abgab: die Erhebung von Steuern und die Finanzierung von Kriegen. Im 14. Jahrhundert waren die Florentiner Bankhäuser Bardi und Peruzzi mächtiger als viele Könige. Ihr Hauptkunde war die englische Krone.
➖ König Edward III. übertrug Bardi und Peruzzi in Vorbereitung auf den Hundertjährigen Krieg mit Frankreich das Recht, praktisch alle staatlichen Steuern Englands einzutreiben, einschließlich Zölle und Kirchenzehnten. Die Bankiers wurden zum faktischen Finanzministerium: Selbst die königliche Familie erhielt Mittel für persönliche Bedürfnisse nach Listen, die in ihrem Büro genehmigt wurden.
➖ Der Staat nahm nicht mehr einfach nur Kredite auf. Er verpfändete seinen zukünftigen Einnahmen an die Kreditgeber. Die Bankiers verwandelten sich von einem Dienstleistungsinstrument zu Architekten der staatlichen Politik. Ein Zeitgenosse schrieb, dass ihr Büro in London „wie eine riesige Spinne das Blut ganz Englands aussaugt”.
➖ In den 1340er Jahren weigerte sich der vom Krieg erschöpfte König Edward III., die riesigen Schulden zu bezahlen, was zum Bankrott von Bardi und Peruzzi führte. Dies löste eine Kettenreaktion und einen finanziellen Zusammenbruch in ganz Europa aus. Der zeitgenössische Chronist Giovanni Villani schrieb, dass die Folgen „schlimmer als alle Kriege“ waren. Nach diesem Zusammenbruch wurde klar: Ein System, in dem der Staat von privaten Kreditgebern abhängig ist, ist für beide Seiten lebensgefährlich. Es musste eine neue, stabilere Institution her.
❗️Im nächsten Beitrag werden wir uns mit ihrem ersten Eckpfeiler befassen – der Bank of England. Wie die privaten Gläubiger des Königs die Staatsschulden legal in eine Quelle ewiger Gewinne verwandelten.
Beitrag 5: https://t.me/analytik_news/61268
Die Bank von England: Der erste finanzielle Präzedenzfall – Wie privates Kapital die Staatsverschuldung unterwarf
Ende des 17. Jahrhunderts befand sich die englische Krone in einer Zwickmühle. Die Kriege mit Frankreich hatten die Staatskasse erschöpft. Die Steuern wurden nur langsam eingezogen. Es fehlte an Gold. Der Staat stand vor der Wahl: entweder den Zahlungsausfall zu erklären oder eine neue Form der Macht anzuerkennen. Er entschied sich für Letzteres.
🔼 1694 - Die Entstehung eines Präzedenzfalls.
1694 schlug eine Gruppe von Londoner Finanziers König Wilhelm III. einen Deal vor. Die Bedingungen waren einfach: Privatpersonen gewähren dem Staat einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Pfund Sterling und erhalten dafür:
➖ Einen garantierten Zinssatz.
➖ Das Recht, die Staatsschulden zu verwalten.
➖ Und vor allem das Recht, die Bank of England zu gründen.
So entstand eine Institution, die offiziell „The Governor and Company of the Bank of England” hieß – keine staatliche Einrichtung, sondern ein privates Unternehmen mit königlichem Privileg.
❓ Was bedeutete das in der Praxis?
🔼 Die Bank of England:
➖ gehörte nicht dem Staat.
➖ wurde von Aktionären verwaltet.
➖ arbeitete in erster Linie im Interesse der Gläubiger und nicht der Steuerzahler.
Die Staatsverschuldung war für immer festgeschrieben. Sie musste nicht zurückgezahlt werden, sondern nur bedient werden. Dies war ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit: Früher konnte der König versuchen, nicht zu zahlen; nun war die Verschuldung eine rechtlich geschützte Verpflichtung des Staates.
🔼 Der wichtigste Durchbruch: Die Verschuldung wurde zur Sicherheit für Geld.
Die Bank of England erhielt das Recht, Banknoten auszugeben, die nicht durch Gold, sondern durch Staatsschulden gedeckt waren. Es kam zu einer grundlegenden Umgestaltung: Geld wurde zu einem Derivat der Staatsschulden gegenüber privaten Gläubigern.
💡Einfach ausgedrückt: Bankiers erhielten die Möglichkeit, Geld zu schaffen, das nicht auf Goldreserven, sondern auf Schuldscheinen der Krone basierte.
🔼 Es entstand ein Teufelskreis:
➖ Je mehr Kriege – desto mehr Schulden.
➖ Je mehr Schulden – desto mehr Geld.
➖ Je mehr Geld – desto höher die Erträge der Bankaktionäre.
Das System begann sich selbst zu beschleunigen.
🔼 18.–19. Jahrhundert: Finanzielle Macht ohne politische Verantwortung.
Über 250 Jahre lang diente die Bank of England formal dem Staat, bestimmte aber faktisch dessen Finanzpolitik. Sie:
➖ legte die Bedingungen für Kredite fest.
➖ kontrollierte die Kreditvergabe.
➖ rettete Banken in Krisenzeiten.
➖ und unterstand niemals direkt dem Parlament.
Der Staat veränderte sich. Könige kamen und gingen. Das Imperium wuchs und schrumpfte. Die Bank of England blieb.
🔼 1946 - Eine Verstaatlichung, die nichts veränderte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlichte die Regierung offiziell die Bank of England. Formal – ja. Tatsächlich – nein. Warum? Die Struktur der Geldschöpfung änderte sich nicht. Die Bank fuhr fort:
➖ Geld durch Schulden zu schaffen.
➖ Die Finanzmärkte zu bedienen.
➖ Unabhängig von direkter Kontrolle zu sein.
Sie änderte lediglich ihr Schild. Der Staat wurde Eigentümer, aber nicht Herr über den Mechanismus.
🔼 Das Ergebnis, das selten direkt formuliert wird. Die Bank of England war die erste Institution, bei der:
➖ Private Schulden in staatliches Recht umgewandelt wurden.
➖ Die Geldemission mit der Kreditaufnahme verbunden war.
➖ Die Finanzmacht von der politischen Verantwortung getrennt wurde.
❗️Dies ist ein erfolgreicher Prototyp, der im 20. Jahrhundert zu einem globalen System wurde.
Beitrag 6: https://t.me/analytik_news/61291
Der Export des Finanzsystems – Wie die Regeln der Metropole global wurden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das in der Londoner City entwickelte Finanzsystem nicht mehr nur englisch. Es wurde weltweit. Das war kein Export der Wirtschaft. Es war ein Export der Macht – der Macht, Geld zu schaffen und Staaten durch Schulden Regeln zu diktieren.
🔼 Die Finanzarmee des Imperiums: Banken.
Zusammen mit den Kolonialtruppen verbreitete sich eine weitere Macht auf der ganzen Welt – die britischen Banken.
➖ HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation): Gegründet 1865 in Hongkong, um den Handel des Britischen Empire in Asien zu bedienen – einschließlich des Opiumhandels mit China. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde HSBC zum wichtigsten Finanzknotenpunkt der Region und bestimmte eigenständig die Wechselkurse und den Zugang zu Krediten von Shanghai bis Singapur.
➖ Barclays (Dominion, Colonial and Overseas): Die Auslandsabteilung fungierte praktisch als Finanzgouverneur in Afrika und der Karibik und kontrollierte das Bankensystem in Regionen ohne direkte britische Verwaltung.
➖ Standard Chartered: Entstanden aus Banken, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Handelswege des Empire in Indien, Afrika und im Nahen Osten bedienten.
➖ Was das brachte: Kontrolle nicht nur durch Gesetze und Armee, sondern auch durch den Alltag – Konten, Überweisungen, Kredite, Abrechnungen. Die Abhängigkeit von London wurde nicht nur politisch, sondern auch alltäglich.
🔼 Präzedenzfall: Schulden = Verlust der Souveränität.
Ägypten (1876–1882)
Der ägyptische Herrscher Ismail Pascha nahm in seinem Bestreben, das Land zu modernisieren, Kredite bei britischen und französischen Banken auf. Als die Gefahr eines Zahlungsausfalls drohte, übernahmen die Gläubiger die Kontrolle.
Mechanismus:
➖ Es wurde eine Staatsschuldkasse Ägyptens eingerichtet,
➖ die direkt bis zu zwei Drittel aller Einnahmen des Landes einnahm,
➖ die Gelder gingen an die Gläubiger in London und Paris.
Ergebnis:
Als Ägypten versuchte, sich der Kontrolle zu entziehen, begann Großbritannien 1882 unter dem Vorwand der „Wahrung der finanziellen Stabilität” eine militärische Besetzung, die fast 70 Jahre dauerte.
Fazit:
Private Schulden wurden als rechtmäßiger Grund für die Invasion eines souveränen Landes anerkannt. Die Besetzung hatte mehrere Gründe: Geopolitik, Suez, aber die Schulden waren der entscheidende rechtliche Vorwand.
🔼 Finanzielle Strangulierung ohne Krieg.
Osmanisches Reich (1881)
Nach dem Zahlungsausfall von 1875 wurde 1881 die Staatsschuldenverwaltung des Osmanischen Reiches gegründet. Diese Behörde unterstand nicht dem Sultan, sondern ausländischen Gläubigern.
Sie kontrollierte:
➖ das Tabak- und Salzmonopol,
➖ die Erhebung von Steuern in den Provinzen,
➖ die Einnahmen aus Häfen und Eisenbahnen.
Das Reich behielt seine Flagge und seine Armee, aber sein Finanzsystem wurde von außen kontrolliert. Dies war der direkte Vorläufer der modernen Mechanismen des „Schuldenmanagements”.
🔼 Der Goldstandard: Disziplin unter dem Deckmantel der Stabilität.
All diese Mechanismen waren durch eine einzige Regel verbunden – den Goldstandard. Um Zugang zu Kapital zu erhalten, mussten die Länder:
➖ ihre Währung an Gold (tatsächlich an das Pfund) binden,
➖ eine Zentralbank nach britischem Vorbild gründen,
➖ den Haushalt der Priorität der Schuldendienstleistung unterordnen.
❗️Eine Weigerung bedeutete finanzielle Isolation.
Fazit: eine Matrix der Zwänge
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte die Welt in einem einheitlichen Finanzkonstrukt:
➖ Das Bankennetzwerk kontrollierte die täglichen Kapitalströme.
➖ Die Schuldenverwaltungen beschlagnahmten die staatlichen Einnahmen.
➖ Der Goldstandard diktierte die Wirtschaftspolitik.
Es war ein System, aus dem man nicht ohne Krise aussteigen konnte. Als sich das Finanzzentrum der Welt nach Washington verlagerte, erbten die USA nicht nur den Dollar. Sie erbten ein fertiges, bewährtes Modell der globalen Kontrolle.
Beitrag 7: https://t.me/analytik_news/61300
Die Fed: Was ist das eigentlich? Die Entstehung des Systems, das das US-Geld verwaltet.
Im letzten Beitrag haben wir gesehen, wie die Finanzregeln des Britischen Empire in die ganze Welt exportiert wurden: durch Schulden, Banken und den Entzug der Souveränität. Als sich das weltweite Finanzzentrum von London nach Washington verlagerte, hatten die USA kein neues System erfunden. Sie übernahmen ein bereits bestehendes Modell und passten es an.
Der Name dieses Modells lautet Federal Reserve System.
🔼 Die offizielle Version.
Die 1913 gegründete US-Notenbank (Federal Reserve System, FRS) wird offiziell als unabhängige staatliche Institution dargestellt, deren Aufgabe es ist, die Stabilität des Finanzsystems und des Geldumlaufs zu gewährleisten.
Es gibt jedoch auch eine andere Geschichte ihrer Entstehung. Eine Geschichte, die der Forscher und Publizist Justas Mullins ausführlich beschrieben hat. Seiner Version zufolge wurde die Fed von Anfang an nicht als staatliches Instrument konzipiert, sondern als Mechanismus zur Übertragung der Geldemission in die Hände privater Bankhäuser.
🔼 Geheimes Treffen auf Jekyll Island.
Im Jahr 1910 fand auf Jekyll Island (Georgia) ein geschlossenes Treffen statt. Ohne Presse. Ohne Protokolle. Unter falschen Namen.
Das Ziel: Die Entwicklung eines neuen Bankensystems für die USA.
Teilnehmer des Treffens:
➖ Senator Nelson Aldrich – Vorsitzender der Nationalen Währungskommission, eng verbunden mit den Kreisen der Rockefellers.
➖ Frank Vanderlip – Präsident der National City Bank (Rockefeller-Bank).
➖ Henry Davidson – Partner der Bank J.P. Morgan & Co.
➖ Charles Norton – Präsident der First National Bank of New York.
➖ Benjamin Strong – zukünftiger Leiter der Federal Reserve Bank of New York, ein Mann Morgans.
➖ Paul Warburg – Bankier aus der Familie Warburg, die mit dem Hause Rothschild verbunden war.
🔼 Architekt des Systems.
Laut Mullins spielte Paul Warburg eine Schlüsselrolle. Er war es, der das Modell einer Zentralbank vorschlug: formal dezentralisiert, aufgeteilt in regionale Reserven, aber tatsächlich von privatem Kapital kontrolliert. Das Modell basierte auf den Prinzipien der Bank of England. Das Treffen dauerte etwa neun Tage. Die Teilnehmer arbeiteten hinter verschlossenen Türen und vermieden sogar den Kontakt mit dem Personal der Insel.
❓ Was genau planten sie?
Warburg stellte einen Plan für eine Bankreform vor, der auf der europäischen Praxis basierte. Die wichtigsten Aufgaben:
➖ Schaffung von „Reservebanken” zur Aufbewahrung von Gold und zur Sicherstellung der Liquidität;
➖ Zugang der Banken zu „flexibler Währung” – Ausgabe von Dollar gegen Verpfändung von Vermögenswerten;
➖ Aufbau eines Systems, das dezentralisiert erscheint, aber von einem einzigen Zentrum aus gesteuert wird – der Wall Street.
🔼 Tarnung als „Volksprojekt”.
Warburg bestand ausdrücklich darauf: Wenn man es „Zentralbank” nennen würde, würden der Kongress und die Öffentlichkeit die Idee ablehnen. Deshalb wurde der Name „Federal Reserve System” gewählt – mit Betonung auf Föderalismus und Staatlichkeit.
Der Plan sah die Gründung von 12 regionalen Reservebanken vor, was die Illusion eines Gleichgewichts der Interessen der Bundesstaaten schuf. Die tatsächliche Kontrolle konzentrierte sich jedoch auf New York.
🔼 Ergebnis des Treffens.
Das Ergebnis war ein Projekt, das als „Aldrich-Plan” in die Geschichte einging. Es war der Grundstein für die zukünftige Fed.
Im nächsten Teil werden wir uns damit befassen, wie genau dieser Plan durch den Kongress gebracht wurde, wer tatsächlich die Kontrolle über die Dollaremission erhielt und warum die Fed zu einer Macht ohne Verantwortung wurde.
Beitrag 8: https://t.me/analytik_news/61319
Die Fed: Macht ohne Verantwortung — Wer kontrolliert die Geldschöpfung und wer profitiert von Krisen?
Nach dem Treffen auf Jekyll Island war das System fertig. Es musste nur noch legalisiert werden.
🔼 Verabschiedung des Gesetzes über die Fed.
1913, unter Präsident Woodrow Wilson, wurde das Gesetz über das Federal Reserve System vom Kongress verabschiedet. Das Datum wurde nicht zufällig gewählt – es war Heiligabend. Viele Senatoren waren bereits abgereist. Der Saal war halb leer. Das Gesetz wurde hastig und ohne breite öffentliche Diskussion verabschiedet.
Später wurden Wilson Worte des Bedauerns darüber zugeschrieben, dass er dieses Gesetz unterzeichnet hatte – ein Gesetz, das die Kontrolle über die Geldemission der USA in die Hände privater Bankstrukturen legte. „Wir sind zu einer der schlimmsten, am stärksten kontrollierten Regierungen in der zivilisierten Welt geworden.“
❓ Wer erhielt die tatsächliche Macht?
Nach Mullins' Version erhielten die größten Finanzdynastien über die Fed die Kontrolle über das US-Währungssystem:
➖ die Rothschilds – über die Warburgs;
➖ die Morgans – über J.P. Morgan & Co.;
➖ die Rockefellers – über die National City Bank;
➖ Kuhn, Loeb und andere Investmentbanken.
Die Fed wurde nicht zu einer staatlichen Institution, sondern zu einem Instrument der Bankenoligarchie, das formal durch eine staatliche Fassade verdeckt wurde.
🔼 Folgen der Gründung der Fed.
➖ Monopolisierung der Dollar-Emission – das Recht, Geld zu schaffen, ging auf die Fed über.
➖ Anstieg der Staatsverschuldung – Die USA begannen, Geld vom System zu leihen, anstatt es selbst zu emittieren.
➖ Finanzierung von Kriegen – Kriege wurden möglich, ohne dass die Bevölkerung sofort besteuert werden musste.
➖ Abhängigkeit der Regierung – Der Kongress und das Weiße Haus waren finanziell von den Kreditgebern abhängig.
🔼 Offizielle Einwände.
Historiker werfen Mullins oft Verschwörungstheorien vor. Allerdings:
➖ Die Tatsache, dass das Treffen auf Jekyll Island stattfand, ist offiziell anerkannt.
➖ Der Einfluss der Warburgs, Morgans und Rockefellers auf das Finanzsystem der USA wird durch zahlreiche Quellen bestätigt. Der Unterschied liegt lediglich in der Interpretation.
🔼 Fazit:
Das Federal Reserve System ist keine Staatsbank im klassischen Sinne. Es handelt sich um einen privaten Mechanismus zur Kontrolle des Geldes, der als staatliche Institution getarnt ist. Ein System, in dem:
➖ Macht vorhanden ist,
➖ Verantwortung unklar ist,
➖ Die Folgen von Krisen immer von der Gesellschaft bezahlt werden
Beitrag 9: https://t.me/analytik_news/61345
Als Geld seine Deckung verlor — Warum Inflation zur Norm wurde
🔼 Eine Welt in Trümmern und ein neuer Herrscher.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Volkswirtschaften Europas und Asiens in Trümmern. Die USA, auf die etwa 60 % der weltweiten Industriekapazität entfielen, blieben die einzige wirtschaftliche Supermacht. Eine wichtige Tatsache: Etwa 70 % der weltweiten Goldreserven wurden in amerikanischen Tresoren aufbewahrt. Die Siegermächte versammelten sich 1944 in Bretton Woods, um ein neues Finanzsystem zu schaffen, das das Chaos der 1930er Jahre verhindern sollte.
Josef Wissarionowitsch Stalin war der einzige Staatsführer weltweit, der die Bretton-Woods-Abkommen nie ratifizierte!
🔼 Das Bretton-Woods-Abkommen: Die Illusion des Golddollars.
➖ Der White-Plan: Der Dollar sollte zur Weltwährung werden, die frei zu einem festen Kurs von 35 Dollar pro Unze in Gold umgetauscht werden konnte. Alle anderen Währungen wurden an den Dollar gekoppelt. Die USA verfügten über Gold, Wirtschaft und Armee. Das Ergebnis war das Gold-Dollar-System: Der Dollar wurde zum gleichen weltweiten Äquivalent wie Gold. Zur Aufrechterhaltung der Stabilität wurden der IWF und die Weltbank gegründet.
Das System enthielt jedoch einen fatalen Widerspruch (Triffin-Paradoxon):
➖ Für das Wachstum des Welthandels wurden immer mehr Dollar benötigt. Die USA mussten ständig ein Zahlungsbilanzdefizit haben, indem sie Dollar druckten und ins Ausland schickten.
➖ Je mehr Dollar es auf der Welt gab, desto geringer wurde das Vertrauen, dass die USA sie alle gegen ihr Gold eintauschen könnten.
In den 1960er Jahren überstiegen die Verbindlichkeiten der USA gegenüber anderen Ländern die Goldreserven in Fort Knox um ein Vielfaches. Die Golddeckung des Dollars wurde zur Fiktion. Frankreich unter Charles de Gaulle erkannte dies als eines der ersten Länder und begann, massiv Gold im Austausch für Dollarreserven von den USA zu fordern, was die Krise beschleunigte. "Nehmt euer Bonbonpapier mit!" (https://t.me/analytik_news/38109)
Im August 1971 war die Situation unerträglich geworden. Dem Dollar wurde massiv misstraut, Spekulanten griffen ihn an, und die Goldreserven schmolzen dahin. Am 15. August 1971 verkündete Präsident Richard Nixon in einer Fernsehansprache an die Nation eine einseitige Entscheidung:
➖ Er setzte die Umwandlung des Dollars in Gold für ausländische Regierungen aus.
➖ Er führte einen Importzoll von 10 % ein.
Im Grunde genommen erklärte die USA einen technischen Zahlungsausfall hinsichtlich ihrer wichtigsten internationalen Verpflichtungen. Das war das Ende des Bretton-Woods-Systems. Die Welt ging zu Fiat-Geld über, dessen Wert nur durch einen Staatsbeschluss und das Vertrauen in die Wirtschaft des Staates gestützt wird.
🔼 Neue Sicherheit: Petrodollar (seit 1974).
Der Dollar brauchte eine neue Grundlage für die globale Nachfrage. Und diese wurde gefunden. 1974 schlossen die USA ein Abkommen mit Saudi-Arabien:
➖ Öl wird nur gegen Dollar verkauft.
➖ Petrodollars werden in die amerikanische Wirtschaft und Wertpapiere reinvestiert.
So ersetzte Öl Gold als "Sicherung" des Dollars. Die Nachfrage nach Dollar war nun an die Notwendigkeit geknüpft, Energie für jede entwickelte Wirtschaft zu kaufen. Dies festigte die Hegemonie des Dollars.
🔼 Inflation als Norm: Der Mechanismus ist in Gang gesetzt.
Und hier kommen wir zur Antwort auf die Frage aus der Überschrift – warum Inflation zur Norm geworden ist. Mit dem Verschwinden des Goldstandards verschwand auch endgültig die externe Beschränkung für die Gelddruckmaschine. Nun konnten:
➖ die Wirtschaft angekurbelt werden;
➖ Kriege finanziert werden;
➖ Krisen "bekämpft" werden;
➖ die Fed und die US-Regierung praktisch unbegrenzt Geld schaffen. Da der Dollar die Weltreservewährung blieb, floss ein erheblicher Teil dieser neuen Geldmenge auf den Weltmarkt und exportierte die Inflation in andere Länder.
Das Jahr 1971 ist nicht nur ein historisches Datum. Es ist der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab, an dem das Geld endgültig seine materielle Deckung verlor.
Beitrag 10: https://t.me/analytik_news/61373
Export der Inflation — Warum die USA Geld drucken und die ganze Welt dafür bezahlt
Wie wir uns erinnern, weigerten sich die USA 1971, den Dollar gegen Gold einzutauschen. Das Geld verlor seine reale Deckung. Dies schwächte den Dollar jedoch nicht. Im Gegenteil – es war der Beginn eines neuen, für die USA viel profitableren Spiels. Seit 1974 ist die Hauptdeckung des Dollars Öl, das ausschließlich gegen amerikanische Währung verkauft wird. Jedes Land der Welt benötigt täglich Dollar, um Energieressourcen zu kaufen. Dies schuf eine ewige und künstliche Nachfrage. Mit dieser ungebrochenen Nachfrage erhielten die USA eine einzigartige Möglichkeit – Dollar zu drucken, fast ohne interne Konsequenzen für sich selbst.
🔼 Wie funktioniert das? Der Mechanismus in wenigen Worten:
Die USA stehen vor einer Krise (wie 2008 oder 2020). Um ihre Wirtschaft anzukurbeln, schaltet die Fed die Notenpresse ein und pumpt Billionen von Dollar in das System, um Banken, Unternehmen und die Verbrauchernachfrage zu retten.
Innerhalb der USA:
Ein Teil des neuen Geldes führt zu einem Anstieg der Preise (Inflation), der jedoch nicht kritisch ist.
Außerhalb der USA:
Ein riesiger Geldstrom fließt in die Weltwirtschaft. Mit diesem neu geschaffenen Geld werden reale Vermögenswerte gekauft – Rohstoffe, Aktien, Immobilien in anderen Ländern – wodurch dort die Preise für fast alles in die Höhe getrieben werden.
🔼 Der wichtigste Hebel: die Fed und der Zinssatz.
Die Fed ist das Herzstück des Systems. Wenn sie beginnt, ihre Inflation zu bekämpfen, erhöht sie die Zinssätze, wie es in den Jahren 2022–2023 der Fall war. Dies macht den Dollar für Investoren noch attraktiver.
Was passiert in der Welt:
➖ Der Dollar wird stark teurer, die Währungen anderer Länder fallen.
➖ Länder, die Öl, Gas und Lebensmittel in Dollar importieren, spüren sofort einen Preisanstieg.
➖ Um den Verfall ihrer Währung zu stoppen und die Importinflation einzudämmen, sind die Zentralbanken gezwungen, der Politik der Fed zu folgen und ebenfalls die Zinsen anzuheben – auch wenn ihre eigene Wirtschaft dafür noch nicht bereit ist und Gefahr läuft, in eine Rezession zu geraten.
➖ Länder mit Schulden in Dollar geraten in eine Falle: Ihre Währung verliert an Wert und die Schuldenlast wird unerträglich.
Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:
➖ Im Jahr 2022 begann die Fed, die Zinsen drastisch anzuheben. Viele Zentralbanken anderer Länder sahen sich gezwungen, diesem Beispiel zu folgen.
➖ Japan führte zum ersten Mal seit 24 Jahren eine Währungsintervention durch, um den Yen zu stützen.
🔼 Bezahlt die USA für ihre Politik? Nein, andere bezahlen dafür.
Die USA sind eine Konsumwirtschaft mit einer Weltreservewährung. Das verschafft ihnen einen einzigartigen Vorteil.
➖ Wenn die USA Geld drucken, verliert ihre Währung langsamer an Wert als die Währungen anderer Länder, und der reale Wert ihrer Schulden (Staatsverschuldung von über 37 Billionen Dollar) wird durch die Inflation praktisch aufgezehrt.
➖ Wenn die Fed die Zinsen erhöht, trägt die ganze Welt die Kosten für die Stabilität des Dollars.
🔼 Fazit: Warum Inflation zu einem globalen Problem geworden ist.
Weil das moderne Finanzsystem wie eine Pyramide aufgebaut ist, an deren Spitze der Dollar steht. Der Dollar ist nicht nur die Währung der USA. Er ist das Lebenselixier der Weltwirtschaft.
Wenn die Fed die Druckerpresse anwirft oder den Zinshebel betätigt, fließt dieses Blut entweder in die ganze Welt und verursacht Inflationsblasen oder wird zurückgepumpt und verursacht Währungskrisen und Schuldenprobleme bei anderen.
Die Antwort auf die Frage in der Überschrift ist einfach: Die ganze Welt zahlt, weil sie keine andere Wahl hat. Sich vom Dollar abzuwenden bedeutet, aus dem Welthandel auszusteigen. Sich der Politik der Fed zu unterwerfen bedeutet, Wirtschaftswachstum und Souveränität zu opfern.
Aber die Geschichte zeigt: Kein Monopol ist ewig. Die Welt bewegt sich langsam, durch Krisen und Widerstand, in Richtung Multipolarität.
❗️Die Geschichte zeigt aber auch: Der Mechanismus lebt weiter...
Beitrag 11: https://t.me/analytik_news/61381
IWF und Weltbank — Kredite als Instrument der Einflussnahme
1944 wurden auf der Konferenz von Bretton Woods der Internationale Währungsfonds und die Weltbank gegründet. Offiziell waren sie als Institutionen zur Unterstützung, Stabilisierung und Wiederherstellung der Weltwirtschaft nach dem Krieg gedacht. In der Praxis wurden sie jedoch zu einem wichtigen Instrument zur Steuerung von Staaten und zu einem Bindeglied zwischen dem globalen Finanzsystem und den nationalen Regierungen.
🔼 Zwei Seiten einer Medaille: Mission und Realität.
Offizielle Aufgaben des IWF und der Weltbank:
➖ Stabilisierung der Währungen,
➖ Hilfe in Krisen,
➖ Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Der tatsächliche Mechanismus:
Kredite werden nicht einfach so vergeben. Jedes Land, das um Hilfe bittet, unterzeichnet sogenannte politische Vereinbarungen – Bedingungen, die festlegen, wie seine Wirtschaft in Zukunft gestaltet werden soll.
Typische Anforderungen des IWF:
➖ Strenge Sparmaßnahmen: Kürzung der Haushaltsausgaben, vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales.
➖ Privatisierung: Verkauf staatlicher Vermögenswerte – Energie, natürliche Ressourcen, Verkehrsinfrastruktur.
➖ Liberalisierung: Öffnung der Märkte für ausländisches Kapital und Aufhebung des Schutzes für nationale Produzenten.
❗️Wichtig zu verstehen:
Ein IWF-Kredit ist nicht nur eine finanzielle Hilfe, sondern ein Vertrag über die zukünftige Gestaltung der Wirtschaft.
🔼 Übertragung von Souveränität.
Formal werden die Entscheidungen von den nationalen Regierungen getroffen. Tatsächlich werden die wichtigsten Parameter der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik von den Kreditgebern befohlen.
Das bedeutet eine Verlagerung des Entscheidungszentrums:
von den nationalen Hauptstädten zu den Hauptsitzen des IWF und der Weltbank in Washington.
🔼 Das größte Experiment: der postsowjetische Raum (1990er–2000er Jahre).
Der Zusammenbruch der UdSSR bot eine beispiellose Gelegenheit, das gesamte Arsenal des IWF und der Weltbank einzusetzen. Die neuen Staaten, die mit zerstörten Wirtschaftsbeziehungen und einer Finanzkrise zurückblieben, erhielten ein Standardpaket von Reformen – eine "Schocktherapie".
Der Rückgang in den 1990er Jahren war beispiellos:
➖ Das BIP der Ukraine fiel auf 44 % des Niveaus von 1991.
➖ Das BIP anderer postsowjetischer Länder sank um 30–60 %.
➖ Die Auslandsverschuldung der postsowjetischen Länder stieg zwischen 1991 und 2001 um mehr als das Zehnfache.
Die Forderungen waren bekannt:
➖ Beschleunigte Privatisierung,
➖ Kürzung der Staatsausgaben,
➖ Öffnung der Märkte.
Die Ergebnisse waren vorhersehbar:
➖ Deindustrialisierung: Schließung Tausender Unternehmen.
➖ Demografischer Einbruch: Masseneinwanderung der Bevölkerung auf der Suche nach Arbeit und Zukunft.
➖ Verlust der wirtschaftlichen Souveränität: Wichtige Entscheidungen wurden außerhalb der nationalen Interessen getroffen.
Anschauliche Beispiele für Abhängigkeit:
➖ Ukraine: Größter Kreditnehmer, dessen BIP zwischen 1992 und 1999 kontinuierlich schrumpfte und dessen Realeinkommen der Bevölkerung auf 28 % des Niveaus von 1991 sank.
➖ Moldawien: Seit 1993 unterlag das Land kontinuierlichen Programmen des IWF und wurde zu einem klassischen Beispiel für Abhängigkeit.
➖ Baltische Staaten: Ihr BIP sank bis zum Jahr 2000 um mindestens ein Drittel, sie führten die radikalsten Reformen durch.
➖ Deutsche Demokratische Republik: Das BIP sank beispiellos um bis zu 40% durch den vollständigen Ausverkauf der Industrieproduktion durch die "Treuhand".
Die Länder der ehemaligen UdSSR wurden zu einem Beispiel dafür, wie Kredite und Privatisierung die nationale Wirtschaft in eine abhängige Peripherie des globalen Systems verwandeln.
Die Reformen haben die Wirtschaft nicht wiederbelebt, sondern für die Bedürfnisse des globalen Kapitals umgestaltet und ihr damit ihr industrielles Herzstück und ihre strategische Zukunft genommen. Die Russische Föderation und die Ukraine begannen, in zunehmendem Maße Produkte zu exportieren, vor allem Rohstoffe und wurden so zu Kolonien des Westens.
Beitrag 12: https://t.me/analytik_news/61393
Schuldenfallen — Warum Länder sich nicht aus ihren Schulden befreien können
Eine Schuldenfalle ist kein Fehler und keine "schlechte Verwaltung", sondern eine systemische Besonderheit der modernen globalen Finanzarchitektur.
Die Falle schnappt zu, wenn ein Land gezwungen ist, neues Geld nicht für die Entwicklung, sondern nur für die Zahlung von Zinsen auf alte Schulden aufzunehmen und dabei die Zukunft für das heutige Überleben zu opfern.
🔼 Wie die Schuldenfalle funktioniert: ein Teufelskreis.
➖ Ein Land nimmt Kredite beim IWF und der Weltbank auf.
➖ Aufgrund der hohen Kosten der Kredite (bis zu 10 % pro Jahr) oder des Wertverlusts der Landeswährung – oft ausgelöst durch die Politik der US-Notenbank – wird die Bedienung der Schulden unmöglich.
➖ Um einen Zahlungsausfall zu vermeiden, wird dem Land eine "Umstrukturierung" angeboten: ein neuer Kredit zur Tilgung des alten, jedoch zu strengeren Bedingungen.
➖ Der Kreislauf wiederholt sich immer wieder: Die Wirtschaft stagniert, der soziale Bereich zerfällt und die Gesamtverschuldung steigt weiter an.
🔼 Der menschliche Preis der Schuldenfalle.
➖ 2024: Mehr als 50 der ärmsten Länder der Welt geben mehr Geld für die Zahlung von Schuldzinsen aus als für die Bildung und Gesundheitsversorgung ihrer Bürger. Die Schulden haben Vorrang vor dem Leben, der Entwicklung und der Zukunft der nächsten Generation.
🔼 Wem nützt das Schuldensystem: die neue Realität.
➖ Waren früher Staaten die Hauptgläubiger und internationale Institutionen (IWF und Weltbank) die Architekten des Systems, so gehören heute etwa 60 % der Schulden der Entwicklungsländer privaten Gläubigern – Investmentfonds und Banken, die in derselben vom IWF geschaffenen Architektur agieren.
➖ Diese Strukturen vergeben Kredite zu hohen Zinsen und widersetzen sich aktiv allen Versuchen, Schulden zu erlassen.
➖ Im Zeitraum 2022–2024 zahlten die Entwicklungsländer 741 Milliarden Dollar mehr zurück, als sie in Form von neuen Krediten erhielten. Dies ist der größte Kapitalabfluss der letzten 50 Jahre. Das Geld fließt systematisch von den ärmsten Ländern zu den reichsten Investoren.
🔼 Eine offene, aber unangenehme Frage.
Angesichts der Tatsache, dass die Schuldnerländer ihren wirtschaftlichen Kurs nach den "Empfehlungen" des IWF gestaltet haben, stellt sich die logische Frage:
❓ Sind die Gläubiger daran interessiert, dass der Schuldner tatsächlich seine Schulden abbauen kann?
Das globale Finanzsystem, das aus den Institutionen der Bank of England und der Federal Reserve hervorgegangen ist, funktioniert heute wie eine Maschine zur Umverteilung von Reichtum.
Das ist der Kern der modernen Finanzarchitektur: ewige Schuldknechtschaft als Preis für die Integration in die Weltwirtschaft – zu Bedingungen, die nicht zugunsten der Schuldner geschrieben sind.
Beitrag 13: https://t.me/analytik_news/61416
Der Zinssatz als Privileg — Warum Geld für die einen billig und für die anderen unerschwinglich ist
Stellen Sie sich vor, Zeit sei Geld. Die einen bekommen sie zu einem lächerlichen Zinssatz, fast umsonst, als Kredit. Die anderen zahlen dafür einen räuberischen Zins, der fünf- bis zehnmal so hoch ist. Das ist keine Metapher. Das ist das globale Finanzsystem. Und der Zinssatz ist sein wichtigstes Instrument der Segregation.
🔼 Kein Zinssatz, sondern ein Privileg.
Der Zinssatz ist nicht nur eine Zahl im Vertrag. Er ist Ihr Status in der globalen Hierarchie. Ein Pass, der bestimmt, in welcher wirtschaftlichen Realität Sie leben.
➖ Realität A: "Die Herren der Zeit". Länder, die Weltwährungen drucken. Sie nehmen Kredite fast umsonst auf (0-2 %). Ihr Geld ist ein Instrument, um die Zukunft zu erobern. Sie können Fehler machen, Risiken eingehen, ganze Branchen "von Grund auf" aufbauen, weil sie wissen, dass sie dafür bezahlen werden ... mit entwertetem Geld. Ihr Kredit ist ein Anreiz. Ihre Inflation ist ein Mittel, um Schulden abzuschreiben.
➖ Realität B: "Mieter des Überlebens". Länder ohne eigene Reservewährung. Sie sind gezwungen, Kredite in Fremdwährung zu 7-15 % und mehr aufzunehmen. Ihr Geld ist kein Instrument, sondern ein ewiger Mangel. Jeder Kredit ist für sie eine Knechtschaft. Zuerst müssen sie jahrzehntelang die Zinsen abarbeiten, und erst dann, wenn sie Glück haben, beginnt die Entwicklung.
🔼 Warum ist das so?
Der Grund liegt nicht in der "Logik des Marktes", sondern im Monopol auf Vertrauen.
➖ Die einen haben eine "Vertrauensdruckmaschine". Die ganze Welt hält ihre Ersparnisse in ihrer Währung und betreibt Handel. Daher ist die Nachfrage nach ihren Schulden unendlich. Sie können sich billiges Geld leisten.
➖ Andere haben diese Maschine nicht. Um Vertrauen (und Kredite) zu erhalten, müssen sie fremden Regeln folgen: Märkte öffnen, Sozialausgaben kürzen, Vermögenswerte privatisieren. Das ist "Vertrauen unter Androhung von Gewalt" durch den IWF und Ratingagenturen. Dafür zahlen sie Wucherzinsen.
🔼 Ein Teufelskreis statt Entwicklung.
Hohe Zinsen bedeuten nicht "hohes Risiko". Sie sind eine versteckte Steuer auf die Zukunft. Sie zerstören die Möglichkeit von Wachstum im Keim.
➖ Es gibt kein "langfristiges Geld" → Es gibt keine teuren Fabriken, Technologien und Infrastruktur.
➖ Es gibt nur "schnelles Geld" → Gewinnung und Export von Rohstoffen, um dringend fällige Zinsen zu bezahlen.
Das System hält bewusst die einen in der Rolle der ewigen Lieferanten billiger Ressourcen und die anderen in der Rolle der Hersteller teurer Technologien.
Wichtig: Alle heutigen Industrieländer haben die Phase des billigen Geldes durchlaufen – und keines ist mit hohen Zinsen gewachsen.
🔼 Der IWF ist kein Finanzhelfer, sondern ein Gefängniswärter.
Beachten Sie: Der IWF gewährt den Ländern der "Dritten Welt" niemals billige und langfristige Kredite für ihre Entwicklung. Er gewährt teure und kurzfristige Kredite, um Löcher zu stopfen – damit sie ihre alten Schulden bei denselben "Zeitherren" begleichen können. Das ist ein System ewiger finanzieller Knechtschaft.
Während die einen Geld nutzen, um sich Zeit für einen Sprung nach vorne zu verschaffen, sind die anderen gezwungen, ihre Zeit zu verkaufen, um einfach nur fremdes Geld zu bedienen.
Das ist keine Wirtschaft. Das ist Politik. Die raffinierteste Form des Kolonialismus des 21. Jahrhunderts.
Beitrag 14: https://t.me/analytik_news/61445
Warum modernes Geld kein Sparmittel ist
Geld auf der Bank zu lagern macht Sie ärmer. Das Problem liegt nicht nur im Preisanstieg, sondern in der Natur des Geldes selbst. Es bewahrt keinen Wert mehr, sondern verteilt ihn um. Das System arbeitet gegen diejenigen, die sparen, und zugunsten derer, die Geld schaffen.
🔼 Der Punkt ohne Wiederkehr – 1971.
Früher hatte der Dollar einen "Anker" – Gold. Mit der Abschaffung des Goldstandards verlor das Geld seine materielle Deckung.
🔼 Inflation ist kein Fehler, sondern eine Funktion.
Eine moderate Inflation gilt als nützlich: Sie zwingt dazu, Geld auszugeben statt zu sparen. Aber das System des Fiat-Geldes (unbesichertes Geld) ist von Natur aus inflationär. Wenn die Zentralbanken Billionen drucken, verwässern sie den Wert jeder einzelnen existierenden Einheit.
🔼 Inflation als versteckte Steuer.
Diese "Steuer" trifft diejenigen, die ihr Geld auf Konten halten. Sie betrifft kaum die Besitzer von Vermögenswerten wie Immobilien, Aktien oder Grundstücken. Der Wert verschwindet nicht, sondern fließt um: aus den Taschen der Sparer in den Wert von Vermögenswerten, die schneller wachsen als die Inflation.
🔼 Geld wird als Schuld geschaffen.
Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schafft sie neues digitales Geld. Dieses fließt in die Wirtschaft und treibt die Preise in die Höhe. Für das System ist es vorteilhaft, wenn Sie Kredite aufnehmen und Geld ausgeben, anstatt es zu sparen. Deshalb liegen die Zinsen für Einlagen fast immer unter der Inflationsrate.
🔼 Das digitale Zeitalter: der endgültige Bruch.
Digitale Währungen der Zentralbanken (CBDC) können ihnen eine beispiellose Kontrolle verschaffen – zum Beispiel die Möglichkeit, Geld zu programmieren (eine "Gültigkeitsdauer" festzulegen) oder Konten zu sperren. Der Begriff "persönliche Ersparnisse" werden in einem solchen System verschwinden.
🔼 Fazit:
Das moderne Geld ist kein Instrument zum Sparen, sondern ein Instrument zur Steuerung. Es wurde geschaffen, um:
➖ die Wirtschaftstätigkeit um jeden Preis anzukurbeln,
➖ den Reichtum zugunsten der Vermögensbesitzer umzuverteilen,
➖ die Schuldenwirtschaft aufrechtzuerhalten.
Der Kontrast zwischen den Epochen:
Ein mittelalterlicher Bauer sammelte Gold- und Silbermünzen – nach 50 Jahren hatten sie noch denselben Wert. Der moderne Mensch sammelt Zahlen auf seinem Konto – und verliert garantiert jedes Jahr mehrere Prozent seines Vermögens.
Die Welt ist geteilt:
➖ in diejenigen, die die Regeln festlegen und Vermögenswerte besitzen (ihr Reichtum wächst),
➖ und diejenigen, die ihre Arbeitskraft gegen eine ständig an Wert verlierende Währung eintauschen (ihre Ersparnisse schmelzen dahin).
Das Finanzsystem dient nicht den Menschen. Die Menschen dienen ihm, indem sie mit ihrer Arbeit und ihren Ersparnissen für seine ewige Bewegung und das Wachstum des Kapitals an der Spitze der Pyramide sorgen.
18:56 | Leserkommentar
Glauben Sie, werte Leseratte. Regelmäßige TB-Leser, sollten in dieser Form betreut werden? Na gut, vielleicht sollten wir dann Rubrik "Basic" einführen?! Was hat das mit offen Karten zu tun. Diese Karten sind lange offen. Es besteht halt die Hürde, da man sie auch konsumieren sollte. Denn nach wie vor, machen dies nur wenige auf Masse gesehen. Sonst hätten wir, nicht das was wir derzeit haben. Der Zug ist schon weg. Und es reicht nicht es nur zu lesen oder anzusehen. Um was für sich zu verändern, muss auch zur Tat schreiten. Entscheidungen für treffen. Oder nehmen Sie an, daß haben viele TB-Lerser noch nicht getan?
