10.07.2020

16:20 | fazit - das wirtschaftsblog: Die Gefahren des Mindestlohns

Deutschland befindet sich in der größten Rezession seit dem Krieg, und was macht der Mindestlohn? Er steigt. Das haben Arbeitgeber und Gewerkschaften in der vergangenen Woche beschlossen, und sie sind dabei vom eigentlich gedachten Prinzip abgewichen: Der Mindestlohn soll eigentlich so schnell steigen wie die übrigen Löhne in Deutschland. Nun geht es in den kommenden zwölf Monaten nicht so schnell nach oben. Danach aber zieht der Betrag plötzlich deutlich an – in zwei Jahren um fast zwölf Prozent, auf 10,45 Euro in der Stunde. Das Ziel ist politisch. Schon lange läuft die Kampagne dafür, dass der Mindestlohn kräftig angehoben werden soll, nämlich auf 12 Euro. Der Mindestlohn soll sozial aufgewertet werden, Arbeitsminister Hubertus Heil ist Teil der Bewegung: 12 Euro seien „eine gute Orientierung“, sagte er zuletzt.

Oh Du glückliches Österreich, dass Du nicht nur keinen gesetzlichen Mindestlohn kennst - sondern nur einen von den Tarifpartnern ausgehandelten Kollektivvertrag mit einem Mindestgehalt. Glücklicherweise verteidigt just die Gewerkschaft die sozialpartnerschaftliche Tarifautonomie mit Händen und Füssen, weswegen die SPÖ erst gar nicht auf die Idee kommt, einen gesetzlichen Mindestlohn zu fordern. AÖ

06.07.2020

06:58 | mises: Ungedecktes Geld: Von Krise zu Krise

In der Geldgeschichte hat es eine Vielzahl von Bankenkrisen („Runs“) gegeben, die Huerta de Soto in seinem Buch ‚Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen‘ aufgelistet und untersucht hat.

03.07.2020

10:18 | derstandard: Weshalb die Weltbevölkerungnicht ewig wachsen wird

Im vergangenen Jahrhundert wuchs die Zahl der Menschen auf der Erde rasant, doch das Bevölkerungswachstum klingt in immer mehr Staaten ab. Wir zeigen, welche Prozesse dazu führen.

Die Überalterung der Gesellschaft wird DAS Thema der Zukunft schlechthin werden, mit allen praktischen Konsequenzen. Tiefgreifend werden die Umbrüche auf jeden Fall sein und ausnahmslos jeden Lebensbereich betreffen, meistens direkt, jedenfalls aber indirekt. AÖ

02.07.2020

08:56 | mises: Why Governments Hate Currency Competition

In this article, I would like to accomplish two goals: First, I want to explain what money is (and what it is not). I will argue that money is the medium of exchange, and that this is the only function of money. Second, I will point out why the size of the money supply does not matter and that the money supply does not have to grow to make an economy any richer. These two insights can be considered timeless truths about money, and I believe they are also of the utmost importance if we want to understand better (1) the role “sound money” plays for our society's economic progress and (2) what the desirable properties of “sound money” are—past, present, future.

Währungswettbewerb im eigentlichen Sinne setzt voraus, dass innerhalb einer Jurisdiktion zumindest zwei Währungen parallel zueinander zirkulieren. Dies ist aber in gewöhnlichen Zeiten nicht zu erwarten, denn Geld ist ein Netzwergut ähnlich wie Microsoft Office. Je mehr Menschen ein Netzwerkgut verwenden, desto größer sind die Vorteile jedes einzelnen aus der Nutzung eben jenes Guts. Bei Netzwerkgütern ist also eine Wettbewerbssituation nur in jenen Zeiten denkbar, in denen der bisherige Alleinanbieter durch dauerhafte Qualitätsmängel - im Falle von Geld ist das klassischerweise eine rapide Inflation - so stark unter Druck gerät, dass er durch einen neuen Alleinanbieter ersetzt wird. Dieser Ersetzungsprozess erfolgt bei Geld typischerweise aber nicht schleichend, sondern sprunghaft durch eine Währungsreform. Eine Ausnahme stellen jene Länder dar, in denen der Staat an seiner qualitativ mangelhaften Währung festhält, die Herausbildung einer Parallelwährung aber nicht unterbindet, wenn also US-Dollar, Euro oder früher die D-Mark neben der staatlichen Währung zirkulieren. Diese Anomalie wäre jedoch sofort vorüber, wenn der Staat entweder die Qualitätsmängel seiner eigenen Währung behebt oder die Parallelwährung zur staatlichen Währung erhebt wie im Falle der Dollarisierung oder als Montenegro zunächst die D-Mark, dann den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel festgelegt hat. AÖ 

01.07.2020

08:22 | fazit - das wirtschaftsblog: Schöne Sturköpfe

Attraktive Menschen gewinnen leichter Wahlen. Für Parteien ist das nicht immer gut.

Selbstverständlich müssen die "Rechtspopulisten" als ästhetische Rattenfänger herhalten, weil schöne, besser wäre wohl von charismatisch zu sprechen, "demokratische" Politiker ja nie schlechte Politik betreiben würden. So einfach kann man sich die Welt stricken. Im Jahre 2002 hatte Fredmund Malik - völlig zu Recht - vor charismatischen Führern gewarnt, denn diese können auch schnell zu Verführern werden (Text hier). Diese Warnung gilt aber für Führungspolitiker aller Couleur. AÖ

19.06.2020

13:41 | welt: Die Geldflut für die Untoten bringt den Kapitalismus an seine Grenzen

Die Gefahr, dass Zombies die Welt einnehmen könnten, gehört zu den Urängsten der Amerikaner. Die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC widmet sich auf ihrer Webseite gleich in mehreren Artikeln dem Phänomen der Untoten und rät besorgten Bürgern, wie sie sich am besten wappnen können.

tom-cat
"Wer die Kapitalisten vernichten will, der muß ihre Währung zerstören."
Wladimir Iljitsch Lenin - russischer Sozialdemokrat

03.06.2020

09:14 | mises: Stabilisierungssklerose: Vom Interventionismus zur Zombiewirtschaft

Der Begriff „Bifurkation“ bezeichnet eine qualitative Änderung eines Systems unter dem Einfluss eines Parameters. Im Volksmund entspricht dem in etwa die Redensart „Das Faß zum überlaufen bringen“. Ludwig von Mises (1881 – 1973) stellte in seinen „Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsideologie der Gegenwart“, die 1929 unter dem Titel „Kritik des Interventionismus“ erschien, eingangs zwei gleichermaßen zeitlose wie aktuelle Fragen (S. 3):
„Welche Wirkungen haben obrigkeitliche und andere Machteingriffe in einer auf dem Sondereigentum an den Produktionsmitteln aufgebauten Gesellschaftsordnung?

30.05.2020

19:19 | bi: Kommt jetzt die Merkel-Revolution? US-Magazin erwartet „radikalen Plan“ und Wende zum Staatskapitalismus

600 Milliarden Euro beträgt das Gesamtvolumen des sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), mit dem in der Corona-Krise deutsche Unternehmen gerettet werden sollen. „Wir werden alles tun, was notwendig ist“, kommentierte Finanzminister Olaf Scholz die Verabschiedung des historischen Rettungspakets. Doch für das US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg sind die Milliardenausgaben der Bundesregierung kein bloßer Rettungsschirm — sondern Teil eines „radikalen Plans, das Land zu einem Staatskapitalisten umzuformen, der an Frankreich oder China erinnert“. Angela Merkel nutzt in der Corona-Krise ihre Chance, „um Deutschlands Wirtschaft zu revolutionieren“.

27.05.2020

08:31 | Mises:  MISES SEMINAR 2020: „THEORIE UND GESCHICHTE“

Am 13./14. März fand in Kronberg/Taunus das 5. Ludwig von Mises Seminar statt – das Thema des Seminars lautete: „Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – 12 Vorlesungen über bahnbrechende Bücher und Ihre Bedeutung“. Alle Vorträge wurden aufgezeichnet.  Die nachfolgenden Vortrag von Professor Dr. Thorsten Polleit behandelt das Buch „Theorie und Geschichte“ (1957) von Ludwig von Mises.

25.05.2020

08:02 | mises: Honduras: Es geht los!

Nach Jahren der Vorbereitung ist die erste honduranische ZEDE namens Próspera auf der Insel Roatán gestartet! Das Projekt lässt sich am besten als Sonderverwaltungszone in Form einer Public-Private-Partnerschaft charakterisieren. Die Einzigartigkeit des Projektes rührt von einem Bürgervertrag mit allen künftigen Bewohnern her (Agreement of Coexistence). Diese gibt allen Bewohnern einen transparenten Schutz, welcher nicht einseitig durch den Betreiber, eine Mehrheit oder gar die Regierung von Honduras geändert werden kann. Das ist wahrscheinlich das erste Mal in der Geschichte, dass es einen echten und nicht nur fiktiven Gesellschaftsvertrag gibt.

Ich habe einen diesbezüglich einen Vortrag vom unglaublich motivierten Titus Gebell persönlich gehört. Hochinteressantes Konzept und vielleicht auch ein Art "Fluchtburg" in 5-10 Jahren. Bei der Finanzierung des Ganzen bin ich jedoch skeptisch- ausser diese Communities sind nur für Millionäre, was widerum einer "gated community" "Reichengefängnis" . Ein richtiger Zufluchtsort sollte jedoch aus sämtlichen Gesellschaftsschichten bestehen! TB

08:47 | Leser-Kommentar
das Buch von T. Gebel liegt auf meinem Zu-lesen-Turm, das Projekt Paraiso Verde in Paraguay kenne ich schon länger: https://freiheitdurchauswandern.de/ueber-uns/ . - Die Zerstörung der Volkswirtschaften allüberall läßt die Frage aufkommen, ob dergleichen nicht bald auch zuhause möglich wird, "damit noch irgenwo Gras wächst". - Darf als Nachdenkanstoß verstanden werden! - Auch Wolfgang Eggert hat so ein Projekt angedacht gehabt, Stand der Dinge mir aktuell nicht bekannt.
PS Da fällt mir ein, daß es in A einen Arzt gibt, der in einer 13h Ö1-Sendung vor ein paar Monaten so ein Konzept vorgestellt hat: Prof. Dr. Lalouschek. http://www.neurologie-wien.at/

23.05.2020

08:46 | verlagjohannesmüller: Prof. A. Fekete: Real Bills (Handelswechsel)

Prof. Fekete ist ein Verfechter des Goldstandards und ein scharfer Kritiker des gegenwärtigen Geldsystems, das auf uneinlösbaren Währungen beruht. Er arbeitet im Rahmen der von Carl Menger inspirierten Theorie der freien Marktwirtschaft und betrachtet seine Zinstheorie als Erweiterung von Mengers Werk. Menger befürwortete die Theorie des direkten Tauschs, der in den indirekten Tausch übergeht. Professor Fekete verficht ebenfalls die Theorie der direkten Wandlung von Einkommen in Vermögen und von Vermögen in Einkommen (sprich: Gold-Hortung und -Enthortung), welche ebenfalls in den indirekten Tausch übergeht (sprich: Kauf und Verkauf von Gold-Anleihen). Auch ist er ein Verfechter der Real-Bills Doktrin von Adam Smith, welche er die „Goldwechsel-Doktrin" nennt.

Wir fahren heute mit der wohl wichtigsten Geld-Aufklärungsserie, die jemals im deutschen Sprachraum produziert wurde fort. Heute gehts um die Real Bills bzw. wie Fekete darüber denkt. Ein must see für alle bachheimer.com-Leser.
Und nochmals ein großer Dank an den Johannes Müller Verlag, der mit dieser Serie wirklich Großartiges geschaffen hat! TB

22.05.2020

08:19 | cna: Distributismus: Die bessere Alternative zu Kapitalismus und Sozialismus?

Das Interesse an einem "dritten Weg", der die Stärken von Kapitalismus und Sozialismus hat, aber nicht ihre Nachteile, wächst. Einen solchen haben katholische Intellektuelle formuliert und schon einige erfolgreich ausprobiert. Der Konvertit, Autor und Experte für katholische Soziallehre Thomas Storck stellt im Interview den Distributismus vor.

18.05.2020

07:43 | mises: Die Verzerrungen in der amtlichen Inflationsstatistik: Substitutionseffekte und Qualitätsanpassungen

Die moderne Makroökonomik hat die Preisstabilität zum wichtigsten Ziel der Geldpolitik erklärt. Man geht davon aus, dass Zentralbanken durch eine geschickte Steuerung der Geldmenge für Preisstabilität sorgen können und damit die Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum und Prosperität schaffen.

12.05.2020

16:20 | SF:  Wie kommt die Reproduktionszahl R zustande und was sagt sie aus? Beispielrechnung zum besseren Verständnis

Die folgenden Rechnungen basieren auf den Fallzahlen, die auch das RKI benutzt. Wir haben uns die Daten des RKI ausgeliehen, um an ihrem Beispiel zu zeigen, welche Systematik hinter der Berechnung von R steht. Der Beitrag ergänzt den grundsätzlichen Beitrag zu diesem Thema, den wir hier veröffentlicht haben.

Wichtiger Beitrag!  TS

09:11 | addendum: Die Corona-Krise als Wissens- und Systemkrise

Das mit diesem Wirtschaftssystem verbundene Wissenssystem war und ist von einem Leitbild massiver markt- und verwertungsgetriebener Erwartungen in Innovation und technisch-organisatorischem Fortschritt getragen („schumpeterianisch“). Dieser Zusammenhang gilt auch und gerade für den Gesundheitssektor. Trotz oder sogar aufgrund der Einwirkungen sozialstaatlicher Praxis und Leitbilder setzt gerade dieser Sektor auf den marktgetriebenen Einsatz neuester Wissens- und Technologie-Potenziale zur Erzielung einer neuen „Bio-legimité“ (Lebensverlängerung, Ausrotten von Krebs usw.). Daraus resultiert eine vielfach kritisierte Kostenfracht insbesondere für das öffentliche Gesundheitswesen.

Sehr guter Aufsatz über prinzipelle Fragen zum Wissens-Dilemma. Aber ein Aufsatz über Wirtschaft, Planung und Wissen ohne Hayeks "Anmassung von Wissen" zu berühren, geht eigentlich gar nicht. Deshalb zur Ergänzung ein FAZ-Artikel über Hayek und die Anmassung von Wissen und hier der Link zum Buch! TB

06.05.2020

16:58 | fazit - das Wirtschaftsblog: Streit um Schulden

Mehr Staatsschulden könnten dafür sorgen, dass Sparer wieder Zinsen bekommen. Darüber diskutieren deutsche Ökonomen seit Jahren engagiert.

Was für eine absurde Idee, einfach nur deswegen mehr Schulden zu machen, damit die Sparer wieder mehr Zinsen bekommen. Dann könnte der Staat die Zinsen gleich den Sparern überweisen, das wäre wesentlich billiger. AÖ

14:44 | Andreas Tögel: Nomenklatura im Machtrausch

Dem altösterreichischen Ökonomen und Sozialphilosophen Ludwig von Mises verdanken wir folgende Erkenntnis, die er 1944 in seinem Buch „Bürokratie“ niedergeschrieben hat:
„Dieser ganzen fanatischen Verteidigung von Planwirtschaft und Sozialismus liegt oft nichts anderes zugrunde als das insgeheime Bewußtsein der eigenen Minderwertigkeit und Ineffizienz. Menschen, die sich ihrer Unfähigkeit im Wettbewerb bewußt sind, verachten `dieses kranke Konkurrenzsystem´. Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen."
Besonders der letzte Satz hat es im Hinblick auf Charakter und Qualifikation der Regierenden in sich. In der Tat: ohne den Staat und die ihn umgebenden, von Kapitalverzehr, Ineffizienz, Nepotismus und Korruption geprägten Biotope – welche Karrieren hätten die Damen und Herren Minister wohl gemacht? Oder, anders gefragt: warum haben sie denn (von seltenen Ausnahmen abgesehen) niemals versucht, außerhalb geschützter Werkstätten beruflich zu reüssieren? In einem Umfeld nämlich, in dem es darauf ankommt, Waren und Dienstleistungen zu liefern, die unter Wettbewerbsbedingungen zu erbringen sind und die vor dem unerbittlichen Urteil freiwillig zahlender Kundschaft bestehen müssen.
Die Antwort auf diese Frage gibt der zweite Satz des obigen Zitates: sie wären dazu schlicht unqualifiziert. Denn keine der Fähigkeiten, die einen „erfolgreichen“ Politiker ausmachen, ist auf der freien Wildbahn des Marktes gefragt: warme Luft zu produzieren, zu täuschen und zu lügen ohne dabei zu erröten, oder mit ihrem Charisma zu glänzen, trifft dort auf wenig Nachfrage (man sollte auch nicht übersehen, dass es oft gerade die charismatischen Politiker waren, die das größte Unheil über die Menschheit gebracht haben). Beim Dienst am Mitmenschen zählen vielmehr Fähigkeiten und technische Fertigkeiten, die einen – gleich ob selbständig oder unselbständig – in die Lage versetzen, Kundenwünsche bestmöglich zu erfüllen. Und das unter der unausweichlichen Tyrannei der Ungewissheit und dem ständigen Risiko, einen Irrtum zu begehen oder einen Fehler zu machen, für den man selbst geradestehen, und dessen Kosten man selbst tragen muß.
All das gilt für die herrschenden Parteienoligarchen nicht. Anders als sie und ihre willfährigen Herolde immer gerne behaupten, tragen sie nicht die geringste Verantwortung für ihr Handeln. Sie können, wie das Beispiel ihrer Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Auftreten des SARS-CoV-2-Virus´ anschaulich zeigt, Tausende Betriebe in Schwierigkeiten bringen oder gar in die Insolvenz treiben und Legionen von Unselbständigen um ihre Existenz bringen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Anders als ein von ihnen ruinierter Unternehmer, stehen sie nicht vor dem Bankrott. Wenn eines sicher ist, dann sind es ihre Einkommen. Eine Politikerhaftpflicht existiert – zum Schaden der Normalsterblichen - nicht. Die immensen Kosten politischer Fehlentscheidungen haben andere zu tragen. Politiker können, anders als unter Marktkonditionen tätige Menschen, die negativen Konsequenzen ihrer Handlungen stets auf Dritte abwälzen. Liegen sie mit einer ihrer Entscheidungen zufällig einmal richtig, lassen sie sich für ihre stupende Weisheit feiern; liegen sie daneben, zahlt dafür der unterworfene Steuersklave.
Der Literaturnobelpreisträger Elias Canetti schreibt in seinem Buch „Masse und Macht“ folgendes:
„Wer über Menschen herrschen will, sucht sie zu erniedrigen; ihren Widerstand und ihre Rechte ihnen abzulisten, bis sie ohnmächtig vor ihm sind wie Tiere.“
Damit ist das Treiben der politischen Klasse zur Zeit der Pandemie exakt beschrieben. Mit beispielloser Arroganz behandelt sie mündige Bürger wie Horden hilfloser Narren, denen in täglich zelebrierten, an Gottesdienste erinnernden Ritualen eingehämmert wird, weshalb sie aller Bürgerrechte – insbesondere jener auf Erwerbs- und Versammlungsfreiheit - entkleidet werden. Die Lust am Herrschen und Beherrschen, ihre Freude daran, anderen ihren Willen zu oktroyieren, ist mit Händen zu greifen. Jetzt sind die Damen und Herren Minister in ihrem Element: unfähig und/oder unwillig, den Menschen zu dienen, schwelgen sie stattdessen im Machtrausch: endlich können sie den Menschen - die zuvor planmäßig, bewusst und in engem Schulterschluss mit den Medien geschürte Panik macht es möglich - bis in den letzten Winkel ihres Privatlebens hinein Vorschriften machen.
Ständig wiederholte Drohungen, der Gebrauch einer martialischen Sprache, das an-die-Wand-Malen apokalyptischer Bilder, die tägliche Pflege des Mantras von der absoluten Alternativlosigkeit der von der Regierung diktierten Maßnahmen, das alles passt perfekt in die von Mises und Canetti gemalten Bilder einer außer Rand und Band geratenen, dysfunktionalen Politelite.
Das Allerschlimmste aber ist: das vom Kindergarten an jeglicher Selbstverantwortung entwöhnte Stimmvieh zeigt sich für die ihm angetane Gewalt auch noch dankbar! Nicht mehr daran gewöhnt, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, verschiedene Fachleute zu hören und sich anschließend ein eigenes Urteil zu bilden, folgen sie lieber blind dem Führer. Der erteilt ihnen für ihre widerspruchslose Kooperation – maskentragend – Absolution. Sie machen alles richtig; sie sind keine „Gefährder“.
Dafür werden Nonkonformisten und Dissidenten von devoten Untertanen gnadenlos denunziert. Die gleichen dunklen Gestalten, die während des Kriegs ihre Mitmenschen für das Hören von „Feindsendern“ ans Messer geliefert haben, vernadern heute ihre zu viert auf dem Balkon sitzenden Nachbarn. Der hasenherzige Untertan in seinem Element: wer selbst im Staub kriecht, erträgt den Anblick aufrecht gehender Zeitgenossen nicht. Ein Anruf bei der Polizei ist schnell erledigt – und die schreitet bei Verstößen gegen Corona-Diktate erstaunlich prompt ein. Nichtkonformes Verhalten wird drakonisch bestraft.
Noch haben viele Zeitgenosse nicht begriffen, was im Gefolge des Lockdowns auf uns zukommen wird: Massenarbeitslosigkeit, Vermögens- und Einkommensverluste, Staatsschuldenexplosion und – wahrscheinlich – eine länger andauernde Stagflation. All das geht nicht etwa auf das Konto eines Virus´ (Viren schließen keine Betriebe!), sondern ist der vollkommen überzogenen Reaktion der Politik auf eine zwar ernsthafte, keinesfalls aber apokalyptische Bedrohung geschuldet. Wir haben es, nach allem was die Fachleute dazu wissen, schließlich nicht mit einer Seuche wie der Pest oder mit Ebola zu tun.
Die dräuenden Konsequenzen des wirtschaftlichen Niedergangs sind schwer abzuschätzen, weil sie in dieser Dimension nicht einmal von heute 100Jährigen bewusst miterlebt wurden. Von einer still erduldeten Verarmung der Massen, bis hin zu bewaffnet ausgetragenen Verteilungskämpfen ist alles möglich. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende geben bereits die Einlassungen verschiedener linker Traumtänzer, die sich von der Enteignung der „Reichen“, der Erfindung neuer und der Erhöhung bestehender Steuern das Heil versprechen.
Doch eines steht jetzt schon fest: mehr Steuern bedeuten mehr Sozialismus. Und der ist in einer Lage, die nach mehr Produktion und nicht nach mehr Umverteilung schreit, das Letzte, was wir brauchen. Aber erklären Sie das einmal den Mitgliedern einer Nomenklatura, die glaubt, dass der Wohlstand einer Nation der Notenpresse entstammt.

05.05.2020

12:58 | nzz: Wenn die Langeweile pandemisch wird, hilft nur noch Konsumverzicht

Nicht nur in diesen Tagen stellt sich die Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Langweiligsein und Gelangweiltsein?

04.05.2020

17:04 | forbes: How Economists Calculate The Costs And Benefits Of COVID-19 Lockdowns

There is a huge public debate whether the economic costs of actions designed to arrest the spread of COVID-19 are worth the potential health benefits achieved.

Politische Entscheidungen sind Abwägungsentscheidungen so wie ökonomische Entscheidungen ebenfalls. Das ist keine Relativierung der ethischen Mahnung, wonach ein Menschenleben nicht bepreist werden darf, sondern Ausfluss der Einsicht, dass Gruppenentscheidungen so gut wie immer für einige Mitglieder negative Folgen haben als eine andersgeartete Entscheidung, und dass mit knappen Mitteln eben immer nur eines von miteinander rivalisierenden Zielen erreicht werden kann. AÖ