29.09.2026
14:25 | HB: Bosch halbiert seine Belegschaft in Nürnberg
Der Automobilzulieferer Bosch will in seinem Nürnberger Werk in den nächsten drei Jahren gut die Hälfte seiner 1800 Mitarbeiter abbauen. Bis 2029 sollen 900 Stellen gestrichen werden, kündigte das Unternehmen an. Der Stellenabbau in Nürnberg soll zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Der Großteil davon trifft den Mobility-Sektor.
Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 hatte Bosch bereits rund 6500 Beschäftigte weniger als Ende 2025 – allerdings dennoch seinen Umsatz im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent steigern können. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen geschrieben und unter dem Strich einen Verlust ausgewiesen.
Kommentar des Einsenders
...und sie wählen weiterhin die Links-Ideologen, Wirtschaftszerstörer, werden arbeitslos - aber freuen sich, in E-Kutschen aus US u.o China herumzugurken...!? Keinen Job, kein Malle, nichts mehr zum Fressen, aber der "guten Sache dienlich"...! Kognitive Dysfunktion der Gesellschaft, Denken als Luxusgut.
07:40 | eXX: Gleiche Markenware 26 % teurer als in Deutschland: Wien protestiert in Brüssel
Gleiche Marke, gleiches Produkt – aber in Österreich deutlich teurer. Wien macht deshalb erneut Druck in Brüssel. Gemeinsam mit fünf weiteren EU-Staaten fordert Österreich ein Ende von Lieferbeschränkungen, die nationale Märkte abschotten und höhere Preise ermöglichen. In Österreich ist das Problem als „Österreich-Aufschlag“ bekannt.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) fürchtet allerdings, dass daraus nichts wird. „Die Kommission hat zugesagt, dass die Regeln heuer kommen. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass daraus nächstes Jahr wird“, sagt er. Seine Botschaft an Brüssel: „Ein Versprechen an 450 Millionen Konsumenten ist kein Terminvorschlag.“
Kommentar des Einsenders
Schweinerei. Der österr. Konsument und Steuertrottel als Melkkuh der Welt... Höchststeuerland, Österreich-Aufschläge, 1/3 höhere Preise als anderorts, subventionierte "Rabattaktionen", Steuererleichterungen für die Großen, Marktdominanz der big four, die Bürger ausgesaugt von den Vampiren, die Gehalts"zuwächste" immer unter Inflation, die Gesellschaft verarmt schleichend und die Politik schaut zu u.o lässt sich "erpressen"... und wenn der Druck wächst, wird Brüssel vorgeschoben...!? Erbärmlich / Einfach abstellen.
Binnenmarkt: gleiche Ware, unterschiedliche Leidensfähigkeit. JE
25.09.2026
15:47 | r24: Gegenderter Newsletter vergraulte Stammkunden – jetzt ist der Winzer insolvent
Ein Pfälzer Winzer lässt sich zum Gendern überreden, verschickt einen entsprechend formulierten Newsletter – und verliert nach eigener Aussage „richtig viele Traditionskunden“. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die deutsche Weinbranche ohnehin unter massivem Absatzdruck steht. Inzwischen befindet sich seine Habitat Weine eG im vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Gender-Experiment war nur ein Teil einer ganzen Reihe von Fehlentscheidungen. Doch ausgerechnet die eigene Stammkundschaft mit Sprachaktivismus zu verschrecken, während der Markt bereits schwächelt, muss man erst einmal schaffen.
Erst die Reben roden für das Biotop und dann auch noch die Stammkunden für die Sprache. JE
24.09.2026
10:13 | BN: Maschinenbau fällt ins vierte Minusjahr – VDMA senkt Prognose auf minus zwei Prozent
Der deutsche Maschinenbau steuert auf das vierte Produktionsminus in Folge zu. Der VDMA senkte deshalb seine Prognose für 2026 von Stagnation auf real minus zwei Prozent. Von Januar bis Juli lag die Produktion 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert, während viele technische Kapazitäten ungenutzt blieben. Zugleich bleibt der deutsche Markt schwach, obwohl die Auslandsaufträge zulegen. Betroffen ist eine Schlüsselindustrie mit mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten in Deutschland. Für 2027 erwartet der Verband jedoch wieder drei Prozent Wachstum.
Der Verband hatte seine Prognose bereits im Juni von plus einem Prozent auf Stagnation gesenkt. Nun reicht selbst diese Erwartung nicht mehr, denn die schwache erste Jahreshälfte belastet die Jahresbilanz. Damit dürfte die Branche 2026 zum vierten Mal nacheinander weniger produzieren. Die Nachfrage zeigt jedoch ein besseres Bild als die laufende Fertigung. Preisbereinigt stiegen die Auftragseingänge von Januar bis Juli um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders kräftig legten Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern mit 14 Prozent zu, während der deutsche Binnenmarkt deutlich schwächer blieb.
Vier Jahre weniger Output, ein Verband mit neuer Folie, ein Inland das nicht kauft. Irgendwann muss es doch endlich funktionieren. Die Maschine wartet. Der Auftrag auch. Wenn beides nicht zusammenkommt, war es sicher wieder China, Donald oder das Wetter. Die Halle bleibt die ehrlichere Statistik. JE
08:26 | BN: Stellenabbau bei Bosch: 13.000 Jobs bis 2030 – Betriebsrat fordert „Made in EU“-Regeln
Gerlingen – Der Stellenabbau bei Bosch erreicht vor allem die deutschen Standorte der Mobility-Sparte. Bis Ende 2030 will der Konzern dort rund 13.000 weitere Stellen streichen. Bosch begründet die Einschnitte mit schwacher Nachfrage, Überkapazitäten und einer jährlichen Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro. Außerdem belasten hoher Preisdruck, Handelshemmnisse und chinesische Konkurrenten das Geschäft. Der Gesamtbetriebsrat fordert deshalb seit dem 16. September stärkere Unterstützung durch die Europäische Union. Betriebsratschef Frank Sell verlangt Regeln, die mehr industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Europa sichern sollen.
Besonders groß fallen die Einschnitte in Feuerbach aus. Dort sollen bis Ende 2030 rund 3.500 Stellen wegfallen. Außerdem plant Bosch in Schwieberdingen den Abbau von etwa 1.750 Arbeitsplätzen. Für Bühl und Bühlertal nennt das Unternehmen weitere rund 1.550 Stellen. In Homburg sollen zudem etwa 1.250 Arbeitsplätze entfallen.
China liefert günstiger. Europa liefert Leitlinien. Der Standort liefert Kündigungen. JE
23.09.2026
14:15 | WNM: Kabinett beschließt digitale Kassenbons ab 2028
Kassenbelege sollen ab 2028 in der Regel nicht mehr auf Papier ausgedruckt, sondern elektronisch bereitgestellt werden. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) beschlossen. Die Bundesregierung will damit Bürokratie abbauen und zugleich Steuerhinterziehung erschweren.
Für Kunden würde die Neuregelung bedeuten, dass sie an der Kasse grundsätzlich einen digitalen Beleg angeboten bekommen. Dieser könnte beispielsweise über einen QR-Code, einen Download-Link oder per E-Mail bereitgestellt werden. Der Kunde müsste den digitalen Bon nicht abrufen oder entgegennehmen.
Zuerst der digitale Bon, dann die Pflichtkasse, dann der Blick des Prüfers in jeden Vorgang. Bargeld wird nicht verboten. Es wird unbequem. Wer noch Zettel will, gilt als Sonderfall an der Kassa. Denn der digitale Euro wartet hinter der nächsten Verordnung. Die Schublade ist bald leer. Das Konto aber voller Spuren. JE
11:08 | Wirtschaftskrieg der USA gegen Teheran wird an Flughäfen spürbar
Die USA wollen iranische Airlines "weltweit lahmlegen". Wer ihnen Kerosin bereitstellt oder die Abfertigung übernimmt, wird mit harten Sanktionen bestraft. Nun zeigt die Drohung der US-Regierung Wirkung - auch ein britisches Unternehmen reagiert.
Bereits einen Tag vor ihrem Inkrafttreten haben sich verschärfte US-Sanktionen gegen iranische Fluggesellschaften iranischen Angaben zufolge auf den Flugverkehr in der Region ausgewirkt. Der Flughafen Bagdad werde von "einem britischen Unternehmen betrieben, das aus Angst vor Sanktionen" bereits am Dienstag die "Einschränkung und Streichung" iranischer Flüge verfügt habe, erklärte der Sprecher der iranischen Zivilluftfahrt laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Der Krieg gegen Teheran läuft nicht nur mit Flugzeugen. Er läuft über Banken, Treibstoff und Angst vor König Donald. Nachbarn knicken ein, bevor die Tinte trocken ist. Passagiere zahlen den Umweg. Die Diplomatie in New York redet parallel drei Stunden. Am Gate gilt aber der Dollar. JE
22.09.2026
10:43 | apollo: „Zusätzlich zu bestehenden Vereinbarungen“: Porsche will 4.000 weitere Stellen streichen
Der Jobabbau beim Sportwagenhersteller Porsche nimmt kein Ende: Offenbar könnten weitere 4.000 Arbeitsplätze bei dem Automobilunternehmen wegfallen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Unterlagen zu einem Aufsichtsratsbeschluss bei Volkswagen von Anfang September. Demnach sieht die Vorlage für die Markengruppe Sport Luxury, zu der Porsche gehört, eine Reduktion um rund 4.100 Mitarbeiter vor.
Diese Reduktion sei „zusätzlich zu bestehenden Vereinbarungen“ geplant, heißt es dort ausdrücklich. Da Porsche aufgrund der Unternehmensstruktur eigenständig agiert, kann Volkswagen solche Maßnahmen allerdings nur empfehlen, nicht anordnen. Beide Marken, Volkswagen und Porsche, nahmen bisher keine Stellung zu dem Bericht des Handelsblatts.
Kommentar des Einsenders
...einst eine Ikone, dann zum billigen Bettvorleger der politischen Trottulosis verkommen...! Schmerzlich, wie eine Top-Marke nach der anderen zerstört wird und die Leut ihre Jobs verlieren... Wer mit Hunden ins Bett geht, wacht mit Flöhen auf (oder gar nicht mehr).
Transformation, Klimaziele, Elektromobilität, Standortkosten... Und irgendwann heißt die Energiewende einfach nurmehr Personalabbau. JE
21.09.2026
12:29 | r24: Nach Milliarden-Finanzierung: Solar-Riese Enerparc ist insolvent
Im März verkündete Enerparc noch ein Finanzierungspaket von bis zu einer Milliarde Euro und kündigte den weiteren Ausbau seiner Solarparks und Batteriespeicher an. Anfang September beantragte die Hamburger Enerparc AG Insolvenz – bei rund drei Milliarden Euro Verbindlichkeiten und Dutzenden laufenden Großprojekten. Aus der milliardenschweren Solar-Expansion wurde binnen weniger Monate ein Fall für den Insolvenzverwalter.
Am 12. März präsentierte Enerparc seine Zukunft noch in leuchtenden Farben. Ein Konsortium aus drei globalen Vermögensverwaltern und einer deutschen Landesbank stellte dem Unternehmen ein Finanzierungspaket von bis zu einer Milliarde Euro bereit. 500 Millionen Euro entfielen auf eine Junior-Finanzierung, hinzu kam ein langfristiger Projektfinanzierungsrahmen von zunächst 425 Millionen Euro, der auf 500 Millionen Euro anwachsen konnte. Nach 1,2 Gigawatt neu installierter Solarleistung allein im Jahr 2025 lag das eigene Freiflächenportfolio laut Enerparc bereits bei rund fünf Gigawatt. Für 2026 sollte der Ausbau weiter Fahrt aufnehmen.
Gescheiterte Finanzierung löste Enerparc-Insolvenz aus – Investorenprozess soll bald starten
Der Insolvenzverwalter des Hamburger Photovoltaik-Unternehmens äußerte sich erstmals zu den Hintergründen des Verfahrens. Er will in Kürze einen Investorenprozess eröffnen. 90 Photovoltaik-Anlagen, teilweise mit Batteriespeichern, befinden sich aktuell im Bau. Oberste Priorität hat derzeit, bei den am weitesten fortgeschrittenen 14 bis 15 Projekten zu prüfen, ob sie während Insolvenzverfahren weitergebaut werden können.
Eine Milliarde rein. Insolvenz raus. Energiewende halt. JE
18.09.2026
16:42 | anti-sp: Wie sich Nordeuropas Wirtschaft verändert
Anastasia Litwina darüber, was die Abschottung von Russland für Finnland, Schweden, Norwegen und das Baltikum bedeutet. Der Vorschlag der finnischen Regierung, das Gesetz zur Abwehr instrumentalisierter Migration bis Ende 2028 zu verlängern, ist ein weiteres Indiz dafür, wie tiefgreifend sich die Beziehungen des Landes zu Russland verändert haben. Die Errichtung dieses juristischen Vorhangs zementiert eine für die nordeuropäische Wirtschaft schmerzhafte neue Realität. Schließlich zeigt der Rückzug aus der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bereits Wirkung: von einer Rekordwelle an Insolvenzen bis hin zum Verfall einst lukrativer Handels-, Tourismus- und Logistikrouten.
Dabei ist eine präzise Formulierung wichtig, denn es geht nicht um eine neue Entscheidung, „die Grenze bis 2028 zu schließen“. Die Grenzübergänge an Finnlands Ostgrenze sind bereits seit Dezember 2023 geschlossen und im Juni 2026 entschied die Regierung, die Übergänge „bis auf Weiteres“ geschlossen zu halten. Die vorgeschlagene Verlängerung bezieht sich konkret auf ein spezielles Gesetz, den „Border Security Act“, das die Rechtsgrundlage für restriktive Maßnahmen im Grenzgebiet schafft.
Gemeinsame nordische Erklärung zur Versorgungssicherheit
Das Verteidigungsministerium des Königreichs Schweden, das Ministerium für Resilienz und Vorsorge des Königreichs Dänemark, das Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung der Republik Finnland, gemeinsam mit der Regierung von Åland, dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Fischerei der Regierung der Färöer-Inseln, dem Ministerium für Wohnen, Infrastruktur, Außenbezirke und Vorsorge der Regierung von Grönland, dem Justizministerium Islands und dem Ministerium für Industrie, Handel und Fischerei des Königreichs Norwegen (nachfolgend „die Teilnehmer“) beschließen, eine verstärkte nordische Zusammenarbeit im Bereich der Versorgungssicherheit in Krisen- und Kriegszeiten zu entwickeln.
Nordea Wirtschaftsausblick: Resilienz in Bewegung
Die Weltwirtschaft zeigt sich angesichts geopolitischer Konflikte, gestiegener Energiepreise und Handelsspannungen bemerkenswert widerstandsfähig. Gleichzeitig belastet die restriktive Geldpolitik der EZB und der Fed weiterhin die Finanzmärkte und treibt die langfristigen Renditen in vielen Ländern auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der US-Dollar wertet ab, während die nordischen Volkswirtschaften weiterhin überdurchschnittlich gut abschneiden, so Helge Pedersen, Chefökonom der Nordea Group.
Finnland hat den russischen Markt verloren und bekommt dafür strategische Resilienz. Man kann
nicht alles haben... JE
07:21 | Bild: Hilferuf aus unseren drei Autoländern
Die Automobil-Branche steckt tief in der Krise und ruft nach Hilfe! Um den Untergang dieser Schlüsselindustrie zu verhindern, fordern die Regierungschefs der Auto-Länder parteiübergreifend umfangreiche und zügige Maßnahmen. Die Ministerpräsidenten Cem Özdemir (60, Grüne) aus Baden-Württemberg, Markus Söder (59, CSU) aus Bayern und Olaf Lies (59, SPD) aus Niedersachsen haben einen Brandbrief an die EU und die Bundesregierung geschickt.
.. wieso rufen Manager um Hilfe? Die Herren wissen doch immer über alles, jedes und sowieso bescheid. Es gibt keine Manager in einer Bank, die in guten Zeiten jeden zu einem Idioten erkärt haben. Nur um dann Staatsgelder zu nehmen .. weiter im Amt zu bleiben und trotzdem "fotzngscheid" das Maul aufzureißen.
Es gibt Manager für Auspuff .. der alle, wirklich alle für Idioten hält und Kickl für einen Nazi. Aber mit der übelsten Partie in diesem Land abhängt .. oder hat Herr Wolf sich nicht Steuervorteile er... oder der Herr Pierer seine Firma an die Wand geklebt?
Es gibt Manager in der Autobranche, die glaubten .. mit ein bisserl E-Schrott kann man Geld verdienen, weils ja vorher bei den Diesel-Dingern auch funktioniert hat. Da gingen die Zahlen aber auch schon nach unten, weil man eben Schrott produziert hat. Mercedes 1980 und 2020 ... wo liegt der Unterschied? Bei Werkstattaufenthalt!
.. also .. schickt die Manager in die Arbeitslose und lasst das Werk doch wieder durch die Eigentümer finanzieren. Na los, lass doch die Eigentümer ihr eigenes Geld versenken. Haftunung für Eigentümer .. das wäre mal ein Ding. TS
15.09.2026
14:15 | eXX: „Wir müssen schrumpfen": Linke Redakteurin fordert weniger Wohlstand für Europäer
Im Podcast „Thema des Tages” des Standard zeichnet die Wirtschaftsredakteurin der deutschen linken Wochenzeitung taz, Ulrike Herrmann, ein Bild von Europa, das vor allem eines ist: erstaunlich optimistisch – und an manchen Stellen erstaunlich einseitig.
Herrmann, bekannt für ihre wirtschaftspolitischen, antikapitalistischen Bücher und Talkshow-Auftritten, wird von Standard-Moderator Schold Wilhelm zur aktuellen Lage Europas zwischen US-Zöllen, russischer Aggression und chinesischem Wettbewerbsdruck befragt. Ihre zentrale These: Wer von Europas Untergang spreche, „belüge” die eigenen Wähler.
Besonders deutlich wird Herrmann bei rechten Parteien wie AfD oder FPÖ, die aus ihrer Sicht die Bevölkerung schlicht täuschen, wenn sie einen EU-Austritt fordern. Ihr Argument: Der europäische Binnenmarkt sei aus rein ökonomischen Gründen unverzichtbar, da einzelne Nationalstaaten längst zu klein für ihre eigene Industrie seien. Bemerkenswert dabei: Kritische Positionen zur EU werden von ihr durchgehend als ökonomisch unwissend abgetan, eine differenzierte Auseinandersetzung mit den politischen Argumenten dieser Parteien bleibt aus.
„Wir brauchen ein grünes Schrumpfen, kein grünes Wachstum“
Globale Konflikte verdrängen die Klimakrise aus Debatten, grünes Wachstum stagniert. Im journalist-Interview spricht die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann über Geld als Waffe, prophezeit den Untergang der Tech-Bros und erklärt, warum es keinen klimafreundlichen Kapitalismus geben kann.
Wer Wirtschaft bewusst schrumpfen will, muss auch offen sagen, wer am Ende weniger produziert, weniger verdient und wer auf was verzichtet. JE
14.09.2026
14:33 | apollo: „Schleichende Deindustrialisierung“ – Schockumfrage belegt einmal mehr: Den Maschinenbau zieht es ins Ausland
Der Maschinenbau gilt als Herzstück der deutschen Industrie. Umso schwerer wiegt, dass immer mehr Hersteller Kapazitäten ins Ausland verlegen. Vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung ist inzwischen eine verstärkte Abwanderung zu beobachten. Die Ursache liegt nicht im Ausland, sondern primär in den gigantischen Kosten am heimischen Standort.
Die hohen Kosten am deutschen Standort schränken die heimischen Unternehmen massiv in ihrer Wettbewerbsfähigkeit ein. Vielen Betrieben bleibt letztlich nichts anderes übrig, als die Reißleine zu ziehen und Kapazitäten an Standorte mit günstigeren Betriebskosten zu verlagern. Betroffen sind dabei längst nicht mehr nur Fertigung und Verwaltung, sondern zunehmend auch Bereiche wie Forschung und Entwicklung.
Forschung zunehmend ins Ausland verlagert
Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus setzen in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld weiter auf Forschung und Entwicklung (FuE) – auch an ihren Stammsitzen. Laut einer aktuellen Erhebung unter gut 400 VDMA-Mitgliedsfirmen rechnen 39% der Befragten für das Jahr 2026 mit steigenden FuE-Aufwendungen in Deutschland. Zugleich verlagern sich die Forschungsaktivitäten jedoch zunehmend ins Ausland: Mehr als 40% der Unternehmen forschen bereits außerhalb Deutschlands. Bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten sind es sogar neun von zehn Firmen, die auf Forschung im Ausland setzen. Insgesamt geben 69% an, dass ihre FuE-Aktivitäten jenseits der Grenzen ausgebaut werden. 40% der bereits international forschenden Unternehmen erwarten, dass ihr Auslandsanteil in den nächsten fünf Jahren um etwa 10 Prozentpunkte steigt; weitere knapp 40% der Befragten rechnen sogar mit einem noch stärkeren Zuwachs.
Jedes vierte Unternehmen fürchtet um seine Wettbewerbsfähigkeit
Jedes vierte Unternehmen in Deutschland (25,4%) fürchtet, auf Märkten außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Die Wettbewerbsposition deutscher Industrieprodukte auf dem europäischen Markt verschlechtert sich nach Ansicht von 17% der Unternehmen. „Die deutsche Industrie kann auf den internationalen Märkten weiterhin keinen Boden gutmachen“, sagt Klaus Wohlrabe. „Gerade außerhalb Europas bleibt der Wettbewerbsdruck hoch.“
Zum Vergleich: Eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit außerhalb Europas sehen nur 5,2%, in Bezug auf die Konkurrenz innerhalb Europas sind es 6,3%. Besonders schwierig ist die Lage in der Automobilindustrie. Dort berichten 43,0% der Unternehmen von einer schlechteren Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU. In der Metallerzeugung und -bearbeitung sind es 29,1%, in der Chemischen Industrie 26,0% und im Maschinenbau 25,5%. Auch bei den Herstellern von Metallerzeugnissen (25,3%) und elektrischen Ausrüstungen (24,5%) sieht rund jedes vierte Unternehmen seine Wettbewerbsposition auf den internationalen Märkten geschwächt.
Da fehlt jetzt nur noch ein neues Förderprogramm und drei Arbeitskreise. JE
12.09.2026
15:55 | apollo: „Das Geschäftsmodell von Deutschland ist tot“ – und die Inflation „wird schlimmer werden“, sagt Lagarde
Die französische EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat Deutschland vor dem wirtschaftlichen Niedergang gewarnt und eine hohe Inflation bis Ende 2028 vorhergesagt. Im Interview mit dem ZDF beteuerte sie nach der späten Erhöhung der Leitzinsen am Donnerstag (Apollo News berichtete) aus der Inflationswelle von 2022 gelernt zu haben und wies den Vorwurf der Untätigkeit zurück. Damals waren die Preise binnen eines Jahres in Deutschland um über acht Prozent gestiegen.
Die Preisentwicklung werde in nächster Zeit noch schlimmer werden, führte Lagarde aus. Bis Ende dieses Jahres erwartet die EZB weiter steigende Inflationsraten – die Preissteigerung beschleunigt sich. Erst Ende 2028 soll beim gegenwärtigen Pfad wieder die Marke von zwei Prozent pro Jahr erreicht werden, die die EZB als mittelfristiges Ziel anstrebt. Dann werde es aber besser werden. Dafür tue man alles.
Kommentar des Einsenders
...und verurteilte Verbrecher an den Schalthebeln globaler Kriminalagenturen, die genau dies über Jahrzehnten beförderten, und den Zahlmeister der Welt bis zur finanziellen Kapitulation zwangen! Das "Geschäftsmodell Deutschland" funktioniere lt. Spahn seit Corona nicht mehr, fünf Jahre später kommt LaGarde und sieht "ihre" Hütte im Vollbrand! "Im Kampf gegen hohe Spritpreise gibt sie sich machtlos – die Zentralbank könne nicht nach Öl bohren." ...ist ein Affront den Steuerzahlern und Konsumenten gegenüber! DIE Zentralbank IST das zentrale Problem, gestützt durch Brüssel u.a. Btw. Geschäftsmodell impliziert "eine Handlungsweise, bei der mind. Zwei oder mehrere Parteien mit einem Vorteil bedacht sind...". Die Partei Steuerzahler (GER/AUT) hat bis dato bloß draufgezahlt, ohne ja gefragt zu werden, ob sie die Geschäfte auch tätigen will...!?
Billiges russisches Gas weg, China vom wichtigen Absatzmarkt zum harten Konkurrenten geworden, der amerikanische Schutzschirm dünner und die Inflation hartnäckig hoch... Und jetzt kommt die Erkenntnis: Das Geschäftsmodell ist tot... Manchmal braucht Europa halt etwas länger, bis es den Leichnam bemerkt. JE
10.09.2026
12:09 | slaynews: Der Gouverneur der Bank von England warnt: Platzen der KI-Blase wird eine globale Wirtschaftskrise auslösen
Der Gouverneur der Bank von England hat eindringlich davor gewarnt, dass der explosionsartige Boom der künstlichen Intelligenz in einer brutalen globalen Marktkorrektur enden könnte. Andrew Bailey warnte die einflussreichen Finanzminister der G20 davor, dass die rasant steigenden Bewertungen von KI-Unternehmen, die massive Kreditaufnahme und die zunehmend konzentrierten Investitionen in der gesamten Technologiebranche Bedingungen schaffen, die einen zukünftigen Finanzschock verstärken könnten.
Bailey warnte davor , dass die Märkte weiterhin anfällig für eine „möglicherweise ungeordnete Korrektur“ seien, die sich rasch über die Grenzen hinweg ausbreiten könnte.
bankofengland: Finanzstabilitätsbericht – Juli 2026
Der Finanzstabilitätsbericht legt die Ansicht unseres Finanzpolitischen Ausschusses zur Stabilität des britischen Finanzsystems dar und erläutert, welche Maßnahmen er ergreift, um etwaige Risiken für dieses System zu beseitigen oder zu verringern.
Investor: „Wo kommt das Wachstum her?“
KI-Branche: „Aus Investitionen.“
Investor: „Und die Investitionen?“
KI-Branche: „Aus dem erwarteten Wachstum.“ JE
09.09.2026
13:45 | BN: Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum bei Rostock für 5,6 Milliarden Euro
In Dummerstorf bei Rostock plant die Schwarz-Gruppe ein neues Rechenzentrum für Cloud- und KI-Dienste. Das Unternehmen stellte das Vorhaben am 27. August 2026 in Schwerin vor. Bis 2033 sollen zunächst bis zu 5,6 Milliarden Euro fließen. Die erste Ausbaustufe soll 240 Megawatt erreichen. Ein späterer Ausbau auf bis zu ein Gigawatt ist bis 2045 möglich. Ausschlaggebend waren deshalb Windstrom und die Nähe zum 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz. Mecklenburg-Vorpommern stellt außerdem bis zu 120 Millionen Euro Förderung in Aussicht. Im Betrieb sollen rund 120 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Allerdings benötigt der Standort dauerhaft sehr große Strommengen. Die Bekanntgabe erfolgte zudem knapp drei Wochen vor der Landtagswahl am 20. September.
tagesschau: Rechenzentrum für Milliarden: Deshalb kommt das XXL-Projekt nicht nach BW
Die Neckarsulmer Schwarz Gruppe will bei Rostock für rund 5,6 Milliarden eines der größten Rechenzentren in Deutschland bauen. Der Standort wurde bewusst gewählt. Die Schwarz Gruppe aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn) mit Lidl und Kaufland will bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) eines der größten Rechenzentren in Deutschland errichten. Allein die Baukosten beziffert sie auf rund 5,6 Milliarden Euro, die Kapazität auf zunächst 240 Megawatt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. 120 Arbeitsplätze sollen entstehen. "Wir wollen, dass digitale Souveränität, digitale Wertschöpfung wieder in Deutschland und Europa stattfindet", sagte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski.
Man möchte weniger abhängig von amerikanischen Cloud-Konzernen sein. Also braucht man eigene Server, eigene Netze und eigenen Strom. Souveränität ist eben teuer, besonders wenn sie 240 Megawatt zieht. JE
07.09.2026
15:39 | BZ: Rekord bei Großpleiten trotz positiver Konjunkturprognose: Wie passt das zusammen?
In Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 33 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro Insolvenz angemeldet. Das geht aus Zahlen des Kreditversicherers Allianz Trade hervor. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Plus von zehn Prozent. Die Entwicklung knüpft an ein bereits negatives Vorjahr an. Für 2025 hatte Allianz Trade 94 Großinsolvenzen registriert, acht Prozent mehr als 2024 und der höchste Wert seit Beginn dieser Auswertung im Jahr 2015.
Auffällig ist die Verteilung auf einzelne Wirtschaftszweige. Sieben der Fälle im ersten Halbjahr entfielen auf die Automobilwirtschaft, fünf auf den Einzelhandel, jeweils vier auf Maschinenbau und Dienstleistungen. Betroffen sind damit vor allem Branchen, die entweder kapitalintensiv arbeiten oder sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel befinden.
Kommentar des Einsenders
...vielleicht hat es etwas mit den "Prognostikern" zu tun, die in ihren Elfenbeintürmen sitzen und im Regierungsauftrag Zahlen-Wichserei betreiben, die von der Realität so weit entfernt ist, wie dreibeinige Papageien von einem Abfahrtslauf...!? Bullshit-Bingo in Höchstform, wo das Ich-wünsch-mir-was-Phantasialand und die Realität immer weiter auseinander triften.
33 Großpleiten in einem halben Jahr und 94 im Vorjahr. Wenn das der Aufschwung ist, möchte man den Abschwung lieber gar nicht kennenlernen. JE
06.09.2026
16:01 | expose: Von der Leyen räumt ein, dass das Wirtschaftsmodell der EU gescheitert ist
Im vergangenen Monat hielt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in Paris eine etwas überraschende Rede. Überraschend war die Offenheit, mit der sie die Probleme ansprach, die zum Scheitern der EU-Wirtschaft führten, darunter die Mängel des Binnenmarktes und die Bedrohung durch China.
Kommentar des Einsenders
...und dazu braucht es alternative britische Kanäle, um als Steuertrottel eines EU-Landes eine Rede von EUschi zu "empfangen"... Brüssel sitzt selbstverschuldet in der Falle, die Zielsetzungen klar an der Realität gescheitert und der ganze Zirkus keinen müden Taler mehr wert...! Schließen, Gelder rücküberweisen (an die Nettozahler), Verträge canceln, Zukunft Neu-Denken.
Erst macht man Energie teuer, Regeln kompliziert und Produktion unattraktiv. Danach stellt man fest, dass Unternehmen abwandern und die Konkurrenz gewinnt. Und die Lösung? Richtig... Natürlich ein neuer Fonds, damit dieselben Leute noch einmal an die Kasse dürfen. JE
01.09.2026
15:38 | krone: 74 Millionen Euro Schulden: Pollmann ist pleite
Gerüchte gab es schon seit zwei Wochen, jetzt ist es traurige Gewissheit. Der große Familienkonzern Pollmann mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya (NÖ) ist zahlungsunfähig. Drei Gesellschaften – darunter auch die Dachmarke Pollmann International beantragten ein Sanierungsverfahren. Jetzt entscheidet das Gericht.
1200 Mitarbeiter auf fünf Standorten und drei Kontinenten vereinigt das traditionelle Familienunternehmen aus dem Waldviertel, bei dem es noch in den 1990er-Jahren hieß, dass jedes dritte Schiebedach eines Pkw in Europa von Pollmann stammt. Und auf der Homepage wirbt das Unternehmen noch immer damit, dass 93 Prozent aller namhaften Automarken Teile von Pollmann eingebaut haben.
Die Transformation ist voll auf Kurs. Man erkennt sie zuverlässig an den Insolvenzanträgen. JE